Sonntag, 13. Oktober 2019

Neuer Rucksack: "Wo ist denn der kaputt?"

Guten Morgen!

Ich habe wieder einen Rucksack genäht, diesmal für Dominik. Wie schon meine neue Reisehandtasche habe ich ihn aus einem alten Militärmantel genäht. Der Stoff dieser Mäntel ist sehr stabil und hat eine schöne Farbe. Zudem habe ich diesmal mehrere Elemente wie Taschen oder den Kragen direkt in den Rucksack eingearbeitet. Übrigens, wusstet ihr, dass diese Mäntel "Kaputt" heissen? Als ich den gebrauchten Mantel gekauft habe, wusste ich es jedenfalls nicht. Zum Glück konnte ich es mir verkneifen, beim ehemaligen Besitzer zu fragen, wo denn dieser Mantel genau kaputt sein soll. Erst als ich dann im Stoffladen nach einem passenden Futter gesucht habe, hat mich die Verkäuferin dort aufgeklärt. The more you know...


So sah der Mantel vor der Verarbeitung aus. Ich zerlegte ihn dann in Einzelteile, um den Stoff besser zuschneiden zu können.

Der ganze Mantel

Der auffälligste Teil ist natürlich der Deckel mit dem aufgestickten Vogel. Dominik wünschte sich einen Alpensegler. Ich wählte zuerst Farben aus, die zum Stoff passten, positionierte die Vorlage und stickte ihn auf den Deckel. Die Paspel am Deckelrand machte ich übrigens aus Kork. Wenn ich mich in den Läden umschaue, scheint der Korktrend schon wieder vorbei zu sein. Das finde ich schade, denn ich halte es immer noch für einen super Lederersatz.

Das ausgewählte Garn
Motiv positionieren
Beim Sticken
Die Paspel
Der Deckel

Die Vordertasche habe ich wieder nach der gleichen Art gemacht wie bei meinen letzten Rucksäcken. Neu ist sie einfach breiter. Sie hat auch eine Klappe, für die ich den Mantelkragen verwendete.

Der Reissverschluss
Annähen des Kragens

An der linken Seite hat es eine weitere Tasche. Hier konnte ich praktischerweise einfach die Stelle im Stoff verwenden, wo sowieso schon eine Manteltasche war.

Die Manteltasche
Das zugeschnittene Stück mit der Tasche
Vorder- und Seitentasche

Als ich die Idee zum Rucksack hatte, hatte ich Bedenken, dass der Wollstoff sich am Rücken unangenehm anfühlen könnte. Vielleicht würde der Stoff kratzen oder zu warm sein? Darum ist das Rückenteil nicht aus Wollstoff. Ich setzte das Rückenteil stattdessen aus drei Lagen Stoff zusammen, ähnlich wie bei Wanderrucksäcken: Zuunterst ein Polster, damit der Stoff weich ist. Darüber dann Futterstoff und ein Netz, die schnell trocknen sollten, falls der Träger anfängt zu schwitzen. Das war zwar ziemlich aufwändig, aber ich denke, der Rucksack ist so wirklich komfortabler. Die Träger-Innenseiten habe ich jedenfalls auf die selbe Art gemacht.

Futterstoff + aufgebügeltes Polster
der Netzstoff
Ich habe den Netzstoff nicht nur am Rand, sondern auch in der Mitte mit mehreren Linien abgesteppt.
Das fertige Rückenteil

Für die Träger verwendete ich im unteren Teil Gurte. So lässt sich die Länge besser verstellen. Die Enden habe ich in Kork eingefasst und zwischen die Seiten genäht.

Die Gurte
Die Einfassungen
Der untere Teil der Träger

Gewöhnlich schreibe ich am Schluss ja, was ich alles gut und schlecht finde an dem Ding, das ich gerade genäht habe. Hier mache ich das nicht, denn ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Resultat! Es war sehr aufwändig, aber ich finde, es hat sich gelohnt. Nun überlege ich mir, was ich mit dem restlichen Stoff noch nähen könnte.

Liebe Grüsse
Eta Carina



Good morning!

I've sewn another backpack, this time for Dominik. Like my new travelling bag it's made out of an old military coat. The fabric of those coats is a very sturdy and beautifully coloured wool. And I could incorporate elements like the collar or a pouch directly into the backpack. By the way, did you know that this kind of coat is called "Kaputt" (Which is German for "broken")? When I bought this coat I certainly didn't know. Fortunately I resisted the urge to ask the former owner where exactly the coat was broken. It was only when I went to get some lining for the backpack that the saleslady in the shop explained that that's actually the name of the thing. The more you know...

So, the coat was actually pretty whole when I got it and I had to cut it apart first. Then I started sewing. My favourite part is the top with the stitched bird. Dominik wished for an Alpine swift, so I searched for a good photo, chose matching yarns, positioned the bird and finally stitched it. I love stitching, but it takes a lot of time. By the way, the passepoile on the edge is made out of cork. Judging from what I saw in stores, the trend of sewing with cork seems to be fading already. Which I find sad, because I still think it's a great alternative to leather.

In the following pictures you can see how I used the collar as the lid for the front pouch and the coat's poach for the sides.

When I first got the idea for this backpack I was worrying that the wool might feel uncomfortable on the back. Maybe it would itch or be too warm? That's why I decided to use other materials for the back part: I layered a padding fabric, synthetic lining and a net fabric, like they do for outdoor backpacks. This way, the backpack should feel cool and dry fast in case of sweating. This might have been a little time-consuming, but I think it was worth it. Anyway, the insides of the straps where done in the same way.

I usually write about what I like and dislike about the thing I just sewed at the end. I won't do that this time, because this time I'm really happy with the result! I think it's a very elaborate piece of work and I like how it turned out. At the moment I'm just wondering what other things I could sew with this fabric. So maybe come back again?

Love
Eta Carina

Sonntag, 29. September 2019

Handtasche und Rucksack mit Katazome

Guten Abend!

Letztes Mal habe ich von meinen ersten Katazome-Färbeversuchen erzählt. Seitdem habe ich nicht wirklich Fortschritte gemacht, aber trotzdem sind schöne Sachen entstanden. Was ist passiert?

Ich war ja nach meinen ersten Experimenten recht optimistisch, fand aber, dass man den Farbauftrag noch verbessern müsste. Vielleicht indem man die Tücher in die Farbe eintaucht statt sie mit einem Pinsel aufzutragen. Ich malte also eine neue Vorlage und schnitt sie in lackbeschichtetes Reispapier (dieser Teil funktioniert immerhin gut). Mit dieser Schablone bedruckte ich dann verschiedene Stoffe: Leinen, Canvas und Batist. Die kamen danach eben in ein Färbebad.

Die Original-Vorlage

Eine Fotokopie, bereit zum Zerschneiden

Die Vorlage wird ins Reispapier geschnitten

Die bedruckten Tücher

Das Färbebad

Das Resultat war durchzogen: Bei den dickeren Stoffen (Leinen und Canvas) wurde das Motiv deutlich, beim dünnen Batist aber war es sehr fleckig, nicht zu vergleichen mit den klaren Formen der japanischen Originale!

Die Ergebnisse von oben links im Uhrzeigersinn: Batist, Leinen, Batist, Canvas

Ich testete dann auch noch Seidenmalfarbe, aber das wurde zwar deutlicher, aber wieder zu steif. Nun wäre noch möglich, mit Sojamilch zu färben oder das Rezept der Paste zu ändern. Für den Moment machte ich aber aus der Not eine ...Notlösung und färbte nur noch mit dicken Stoffen. Diese verarbeitete ich dann zu einer Handtasche und einem Rucksack, so dass sie doch noch schön zur Geltung kommen. Den hübschen hellen Stoff habe ich übrigens geschenkt bekommen. Nun ist er fast aufgebraucht und ich suche dringend Nachschub. Vielleicht hat mir ja jemand einen Tipp?




Der Aufbau ist fast der selbe wie bei meinem alten Rucksack


Good evening

Last time, I told you about my very experiments with katazome. Well, since then I haven't really made any progress, but sewn some pretty things with it nevertheless. So what happened?

After my first attempts, I was quite optimistic, but I thought that the dyeing itself needed some improvement, maybe by soaking the fabric in a dye bath instead of applying the colours with a brush. So I painted a new motif and cut it out of more lacquered rice paper (at least that part still works fine). With the stencil, I then printed the motif onto different kinds of fabric: Linen, canvas and batiste. Then I immersed them in dye.

The results where varied: The pattern looked clear on the thicker fabrics (linen and canvas) but was very blotchy on the thin batiste. It was no comparison to the Japanese originals!

After that, I also tested silk paint. Here, the motif was clearer again, but the fabric got to stiff. For future attempts, I'd still have the possibilities to dye with soy milk or change the receipt of the paste. But for the moment I just kind of ran with it and only dyed thick fabrics. Then I turned them into a handbag and a backpack (The backpack has a very similar pattern like my old one). By the way, that nice sturdy off-white fabric was a present but I've nearly ran out of it and would love to buy more. Does maybe someone out there have a hint?

Sonntag, 4. August 2019

Katazome - erste Versuche

Ihr Lieben

Ich probiere etwas Neues im Moment. In Japan habe ich viele wunderschöne Tücher mit hübschen Designs gesehen, meistens in einem länglichen Format. Diese Tücher nennt man Tenugui.
Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass die Tücher in einem bestimmten Färbeverfahren hergestellt werden, das Katazome (oder Chusen) heisst. Man schneidet Papierschablonen mit den gewünschten Motiven zu. Mithilfe dieser Schablonen druckt man dann eine Paste auf den Stoff. Danach färbt man den Stoff ein. Dort, wo die Paste auf dem Stoff ist, kommt keine Farbe hin, die Stellen bleiben weiss.

Hier ist ein Tenugui, das ich in Nara gekauft habe:
Tenugui aus Nara

Ich habe auch ein Pinterestboard erstellt, falls ihr noch mehr Beispiele sehen wollt:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/tenugui/

Was für eine spannende Art, Stoff zu färben! Das wollte ich auch ausprobieren. Oh Mann, hatte ich mir da was vorgenommen! Zum einen ist das Ganze, wenn man es authentisch machen will, nämlich unglaublich aufwändig. Zum Beispiel werden die Papierschablonen aus mehreren Lagen Reispapier gemacht, die mit Khakisaft beschichtet und danach geräuchert werden. Was meine Möglichkeiten ein bisschen übersteigen würde. Zusätzlich ist es auch nicht einfach, alle Materialien zu bekommen, wenn man sie nicht vom anderen Ende der Welt her schicken lassen will. Was ich nicht wollte, da mir das für einige erste Versuche schlicht übertrieben vorkam. Darum Warnung: In diesem Post geht es nicht darum, wie man nach allen Regeln der Kunst Katazome-Drucke macht. Vielmehr versuchte ich, einen Weg zu finden, wie ich dieses Druckverfahren an meine Umstände anpassen kann (nämlich Zeit, Portemonnaie und verfügbare Materialien). Und da bin ich auch noch lange nicht an einem definitiven Punkt angekommen. Wie gesagt, es sind erste Versuche. Wenn jemand Tipps hat -Bücher, Adressen, eigene Erfahrungen-, bin ich sehr dankbar.

Aber nun zu meinen Versuchen. Es gab einige Fragen zu klären: Welches Papier ist am Besten geeignet für die Schablonen? Wie mache ich es haltbarer (ohne Khakis...)? Wie mache ich die Paste? Wie trage ich sie am besten auf? Welche Farben nehme ich zum Färben?

Die Schablonen

Ich testete normales Notizpapier, dickeres Papier (400 g/m2, glaube ich) und Reispapier (Übrigens, wusstet ihr, dass Reispapier gar kein Reis enthält, sondern aus Maulbeerbäumen gemacht wird? Aber das nur am Rande). Weil Papier alleine aber nicht lange halten würde, wenn man damit mehrmals drucken und es wieder auswaschen und trocknen will, muss es verstärkt werden. Wie gesagt verwendete man dafür traditionell Khakisaft. Ich versuchte es mit Weissleim, Kleister, Wandfarbe und Holzlack. Auch versuchte ich es jeweils mit einer bis drei Schichten.

Test mit verschiedenen Schablonen, von oben links im Uhrzeigersinn: dickes Papier + Lack, Reispapier + Kleister, Notizpapier + Wandfarbe, Notizpapier + Lack, Notizpapier +Lack + Kleister, Reispapier + Lack

Und der Gewinner ist... Reispapier in Kombination mit Holzlack. Das Reispapier liess sich gut bestreichen, ohne gleich kaputtzugehen, die einzelnen Schichten klebten auch ohne Leim zusammen und es liess sich auch am leichtesten schneiden. Der Holzlack riecht zwar recht penetrant und ist bestimmt auch nicht die umweltfreundlichste Methode, macht das Papier aber sehr robust. Wer allerdings Bedenken hat, kann es auch mit Kleister + normalem Papier versuchen, das funktionierte bei mir am Zweitbesten.

Die Paste

Für die Paste fand ich ein Rezept auf John Marshalls Seite:
http://www.johnmarshall.to/H-Resist.htm
Allgemein ist das meines Wissens die umfassendste und nützlichste Seite, die es zum Thema Katazome gibt.

Die Hauptzutaten sind Reismehl und Reiskleie. Aber während ich Reismehl im Asia-Laden fand, wusste ich nicht, wo ich Reiskleie herbekommen sollte. Ich wich dann auf Haferkleie aus. Die ist aber sehr grob. Ich denke, mit den richtigen Zutaten könnte ich hier noch viel verbessern. Aber für den Moment funktioniert es auch mit Haferkleie.
Übrigens: Wie ihr vielleicht gemerkt habt, braucht man für die Paste Lebensmittel. Das ist einerseits erfreulich, da ungiftig. Andererseits hatte ich Angst, dass z.B. die ausgewaschenen, aber noch nassen Druck-Siebe anfangen könnten zu schimmeln. Das ist aber zum Glück nicht passiert!

Die Hauptzutaten: Reismehl und Kleie
Die trockenen Zutaten werden gemischt
Wasser wird hinzugefügt
Der entstandene Teig wird zu Bällchen gerollt und gedämpft

Stoffe bedrucken

Die gedämpften Bällchen werden dann zermörsert und zusätzlich wird mehr Wasser, Kreidepulver und Salz hinzugefügt (im Laden hatte es gerade nur gelbes Pulver, darum ist auch meine Paste gelblich). Danach wird die Masse auf den Stoff gedruckt, eigentlich wie bei einem Siebdruck. Nur dass die Paste zu grob war, sie ging nicht durch ein normales Textilsieb.

Versuch mit handelsüblichem Textilsieb (war zu feinmaschig)

Ich bespannte darum alte Bilderrahmen mit Gaze. Diese ist grob genug, damit auch die Haferkleienpaste durchgeht.

Da die Gaze so durchlässig ist, klebte ich dort, wo getackert wird, Klebband hin. So wird sie stabil genug, um sie gut über den Rahmen zu spannen.
Rundum bespannt (die Flecken auf der Unterlage kommen von früheren Druckversuchen)
Gaze (Detail)

Stoffe färben

Normalerweise könnte man Stoff ja mit heissem Wasser und handelsüblichen Färbemitteln in der Waschmaschine oder einem Becken färben. Ich befürchtete aber, dass die Paste sich durch die Hitze und Reibung lösen würde. Auch fand ich keine Anleitung, wo man das so gemacht hätte. Ich spannte die Stoffstücke darum auf einen Rahmen zum Seidemalen und pinselte verdünnte Stoffmalfarbe auf. Wichtig hier: Den Stoff mit der Pasten-Seite nach unten aufspannen, so dass der Pinsel die Paste nicht wirklich berührt und sie nicht abschabt. Aus dem selben Grund sollte der Stoff auch den Tisch nicht berühren, sondern in der Luft hängen. Ich trug mehrere Schichten auf, damit die Farbe gleichmässig und intensiv genug wird.

Verschiedene Stoffresten, auf den Rahmen aufgepinnt und bemalt.

Hier ist noch mehr Recherche nötig. Die Stoffmalfarben machen den Stoff steif und es ist nicht so einfach, sie gleichmässig aufzutragen. Es wäre natürlich toll, wenn man die Tücher doch irgendwie in einer Wanne färben könnte...

Die Stoffe mussten dann erstmal über Nacht trocknen, bevor ich sie ausspülen konnte, um die Paste und überschüssige Farbe zu entfernen.

Probestück
Der Stoff wird ausgespült
Wie gesagt muss ich unbedingt noch bessere Farben kaufen, evtl. Seidenmalfarben oder doch ein "normales" Färbemittel. Für den Moment möchte ich es mir definitiv ersparen, mit Pigmenten und Sojamilch zu experimentieren, wie man das eigentlich machen würde, da die Sache auch so schon komplex genug ist. Auch die Paste könnte man noch verbessern, man sieht z.T. die Gazestruktur oder Stellen sind nicht gut genug abgedeckt. Aber für einen ersten Versuch finde ich die Ergebnisse ermutigend. Auch ist es ein Verfahren, das extrem viele Möglichkeiten bietet. Die Arbeit geht mir also sicher nicht aus...

Dewa mata!
Eta Carina






Hello dearies

So I'm trying something new at the moment. When we we're in Japan I saw a lot of beautiful cloths with gorgeous patterns, mostly in an oblong shape. They are called Tenugui.
After some research I found out that the patterns result from a specific way of dyeing called Katazome (or Chusen). The motifs are cut out on paper stencils. Then a special paste resist is printed onto the fabric through the stencils. When the fabric gets dyed, the fabric remains white on the spots protected by the paste.

On the first picture is a Tenugui I bought in Nara.
I have also created a board on Pinterest if you want to see more examples:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/tenugui/

What an exciting way to dye fabric! Of course I wanted to try it myself. And oh boy, what did I get myself into? Because the whole process, especially when done the traditional way, is extremely elaborate. For example, the paper used for the stencils consists of several layers of rice paper which are tanned with persimmon juice and then smoked. Needless to say that I wouldn't be able to do that all by myself. It is also difficult to get all the right materials, at least If you don't want them to be sent from the other end of the world. Which I didn't, because that seemed excessive for some first experiments. So a warning ahead: This post isn't about doing Katazome in an authentic way. I'm also well aware that my attemps aren't exactly state of the art. What I'm doing here instead is trying to find a way to adapt this technique to my circumstances (namely time, money and materials at hand). And I haven't found the perfect answers yet. As the title says, those are my first experiences. If somebody out there has any tips -books, adresses, own experiences- I would be very grateful.

But let's go on with what I found out. There where a lot questions to start with: What paper is best for the stencils? How can I make it more durable (without the persimmons...)? How to make the paste resist? How to apply it? What colours should I use for dyeing?

The stencils

I tested a number of different papers: normal writing paper, a thicker paper (I think 400 g/m2) and rice paper. (By the way, did you know that there is no rice in rice paper? It's mulberry tree! But I digress...) The stencils would be subjected to a lot of pressure from printing and washing, so they had to be reinforced. As mentioned, this was traditionally achieved by tanning and smoking. I tried wood glue, wallpaper paste, wall paint and varnish. I also tried them with one to three layers of paper.

And the winner is... Rice paper coated with varnish. The paper didn't get destroyed by applying the varnish, the layers held together well even without additional glue and it was also easy to cut. However, the varnish has a rather pungent smell and I'm aware that it's not exactly the most environmentalfriendly method. If this concerns you you could also use wallpaper paste + regular paper, which was second best.

The paste resist

For the paste I found a receipt on John Marshalls site:
http://www.johnmarshall.to/H-Resist.htm
This is, as far as I'm aware, the single most comprehensive and useful site regarding Katazome!

The main ingrediences are rice flour and rice bran. But while I got the flour in our local asia shop, I couldn't find any rice bran. So I opted for oat bran instead. The problem here is that oat bran is very coarse. This turned out to be a problem during printing. I think with better ingredients I could improve a lot here. But for now the oat bran worked well enough.
By the way: As you see, the paste is made entirely from edible ingredients. This is good because it's not toxic, but I was worried that it could start to get moldy, especially on the wet printing screens. But this turned out to be no problem, at least so far.

So you mix the dry ingredients, add water, form small balls and steam them (again, this is explained in detail on the John Marhall page).

Printing the paste onto the fabric

Once the steamed balls are ready, they are ground up and more water, chalk powder and salt is added (they only had yellow chalk, that's why my paste is yellowy). Then the paste is printed onto the fabric just like when you do screen printing. The problem here was that due to the oat bran the paste was to coarse, it didn't get through a normal textile screen. So I bought gauze, which is wide-meshed enough, and old wooden picture frames. I put on tape where I would staple the gauze to the frame, so the fabric is stable enough. Then I stretched it over the frame, stapled it on and ready was my own Katazome frame.

Dyeing the fabric

Usually fabric can get dyed with hot water and standard fabric dyes in the washing machine or a tub. But I guessed that the paste resist would go off under such immense heat and friction. And I also couldn't find a tutorial where the fabric is actually dyed like that. So I pinned the coated fabrics onto a frame for silk painting and brushed on diluted fabric paint. I learned that the side with the paste resist has to be face down, so the brush can't actually touch and remove the paste. The fabric also shouldn't touch the table but hang in midair, for the same reason. I applied several layers to make the colour even and dark enough.

I need to do more research on that part of the process. The fabric paint makes the fabric too stiff and it's difficult to apply it evenly. It would be great if I could dye the cloths in a vat anyway... 

I let the cloths dry over night bevor I washed them out to remove the paste and any excess colour.

As I said I really have to get more adequate dyes, maybe actual silk painting colours or "regular" dyes. What I don't want to try at the moment is pigments and soy milk, which they did use traditionally, as the whole process is complex enough already. I also want to try and make the paste resist smoother, as at the moment you can still see the structure of the gauze and in some places the paste doesn't cover the fabric well enough. But all in all I find my first experiments encouraging. This technique offers so many possibilities. So I won't run out of work any time soon...

Dewa mata!
Eta Carina


Sonntag, 14. Juli 2019

Kasachische Ornamente

Guten Tag

Etwas mehr als ein Jahr ist es jetzt her, seit wir zu unserer grossen Reise aufgebrochen sind. Das Erlebte hier im Blog zu verarbeiten, hat sich ebenfalls als Langzeitprojekt erwiesen... Aber heute schreibe ich endlich über eine meiner Lieblingsdestinationen auf unserem Weg: Kasachstan. Genauer gesagt möchte ich euch zeigen, wie und wo die typischen kasachischen Ornamente im Alltag als Gestaltungselement benutzt werden. Denn egal ob an Gebäuden, Kissenbezügen, in der Werbung... überall waren diese geometrischen, eleganten Muster. Und so begann ich mit der Zeit, eine kleine Fotosammlung anzulegen. Daneben habe ich auch einige "reguläre Reisefotos" eingebaut, damit ihr auch von der Landschaft eine Vorstellung bekommen könnt.

Ursprünglich zierten die Ornamente das Innere der Jurten, in denen die Kasachen traditionell lebten. Zum Beispiel wurden Wandbehänge aus Filz oder Holztruhen damit verziert.

Wandbehang aus Filz, Usta Darkembaya Museum of Applied Arts, Akshi
Holztruhe, Usta Darkembaya Museum of Applied Arts, Akshi
Es gibt verschiedene Grundelemente, die immer wieder auftauchen. Vielleicht das häufigste Element ist das "qoshqar müyiz" (auf deutsch: Widderhorn), das oft in Vierergruppen vorkommt und dann eine Art Kreuz bildet. Andere Ornamente sind ebenfalls von Tieren inspiriert und haben Namen wie "qaz moyin" (Gänsehals) oder "Orkesh" (Kamelhöcker).

Diese Ornamente sind heute allgegenwärtig und werden gerne und häufig als grafisches Element eingesetzt. Moderne Versionen dürfen auch schon mal ganz unabstrahierte Kamele zeigen (Foto unten). Die Fotos sind chronologisch geordnet, so, wie wir das Land von Westen nach Osten bereist haben.

Aktau (und Mangyschlak-Halbinsel)

 

Aktau
Wir kamen mit der Fähre über das kaspische Meer nach Kasachstan, genauer gesagt Aktau. Hier fielen uns die Ornamente zum ersten Mal auf, vor allem als Verzierungen an Gebäuden. Die Umgebung von Aktau ist sehr trocken, zum Teil mit Wüste bedeckt. Daneben findet man auch Canyons und rätselhafte Gesteinsformationen.

Tamschaly-Canyon
Als nächstes ging es weiter mit dem Zug nach Türkistan. Da Zugfahrten in Kasachstan sehr lange dauern können (in unserem Fall zwei Tage), werden Decken und Bettbezüge verteilt. Auch diese waren mit Ornamenten verziert:

Duvet
Zugperron (Foto: D. Taisch)

Astana

Nach einigen Tagen im Aksu-Zhabagly-Nationalpark reisten wir dann weiter in die Hauptstadt Astana (Ich weiss ich weiss, seit März heisst die Stadt ja Nur-Sultan, aber als wir dort waren, hiess sie noch Astana, und darum nenne ich es hier auch Astana. Basta!)

Astana, Parlamentsgebäude
Astana ist eine junge Hauptstadt, und so sind auch die meisten (und beeindruckendsten) Gebäude erst in den letzten Jahren entstanden. Dabei wird die traditionelle Ornamentik grosszügig eingesetzt, auffällig zum Beispiel an der Hazrat Sultan-Moschee oder dem Nationalmuseum.

Detailaufnahme bei Hazrat Sultan Moschee
National Museum of Kazakhstan

Aber auch sonst wimmelt es von Ornamenten; egal ob auf Sitzbänken, an Schaufenstern, oder Abflussgittern...


Astana, Nurzhol Boulevard


Semei

Danach fuhren wir nach Semei. Die Stadt erlangte traurige Berühmtheit dadurch, dass im Umland jahrelang Atomwaffen getestet wurden. Die Nachwirkungen sind bis heute bemerkbar. Das Testgelände kann man mit einer Bewilligung besichtigen. Trotzdem finden wir, dass man der Stadt nicht gerecht wird, wenn man sie nur damit in Verbindung bringt, hat es hier doch auch sehenswerte Museen und Parks.

Semei, Fluss Irtysch
Semei, Bodenplatten um das "Stronger than Death"-Monument
Semei, Parkeingang

Almaty

Unsere letzte Station in Kasachstan war Almaty, die alte Hauptstadt. Die Stadt grenzt ans Transili-Alatau-Gebirge, man ist in wenigen Stunden in den Bergen. Auch der Charyn-Canyon ist in der Nähe (und auf dem Weg dorthin das eingangs erwähnte Museum).

Almaty-See
In der Stadt selber gab es dann natürlich auch wieder viele Ornamente zu entdecken. Sehr schön in dieser Hinsicht war zum Beispiel die Almaly-Metrostation (alle Metrostationen in Almaty haben ein individuelles Design, eine zum Beispiel sieht aus wie eine Raumstation!)

Almaty, Metrostation "Almaly"
Almaty, Fussgängerunterführung



Angesichts dieser riesigen Fülle hätte ich eigentlich noch viel mehr Fotos machen können. Falls ihr darum noch nicht genug habt: Dennis von "Walking Almaty" hat auf seinen Touren durch die Stadt ebenfalls fleissig Ornamente gesammelt. Er sieht die Ornamentmanie indes etwas kritischer als ich: Bestimmte Muster würden im Überfluss verwendet, während andere in Vergessenheit geraten. Auch seien die Ornamente bisweilen eine billige Möglichkeit, etwas auf die Schnelle "typisch kasachisch" erscheinen zu lassen. Dem kann ich nicht wiedersprechen, trotzdem finde ich die Ornamente schlicht wunderschön, und Teil ihrer Anziehung war vielleicht auch, dass sie vom banalen Schaufenster bis zur Vorzeigearchitektur ein verbindendes Element in Kasachstan war.
P.S.: Ich hätte eigentlich gerne noch viel mehr über das Land und die Reise selber geschrieben, einige beeindruckende Orte habe ich hier nur nebenbei erwähnt. Aber mehr zu schreiben hätte den Rahmen wieder einmal gesprengt. Wer also mehr über die einzelnen Orte erfahren möchte, dem empfehle ich Caravanistans Seiten über Kasachstan: https://caravanistan.com/kazakhstan/

Liebe Grüsse
Eta Carina



Hello everybody

It's been slightly more than a year now that we went on our big vacation. And it's still an ongoing project writing about it on this blog... But today I can finally write about one of my favourite destinations on our trip: Kazakhstan. To be more precise, I wanted to show you the typical Kazakh ornaments and how and where they are used as a design element today. On buildings, pillows or advertisment... wherever we went in Kazakhstan we found those elegant geometrical patterns. And so I began to start a small photographic collection of them. But I also added some "regular travelphotos" so you could see some of the landscape as well.

The ornaments originated from the yurts the Kazakh people traditionally inhabited. They were used to decorate felt wall hangings or wooden chests for example.

There are several recurring basic elements. Probably the most common element is the "qoshqar müyiz" (english: ram's horn), which is often used in groups of four, forming some kind of cross. Other ornaments are also inspired by animals and have names such as "qaz moyin" (goose neck) or "Orkesh" (camel humps).

Those ornaments are omnipresent today and are used as graphic elements. Modern takes may interpret the traditional elements freely and add for example, very obvious camels to the more abstract flourishes. I arranged the photos cronologically, from west to east, along our travelling route.

Aktau (and Mangischlak peninsula)

We arrived by ferry across the Caspian sea. Our first destination was Aktau. Here these ornaments came first to our attention, mainly as decorations on buildings. Aktau's surroundings are very dry, partly covered in desert. But there where also canyons and strange rock formations.

Next we took a train to Turkestan. Train rides in Kazakhstan can be very long (two days in our case), so sheets and blankets are handed out to the passengers. Those where of course also embellished with the typical ornaments.

Astana

After some days in the Aksu-Zhabagly National park we travelled to the capital, Astana (I know, I know, it's called Nur-Sultan since March, but when we where there it was still called Astana. Deal with it).

Astana is a young city and most of the buildings (the most representative ones) have only been built in the last few years. And they generously used those ornaments there. The Hazrat Sultan Mosque or the National Museum are notable examples. But there are plenty of ornaments everywhere else too, on benches, on shop fronts or drains...

Semey

Next we went to Semey. The city gained sad notoriety because for years, its surroundings were used as a testsite for atomic bombs, the aftermaths of which are still noticeable today. The test sites can be visited with a permission. But nevertheless we find that it's inadequate to merely reduce the city to its past, as there are many museums and parks worth visiting.

Almaty

Our last station was Almaty, the former capital. The city lies at the foot of the Transile-Alatau Mountains, it's a good starting point for many hiking tours. And of course there's also Charyn Canyon within reach (and the museum where I took the first photos lies on the way there).
In the city itself there where many more ornaments to spot. The Almaly metro station was very beautiful in that regard (all of the metro stations in Almaty have their unique designs, one even looks like a space station!)

Seeing that there where so many ornaments, I'm even a little bit disappointed that I didn't manage to make more photos. So in case you want to see more: Dennis of "Walking Almaty" collected a lot more on his tours through the city. However, he has a more critical view on the "ornament rush" than I have: According to him, while some types of ornaments are used are abundant, others are forgotten entirely. And often they are a cheap way to make something look "typical Kazakh"superficially. I think he's right. But I still find them very beautiful and part of my fascination might as well have come from the fact that they where used in such different situations, from high end architecture to the most trivial advertisements. It seemed like a connecting element throughout our journey through Kazakhstan.

P.S.: I would have loved to write more about the country and our travellings themselves. I mentioned a lot of the most impressive places only in passing here. But to write more would have once more be too much off-topic. But if you are interested in travelling to Kazakhstan, I recommend Caravanistans site: https://caravanistan.com/kazakhstan/

Liebe Grüsse
Eta Carina