Sonntag, 12. Mai 2019

Fantasy Basel 2019

Ihr Lieben

So, wieder zurück aus Basel. Dort war letztes Wochenende ja wieder Fantasy Basel. Wie jedes Jahr haben wir der Messehalle also einen Besuch abgestattet und uns die Convention am Samstag und Sonntag angeschaut. Hier also unser sehr subjektiver Reisebericht:

Wie angekündigt waren wir dieses Jahr am Samstag als Gruppe unterwegs, als Figuren aus dem Indie-Game "Don't Starve Together". Das war eine tolle Erfahrung; obwohl die Kostüme ja eher simpel sind, finde ich, dass wir so farblich aufeinander abgestimmt viel hergemacht haben und wir wurden auch einige Male erkannt.


v.l.n.r.: Wilson, Wendy, Woodie, Willow und Wes
Vera als Wendy (links) und ich als Willow
Neben meinem Teddybären Bernie und meinem Chester-Rucksack hatte ich mir einen schwarzen Faltenrock genäht und einen Spitzenkragen für die rote Bluse gehäkelt. Ausserdem bastelte ich aus künstlichen Blumen und viel, viel Heissleim einen Blumenkranz. Vera und ich trugen ausserdem spezielle Kontaktlinsen, um den leeren Blick, den die Spielfiguren haben, nachzuahmen. Es war nicht ganz einfach, solche zu finden, da ich nach Linsen mit Sehkorrektur suchte. Die meisten Verkäufer scheinen hingegen davon auszugehen, dass man mit solchen Linsen eh nicht viel sieht, warum also verschiedene Stärken anbieten? Schliesslich wurde ich bei Maskworld fündig. Letztlich trugen wir die Linsen dann aber doch nur wenige Stunden, da man ohne halt doch noch besser sieht.

Und zu sehen gab es natürlich wieder viel. In Basel haben Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Sparten Standplätze, an denen sie ihre Arbeiten präsentieren und verkaufen: Cosplayer, Spieleentwicklerinnen, Fantasyschriftsteller und natürlich auch Comiczeichner und Illustratorinnen. Wie z.B. Lothlenan, die klassische Gemälde mit Figuren aus der Popkultur bevölkert. Sailor Moon als Marie Antoinette? Totoro à la Monet? Am besten gefiel uns aber ihre äusserst königliche Interpretation des Ice Kings. Auch toll waren Papilios feine Zeichnungen oder digitalen Bilder, in denen sie z.B. von Menschen verlassene Städte heraufbeschwört. Und das waren jetzt nur zwei von einer ganzen Halle talentierter Leute.

Nicht zu sehen war dieses Wochenende in Basel jedoch der eiserne Thron. Der bekannte Stuhl aus Schwertern aus der Serie "Game of Thrones" hätte eine der Hauptattraktionen sein sollen. Leider blieb er am englischen Zoll hängen. Wir konnten nur spekulieren, was das Problem war. Wurde jedes Schwert einzeln als Waffenimport angesehen? Tja, auf jeden Fall sehr schade und bestimmt ein riesiger Schock für die Veranstalter. Immerhin fanden wir später an einem Stand doch noch einen Thron in der richtigen Form:

Thron gefunden!
Am Nachmittag gingen wir uns das Swiss Cosplay Happening anschauen. Eröffnet wurde es durch eine Gruppe Cosplayerinnen, die ihre Eigeninterpretationen von Disney-Bösewichten präsentierten und sich dabei von Drag Queens inspirieren liessen. Danach waren wir eingestimmt auf den Hauptteil, den Cosplay-Wettbewerb. Hier freute ich mich besonders, dass jemand einen sehr enthusiastischen Rincewind aus den Scheibenweltbüchern cosplayte.

Die Disney-Villains - erkennt ihr, wer wer ist?
Die versammelten Contest-Teilnehmer

Am Sonntag waren wir dann wieder nur zu zweit. Nun hatten wir Zeit, einige Workshops und Vorträge zu besuchen. Die Egg Sisters stellten verschiedene Giesstechniken vor, die sie in ihren Cosplays anwenden. Live zeigten sie, wie man eine Silikonform für kleine, einseitige Objekte herstellt. Ihre meisten Projekte sind aber einiges kniffliger: Zum Beispiel modellieren und giessen sie, von ihren eigenen Körpern ausgehend, passgenaue Hautelemente, Monsterzähne, spitze Ohren oder Trollfüsse zum Anziehen!

Trollfüsse, hergestellt von den Egg Sisters

Danach hielt der Comicautor und Verleger Ziki Nelson einen Vortrag darüber, wie afrikanische Comiczeichner Elemente ihrer jeweiligen Kultur in ihre Werke einfliessen lassen. Von diesem Thema hatte ich bisher sehr wenig Ahnung, obwohl es afrikanische Comics laut Ziki schon seit Urzeiten gibt: Denn was sind ägyptische Wandmalereien anders als Bildergeschichten? Wer eher zeitgenössische Beispiele sucht, sollte sich bei Kugali umschauen. Der von Ziki Nelson mitbegründete Verlag versammelt Science-Fiction-Comics von allen Ecken des Kontinents.

Gegen Ende des Tages mussten wir dann unbedingt ein Comic-Urgestein besuchen: Don Rosa, der vor allem für seine Comics über Dagobert Duck bekannt ist. Das war vor allem für Dominik ein Highlight, der mit dessen Comics aufgewachsen ist und dessen Abenteuergeschichten und detailreiche Bilder liebte.

Wir haben also wieder viel erlebt. Trotzdem stellte ich mit der Zeit eine gewisse Sättigung fest. Und damit meine ich nicht die Reizüberflutung von all den Ständen, Menschen und Musik (die natürlich auch Teil solch einer Veranstaltung ist). Vielleicht ist es eher eine Art Routine. Als die Fantasy Basel 2015 das erste Mal stattfand, war das für mich (wie für wohl die meisten Besucher) etwas ganz Neues. Man hat gestaunt, geredet und die vielen tollen Kostüme fotografiert. Auch wuchs die Veranstaltung jedes Jahr, so dass ich immer gespannt war, was neu dazukommt. Nun scheint die Convention vorerst ihre endgültige Grösse erreicht zu haben. Man weiss ungefähr, was wo zu finden ist, was einen erwartet, was man sehen will und auch was nicht. Denn das Problem ist definitiv nicht, dass zu wenig geboten würde; man kann niemals alles sehen. Aber alles interessiert ja dann doch nicht. Ich hoffe, ich habe auch deutlich gemacht, dass es nicht an der Qualität mangelt; ich habe auch dieses Jahr wieder erstaunliche Künstlerinnen und Künstler kennengelernt. Vielleicht ist mein Sättigungsgefühl schlicht eine unvermeidliche Begleiterscheinung bei jeder sich wiederholenden Veranstaltung. Aber wir haben schon Kostüm-Ideen für nächstes Jahr und ich denke, nur schon durch das Nähen und Basteln wird schliesslich doch wieder viel (Vor-)Freude entstehen.

Darum bestimmt bald auf ein Neues.
Eta Carina



Hi my dears

So, we're back from Basel. There, we had visited the Fantasy Basel convention last weekend. So, like every year, here's our very own travel report:

As announced, on Saturday we were part of a group, cosplaying as characters from the indie game "Don't Starve Together". It was a great experience; although the costumes themselves where rather simple, they looked nice all combined because of the common red-and-black-and-white colour scheme. And several people recognized us.

Besides my teddybear Bernie and the Chester-backpack I had sewn a black pleated skirt and crocheted a white lace collar for my red blouse. Additionally, I made a garland out of artificial flowers and a lot of hot glue. Vera and I also used special contact lenses to imitate the empty eye-look of our characters. It wasn't easy finding prescription contacts for this look. Most sellers seem to think that, since you don't see that well with a white shadow over your eyes, why bother with prescriptions? However, I was glad to find what I was looking for at Maskworld. But in the end, we only wore them for a few hours, since we could still see a lot better without them.

And of course there was a lot to see. At the convention, artists of different fields have their own stands, where they display and sell their work: cosplayers, game developers, fantasy authors and of course, comic artists and illustrators. Like Lothlenan, who repaints classical paintings with characters from pop culture. Sailor Moon as Marie Antoinette? Totoro à la Monet? But our favourite was here truly regal interpretation of the Ice King. We also loved Papilios delicate drawings or digital painings, where she reimagines her hometown devoid of any humans. And that's been only two examples in a whole hall of talented people.

One thing we weren't able to see this weekend was the iron throne. The famous seat made of swords from the series "Game of Thrones" was announced as one of the main attractions. But unfortunately it got stuck in customs at the English border. We could only guess what may have been the problem. Did they treat every single sword as a real weapon? Whatever the reason, it sure was a pity and a shock for the organisers. At least we found a tiny throne made out of chocolate bisquits at one of the stalls.

In the afternoon we went watching the Swiss Cosplay Happening. It opened with a group of female cosplayers presenting their own interpretations of disney villains, inspired by drag queens. After their show we where in the right mood for the main part, which was the contest. Here, I especially enjoyed that someone played Rincewind from the discworld novels.

On Sunday it was only the two of us again. Now, we had time to visit workshops and panels. The Egg Sisters introduced us to different mold making-techniques they use for their costumes. They showed live how to make a simple silicone mold for small, one-sided objects. But their projects usually include much more complex procedures: They often life cast from their own bodies, creating skin appliances, monster teeth, ears and even wearable troll feet!

The next panel was by comic author and publisher Ziki Nelson. He spoke about how African comic artists include elements of their respective culture into their works. I admittedly had known as good as nothing about this topic until then, although, as Ziki put it: African comics have existed for centuries, if you include ancient Egyptian wall paintings. But of course he also knew plenty of more contemporary examples, as he is the co-founder of Kugali, a publisher for (mostly) science-fiction comics from all across the continent.

And of course we had to see a comic legend: Don Rosa, who is most well known for his comics about Scrooge McDuck. This was especially a highlight for Dominik, wo grew up with Don Rosas Comics and always loved the adventourous stories and detailed pictures.

So like every year we've seen a lot. But I must admit that I felt a certain saturation towards the end. By that I don't mean the sensory overload from all the booths, people and constant sounds around us (which of course is also part of a convention). I think it's rather a kind of routine. When the Fantasy Basel started in 2015, it was something entirely new for me (and probably for most visitors). We looked around in amazement, talked to strangers and took photos of all the great costumes. And the event grew from year to year, always leaving me wondering what new things to expect. Now, the convention seems to have reached its definite size for now. I know more or less what to find where, what to expect, what I want to see and what's not interesting to me. Because it's definitely not that there isn't enough to do: You can never see everything. But then, by now I know that I don't have to. And I hope I also got across that we get to know amazing artists every year here, so it's not about quality either. So maybe my feeling of saturation is just an unavoidable side effect of every event you visit repeatedly. But we already have new costume ideas for next year and I'm sure I will get a lot of joy and anticipation through sewing and crafting.

So surely until next time
Eta Carina

Freitag, 3. Mai 2019

Chester

Guten Morgen

Quelle: https://dontstarve.fandom.com/de/wiki/Chester
Und weiter geht's mit meinem Willow-Cosplay! Neben Teddy Bernie nähte ich mir auch einen Rucksack. Naheliegend wäre gewesen, einfach einen schlichten Rucksack aus Leinen oder Leder zu nähen, wie er im Spiel vorkommt. Eine zeitlang hatte ich auch überlegt, einen alten Armee-Rucksack zu kaufen. Schliesslich wollte ich aber etwas, das den schrägen Charakter der "Don't Starve"-Reihe zeigte. Darum nähte ich mir einen Rucksack-Chester. Wer ist Chester? Nun, das ist eine Art haariges Monster, in dessen Magen man Items verstauen kann. Findet man im Spiel einen Gegenstand namens "Eye Bone", hüpft Chester fortan dem Spieler hinterher und trägt dessen Zeugs. Genau genommen ist es also etwas unsinnig, einen Rucksack-Chester zu machen, da Chester den Rucksack ja überflüssig macht. Aber leider habe ich keine Möglichkeit gefunden, ein hüpfendes, sich bewegendes Monster zu erschaffen, also trage ich Chester halt auf meinem Rücken herum. Den Eye Bone-Stab habe ich aber trotzdem ebenfalls gemacht, nicht dass mein neuer Rucksack mir plötzlich doch noch abhaut...

Chester-Rucksack
Chesters Form erinnert an einen Halloween-Kürbis und ich habe versucht, diese Form nachzunähen. Bei Chesters "Mund" ist ein Reissverschluss mit zwei Schiebern, so dass ich den Deckel von beiden Seiten her zumachen könnte. Das möchte ich aber nicht, da ich dann die Zunge einrollen müsste. Der Rucksack wird also immer leicht offen bleiben, so dass die Zunge heraushängen kann. Dafür ist im Innenfutter ein weiterer Reissverschluss, damit nichts Wichtiges hinausfallen kann. Die Rucksackträger sind verstellbar.

Chester sitzend (noch ohne Hörner)
Die Träger
Chester als Rucksack
Der Körper besteht aus sechs leicht gewölbten Seitenteilen, einem Boden und einem Deckel. Den Boden habe ich mit einer Bügeleinlage verstärkt und Abnäher gemacht, in der Hoffnung, dass der Boden dann beim Tragen weniger durchhängt. Ich bin mir nicht sicher, ob es etwas genützt hat.


Die Seitenwände
Der verstärkte Boden mit den Abnähern
Am Innenfutter sieht man die Ball-Form gut.

Das Innenfutter (rechts oben ist der Ansatz der Zunge sichtbar)
Daneben besteht der Rucksack aus vielen Einzelteilen: einer langen, plüschigen Zunge, mehreren Zähnen, Beinen und natürlich die Rucksackträger. Der schwierigste Teil war, diese Einzelteile zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zwischen zwei Teilen einzunähen. Im oberen Bild sieht man zum Beispiel, wie die Zunge zwischen Boden und Seite des Innenfutters eingenäht ist (die rosaroten Punkte rechts oben). Jeden einzelnen dieser Schritte zu erklären würde zu weit gehen (und wäre wahrscheinlich eher verwirrend als hilfreich). Es es brauchte jedenfalls recht viel Planung. Und prompt habe ich den Reissverschluss falsch herum eingenäht, so dass die Schieber auf der Innenseite sind. Es ist jetzt dadurch umständlich, den Rucksack zu öffnen und zu schliessen, aber alles nochmals aufmachen wollte ich dann doch nicht.

Die Zähne nähte ich zuerst einzeln und füllte sie mit Stopfwatte...
...Danach nähte ich sie an die Innenseite des Deckels, mit der einen Reissverschlusshälfte dazwischen
Mein Lieblingselement waren Chesters Beine. Ich mag nur schon die Vorstellung, dass ein haariges, kürbisförmiges Monster auf Elefantenbeinen steht, die es ihm ermöglichen, herumzuhüpfen. Es hat Spass gemacht, für jedes Bein die Zehen und Runzeln in das Kunstleder zu nähen und ich denke, ich habe die Form auch recht gut getroffen. Aber das Annähen an den Rest des Körpers war ziemlich mühsam!

Das Nähen der Zehen war wie Zeichnen mit der Nähmaschine.
Die Beine werden seitlich geschlossen.
Danach nähte ich einen runden Boden an die Beine
Die Beine, leicht gefüllt mit Stopfwatte und bereit zum Annähen
Danach nähte ich die Beine an den Boden, bevor dann die Seitenwände auch noch dazukamen
Schliesslich musste das Innenfutter mit allen Teilen dran an die Aussenteile angenäht werden. Das Ganze wurde dann verstürzt. Das selbe machte ich mit den Deckeln, aber die waren weniger gross und darum einfacher.

Das Innenfutter, mit Zähnen, Zunge und Träger, bereit, um in die Aussenseite genäht zu werden.
Ganz am Schluss wurden der fertige Deckel und der Rest des Körpers mit dem Reissverschluss verbunden. Die losen Enden des Reissverschlusses habe zugenäht und dann von Hand das Innenfutter darüber zugenäht.

Das Innenfutter, bevor die beiden Hälften von Hand zusammengenäht wurden und so die Reissverschlussenden verdecken.

Eye Bone-Stab
Der Stab war eine viel simplere Angelegenheit als Chester selbst. Ich bastelte ihn aus Papier und einer Styroporkugel, bevor ich ihn mit Kleister und Holzmehlpaste umhüllte und am Schluss noch anmalte.

Der Stab besteht im Kern aus einem zusammengerollten Stück Papier, einer Styroporkugel und zusammengeknülltem Packpapier, für's Erste zusammengehalten mit Klebband.
Auch die Hörner sind aus Packpapier
Ich bedeckte alles mit Kleister und mehr Packpapier.
Danach pappte ich eine Schicht Schubimehl drauf (Holzmehl, vermischt mit Wasser und Leim)
Danach konnte ich den Stab abschleifen und anmalen. Um den "Hals" kam noch ein bisschen Chester-Fell
Und das ist der fertige Stab:
Eye Bone
So, ich denke ich bin bereit für morgen. Der nächste Post wird wohl wieder ein Reisebericht von der Fantasy Basel sein, schaut also bald wieder vorbei!

Liebe Grüsse
Eta Carina



Good morning

And on we go with the Willow-cosplay! After teddy Bernie I sewed a backpack. The obvious thing to do would have been to sew a simple backpack out of canvas or leather, like they also have in the game. For a time I also thought about buying an old army backpack, as they also fit the style. But eventually I wanted something that represented the weird character of the "Don't starve"-series. That's why I made a Chester-backpack. Who's Chester? Well, it's some sort of hairy monster whose stomach can be used to store items. If you find an object called the "Eye bone" in the game, Chester appears and starts following you, carrying your stuff. So, if you think about it, it doesn't really make sense to make a Chester-backpack, as the thing about Chester is that you don't need a backpack anymore. But unfortunately I couldn't find a way to create a real, moving, hopping monster, so instead I'll be carrying my Chester on my back. But I did make an Eye Bone too, in fear of my new backpack disappearing anyway...

Chester-backpack
Chesters Form is reminiscent of a Halloween pumpkin and I tried to sew my Chester in a similarly round shape. There's a zipper with two sliders where Chesters mouth is, so I can close the top in the middle from two sides. Which I don't want to, because then I would have to roll in Chesters tongue. So the backpack will always stay slightly open, with the tongue hanging out. But I did add a second zipper into the lining, so nothing important will fall out. The straps are adjustable.

The body consists of six slightly curved side parts, a bottom and a top lid. I reinforced the bottom with an interfacing and added some darts so it wouldn't hang too loosely (I'm not sure if it really has that much of an effect, though).

I think you can best see the round shape of Chester in the photo of the red lining. Besides the main body, the backpack consists of many separate pieces: A long, plushy tongue, several teeth, horns, legs and the back straps. The most difficult thing was to attach all those pieces at the right time in the right place. In the photo of the lining, you can for example see that I had to sandwich the tongue between bottom and sides of the lining (the pink spots on the upper right corner). It would be too much (and too confusing) to explain every single one of those steps. But it required a lot of planning! Actually, I ended up sewing in the zipper the wrong way. Now the sliders are on the inside of Chesters mouth which makes opening and closing a little bit awkward. But then I wouldn't have wanted to open it all up again.

My favourite element where Chesters legs. I love the idea of a hairy, pumpkinshaped monster with tiny elephant's legs that enable him to jump around. It was fun sewing the toes and lines into the fake leather and I think I got the general shape quite right. But attaching the legs to the rest of the body was a real pain!

Then I had to sew the lining with all the separate pieces attached to the outer body and then turn it inside out. The same happened with the lid, but that was a lot easier.

At the very end I had to connect the finished top and the rest of the body with the zipper. I secured the loose ends of the zipper and covered them with the lining, which I sewed shut by hand.

Eye Bone
The staff was a lot more straight forward than Chester himself. I basically built it out of paper and a styrofoam ball, connecting the different parts with tape. Then I coated the whole thing with wallpaper paste and packing paper. Afterwards I added a second layer of wood flour paste. I then smoothed the surface and coloured it. I'm quite happy with the result. And now I think I'm ready for tomorrow. The next post will probably be about the Convention itself, so if you're interested you might want to check my blog again in a week or so.

All the best
Eta Carina


Donnerstag, 2. Mai 2019

Bernie

Guten Abend

Die Fantasy Basel steht vor der Tür und das bedeutet natürlich, dass ich die letzten paar Wochen damit beschäftigt war, ein neues Cosplay zusammenzustellen. Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal als Teil einer Gruppe unterwegs. Wir sind Figuren aus dem Videospiel "Don't Starve Together", das wir jeweils *öhm* in grosser Harmonie zusammen gespielt hatten. Ich bin Willow, ein Mädchen, das sehr geschickt darin ist, Dinge in Brand zu setzen.

Quelle: https://dontstarve.fandom.com/wiki/Willow

Rein nähtechnisch ist es ein nicht besonders spektakuläres Kostüm: Ich nähte mir bloss einen schwarzen Faltenrock. Eine rote Bluse hatte ich schon und musste sie nur noch abändern, Schuhe und Strümpfe konnte ich kaufen. Aber glücklicherweise kann man in diesem Game eine Unmenge an Items besitzen, finden oder herstellen. Langweilig wurde mir also nicht.

Quelle: https://dontstarve.fandom.com/wiki/Bernie
Zum Beispiel hat Willow einen Teddybären namens Bernie. Bernie sieht schon etwas ramponiert aus, aber ich nehme an, das macht seinen Charme aus. Ich nahm das offizielle Artwork als Vorlage und zeichnete daraus ein Schnittmuster. Ich nähte Bernie aus Leinen, da der Stoff einerseits schön grob ist, andererseits auch Details wie Handstiche gut zur Geltung kommen. Die einzelnen Stoffteile musste ich nach dem Zuschneiden aber zuerst mit Stofffarbe anmalen, da ich keinen Leinenstoff in der richtigen Farbe hatte.



Die angemalten Einzelteile
Bei Bernie habe ich viel von Hand genäht: Das Bauchfell, die inneren Teile der Ohren und die Schnauze sind alle von Hand aufgestickt, genau wie die Augen oder was davon noch übrigbleibt. Die Schnauze ist dadurch recht schräg geworden, aber ich behaupte mal, das passt grad gut. Bernie hat in der Zeichnung ausserdem viele schwarze Flecken, die vermutlich Brandspuren sein sollen. Ich traute mich aber nicht, den Stoff anzuzünden und nähte darum einfach mit der Nähmaschine mehrere dunkle Linien. Rückblickend hätte ich dabei ruhig noch mutiger sein und noch mehr "Narben" nähen können.

Der Bauch
Die Ohren
Damit die Schnauze weniger flach wird, habe ich zwei Abnäher gemacht

Ich war (und bin) nicht ganz sicher, wie ich Bernie die ganze Zeit mit mir herumtransportieren soll. Deswegen setzte ich vorsorglich Magnete in die Arme ein, so dass der Teddy sich "von selbst" festhalten kann.

Der Stoff ist mit Schabrackenstoff verstärkt
Schlitze einschneiden, um die Magnete festzumachen
Magnetteile einsetzen...
... und umklappen.

Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem neuen Teddybär. Aber ich muss sagen, dass ich Mühe habe, ihn kaputtzumachen, damit er mehr wie die Vorlage aussieht. Zum Beispiel müsste ich auch noch einzelne Nähte aufschneiden, damit die Füllung rausquillt. Vielleicht warte ich einfach, bis das nach zwanzig Jahren oder so von selbst geschieht...


Neben Bernie habe ich auch einen Blumenkranz und einen speziellen Rucksack gemacht, darüber schreibe ich dann wahrscheinlich morgen. Oh, und vielleicht habt ihr es an den Fotos gemerkt: Ich bin in ein neues Atelier gezogen!

Bis bald (vielleicht in Basel?)
Eta Carina



Good Evening

The Fantasy Basel takes place this weekend, which of course means that I was busy putting together a new cosplay. This year I will be part of a group for the first time. We're going to go as characters from the video game "Don't Starve Together" which we all used to play together in, erm, perfect harmony. I'm Willow, a girl with a great talent for setting things on fire.

From a sewing standpoint, this is a rather unspectacular costume: I only had to sew a black pleated skirt. I already had a red blouse (which I had to alter) and I bought the tights and shoes. But fortunately this game is full with all sorts of items that you can own, find or craft. So there where plenty of things to keep me busy.

Willow, for example, has a teddy bear named Bernie. Bernie may look a little worn, but I guess that's part of his charm. I used the official artwork as basis for drawing my own pattern. My Bernie is made of linen. I like that this fabric is rough, but at the same time details like hand stitches look nice on it. However, I had to colour all the parts after cutting them out, because I didn't have linen in the right shade of brown.

I sewed a lot from hand here: The middle of the belly, the insides of the ears and the muzzle where all stitched on by hand, as where the eyes (or what's left of them). The muzzle now is kinda askew because of that, but I think it's quite fitting. If you look at the drawing you can also see that Bernie has a lot of dark patches. Those are probably meant to be burn marks, but I didn't dare to set the fabric on fire. Instead I just sewed some dark lines back and forth with the sewing machine. In hindsight I could have made even more of those.

I was (and still am) unsure how to carry Bernie with me all the time. That's why I inserted magnets into his hands, so Bernie can hold on to my backpack or other things. 

Now I am quite happy with my new teddy bear. But I must admit that I have difficulties damaging it so it looks as tattered as the original. For example I would have to cut open some stitches so the filling will come out. Maybe I'll just wait for 20 years or so, until this happens by itself...


After Bernie I also made a flower garland and a very special backpack, I'll probably write about it tomorrow. Oh, and maybe you noticed from my photos: I moved into a new studio!

See you soon (maybe in Basel?)
Eta Carina


Freitag, 12. April 2019

Cyanotypien über's Nähen

Ihr Lieben

Letzten Monat habe ich neue Cyanotypien gemacht. Zwei Serien sind daraus entstanden: Zum einen habe ich angefangen, Arbeitsmaterialien, die ich zum Nähen gebrauche, zu arrangieren und daraus Bilder zu machen. Zum anderen habe ich meine "Cyanori"-Technik weiterentwickelt (ja, ich nenne es immer noch so...)

Für die erste Serie begann ich mit Scheren und anderem Schneidwerkzeug. Danach benutzte ich auch Spulen und Massbänder, legte eine Ansammlung von Knöpfen und anderen Schliessen aus. Zuletzt belichtete ich noch Einzelteile meiner Nähmaschine (das brauchte die meisten Versuche, bis ich zufrieden war).





Zwei entwickelte Cyanotypien beim Trocknen:



Bei den Cyanoribildern fing ich zuerst wieder an, mit Vorstichen durch den Stoff zu nähen und sie nach Gefühl zusammenzuraffen. Das gab zwar zwei schöne Bilder, das Resultat ist so aber generell schwierig zu kontrollieren, da sich der Stoff garantiert nie so faltet, wie man es gerne hätte.

Spiralförmig nähen und zusammenziehen


Parallel nähen und zusammenziehen
Ich kam dann auf die Smok-Technik. Dabei wird der Stoff auch durch zusammenziehen gemustert. Anders als bei mir werden aber in regelmässigen Abständen Rückstiche gemacht, damit die Falten genau an Ort und Stelle bleiben. Gewöhnlich wird dafür zuerst ein Raster auf den Stoff gezeichnet, damit man weiss, wo sticken. Und gewöhnlich werden die Falten natürlich nicht wieder aufgemacht. Sehr hilfreich fand ich die Videos von Azalia Designs. Dort werden verschiedene Grundformen aufgeführt und erklärt. Ich probierte einige davon aus und schaute, wie sie wirkten. Eine faszinierende Technik, mit der man noch viel experimentieren könnte!




Als Stoff benutzte ich wieder beschichtete Leintücher, wie in meinen ersten Cyanotypie-Versuchen. Diese sind fein gewebt und trotzdem robust. Das war wichtig, da ich die Bilder am Schluss auf Keilrahmen spannte. Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle Schritt für Schritt zeigen, wie ich dabei vorgegangen bin. Es war dann aber viel einfach "Try and error", vor allem bei den Ecken, so dass ich nicht viel Hilfreiches dazu sagen kann.

Bildausschnitt suchen

Ecken einschneiden

...und tackern!
Das Beste ist aber, dass ich die Bilder im Stoffladen Alja in Luzern zeigen darf. Ich freue mich sehr, dass das möglich war! Hoffentlich spricht es die Leute an. Und wenn ihr in den nächsten paar Wochen grad sowieso in Luzern seid, könnt ihr ja mal vorbeischauen...
Liebe Grüsse
Eta Carina





Hello

Last month I made several new cyanotypes. I made two series of pictures: One where I arranged materials and tools I use for sewing. And one where I worked further on my "Cyanori"-technique (yes, I'm still calling it like that...)

I began the first series with arranging scissors and other tools for cutting. Then I proceeded to spools and measuring tape and laid out different buttons and other closures. Finally I took out the different parts of my sewing machine and exposed those (that last one took me the longest until I was happy with the result).

For the Cyanori pictures I started with doing a running stitch and then gathering the fabric. This lead to two nice images, but ultimately the results where just to hard to control like that. The pleats would just never be like I wanted them to.

Then I got the idea to use smocking. With this technique you also create a pattern by gathering the fabric. But here the folds are stabilized by regular backstitches to keep the folds in place. Usually you first draw a grid onto the fabric to know where to stitch. And of course, usually the stitches remain. I found Azalia Designs videos very useful. She shows and explains a wide variety of standard smocking patterns. So I could just look them up and try some of them out. It's a fascinating technique with a lot of possibilities for experimenting.

Like in my first cyanotype attempts I used linen sheets. They are finely woven but at the same time robust. This was important as I would stretch the pictures over a wooden frame. I had actually planned to give a step-by-step turorial for this, but a lot of it was just "try and error", especially when it came to getting the corners straight, so I haven't got a lot of helpful tips on that.

But the best part is that I can show those pictures at the Alja fabric shop in Lucerne. I am very happy that this is possible! I hope the customers will enjoy my pictures. And who knows, if you happen to be in Lucerne the next few weeks, you could go and have a look for yourself...
Best wishes
Eta Carina