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Sonntag, 15. November 2020

Panorama-Rock

Panorama gestickt
 

Ihr Lieben

Hoffentlich seid ihr alle wohlauf. Ich möchte mich in aller Form entschuldigen, dass ich hier so lange nichts Neues mehr geschrieben habe. (Ein Bild auf Instagram zu posten geht aber auch viel schneller als verständlich zu beschreiben, was man denn da genau gemacht hat!) Der letzte Entwurf, an dem ich auf diesem Blog gearbeitet habe, trägt den Namen "Sommerklamotten"! Tja, das ist für dieses Jahr wohl definitiv gelaufen. Allerdings war ich nicht untätig. Heute geht es um einen nicht besonders sommerlichen, aber ziemlich aufwändigen Rock, den ich vor ein paar Wochen genäht habe.

Sonntag, 4. August 2019

Katazome - erste Versuche

Ihr Lieben

Ich probiere etwas Neues im Moment. In Japan habe ich viele wunderschöne Tücher mit hübschen Designs gesehen, meistens in einem länglichen Format. Diese Tücher nennt man Tenugui.
Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass die Tücher in einem bestimmten Färbeverfahren hergestellt werden, das Katazome (oder Chusen) heisst. Man schneidet Papierschablonen mit den gewünschten Motiven zu. Mithilfe dieser Schablonen druckt man dann eine Paste auf den Stoff. Danach färbt man den Stoff ein. Dort, wo die Paste auf dem Stoff ist, kommt keine Farbe hin, die Stellen bleiben weiss.

Hier ist ein Tenugui, das ich in Nara gekauft habe:
Tenugui aus Nara

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Blumenrock mit Stickereien

Guten Abend

Ich habe einen neuen Rock gemacht. Tadaa:


Als vage Inspiration dienten Blumenmuster, wie man sie z.B. auf Trachten oder bei Bauernmöbeln sieht. Dank Dominiks Grossmutter haben wir sogar selbst einige solche Möbel in der Wohnung stehen (auf dem untersten Foto guckt links z.B. eine kleine Kommode mit Blumenmuster hervor). Mehr Bilder findet ihr auf einem meiner Pinterest-Boards:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/trachten-stickereien-bauernmalerei/
 
Drucken
Zuerst druckte ich das Muster auf den Stoff. Das machte ich mit zwei Folien (eine für die grüne Farbe, eine für die Rote). Wenn ihr genau wissen möchtet, wie das funktioniert, könnt ihr es in einem früheren Post nachlesen: Schablonendruck mit Wappen.
Diesmal verwendete ich aber nicht Klebfolie, sondern Acetatfolie, die ich dann mit Leimspray besprühte. Das machte ich so, weil ich das Muster ja mehrere Male wiederholte. Die Klebfolie wäre mit der Zeit kaputt gegangen. Die Acetatfolie ist stärker und man kann immer wieder neu Leim aufsprühen, wenn die Folie nicht mehr so gut hält. Ausserdem ist das Muster gespiegelt, ich musste die Folie also bei jeder zweiten Wiederholung drehen.

Muster zeichnen
Muster auf Folie übertragen und ausschneiden
Auf Stoff drucken. Damit das Muster gespiegelt werden kann, muss die Folie gut gewaschen und dann gedreht werden.
Das fertige Muster, wofür ich zwei Folien brauchte: Eine für die Blätter, eine für die Blüten.

Sticken
Danach fand ich das Ganze aber noch etwas zu schlicht, darum stickte ich den Formen entlang. Und um noch eins draufzusetzen, nähte ich zusätzlich noch Perlen an. Damit der Stoff immer schön gleichmässig gespannt bleibt, kaufte ich mir einen Stickrahmen. Ausserdem legte ich Stickvlies unter den Stoff. Stickvlies macht den Stoff zusätzlich stabiler. Am Schluss reisst man es wieder weg, was eine riesen Sauerei gibt. Das Sticken war mit Abstand der aufwändigste Teil vom ganzen Rock! Aber ich finde, es hat sich gelohnt.

Stickrahmen
Die gestickten Linien...
... und die Perlen

Der Rock selbst ist eigentlich recht schlicht: Unten ist eine kleine Klöppelspitze, oben ein Bund, bei dem am Rücken Gummibänder durchgezogen sind. Speziell ist vielleicht, dass der Rock oben nicht gleichmässig gerafft ist: Vorne ist er gar nicht gerüscht, dafür an den Seiten um so stärker. Ich habe das gemacht, damit das Muster besser sichtbar ist, bin aber das wäre wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen.
Man kann den Rock mit einem längeren Rock und einem Petticoat zu einem ziemlich voluminösen Lolitarock kombinieren. Oder man trägt ihn einfach so, das geht auch.




Good evening

So I made a new skirt. Ta-dah!

As a vague inspiration I looked at floral ornaments like you can find on traditional Swiss costumes or farm furniture. Thanks to Dominiks grandmother we also have some such furnitures in our apartment (there's a small chest of drawers peeking out on the last picture, for example). You can see more pictures on one of my pinterest boards:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/trachten-stickereien-bauernmalerei/
 
Printing
First I drew a flower-pattern and printed it onto the fabric. I used two different films (one for the green colour, one for the red one). I already made a post about how to print with films, if you want a more precise explanation: Schablonendruck mit Wappen.
But this time I didn't use adhesive foil but acetate film. I then used spray glue on it, so it would stay in place. I decided to do it that way because I had to repeat the pattern several times and the adhesive foil wouldn't have been stable enough. I also had to turn the film around in order to mirror the pattern, which also wouldn't have been possible with the adhesive foil.

Embroidery
I fount the printed pattern alone was too plain, so I started to stitch around the edges of the ornament. And to make it even fancier, I then added beads. I bought a embroidery frame to keep the fabric flat during embroidering. I also had a tear away stabilizer underneath the fabric, which made the fabric even stronger. The tearing away was really messy, because I had hundreds of shreds, but otherwise it worked well! The embroidery was by far the most laborious part of the whole skirt! But I think it was really worth it.

The skirt itself is really rather simple: It has a small lace at the bottom and a waistband with elastics at the back. One thing is special though: The skirt isn't evenly gathered all around, it is flat at the front, but ruffled stronger at the sides. I did this so the print would be better visible, but I don't think this was really necessairy.
It is possible to turn the skirt into a very voluminous Lolita skirt together with a longer skirt and a petticoat. But you could also just wear it as it is, I find that looks fine too.

Good night
Eta Carina

Mittwoch, 14. Januar 2015

Mehr Wappen

Fangen wir 2015 unspektakulär an. Mit einer Fortsetzung.
Im September zeigte ich euch einige Familienwappen, die ich für den "Mittelaltermarkt zu Luzern" druckte. Nun hatte ich endlich Zeit, einige mehr zu machen (und ich werde bis zum Markt auch noch ein paar weitere nähen). Es handelt sich dabei um die Familienwappen der Leute, die den Markt organisieren. I nahm diese drei anfänglich nur zusammen, weil sie alle die gleiche Hintergrundfarbe hatten. Und weil ich die Schablone für den Dreiberg (ganz unten) gleich mehrmals verwenden konnte. Aber dann bemerkte ich, dass sie auch sonst zusammenpassen: Das mittlere Wappen vereint die Symbole der beiden anderen (den Ring und den Stern). Was für ein erstaunlicher Zufall! Vielleicht sind diese Familien auf eine lang vergessene, mysteriöse Weise miteinander verbunden. Wer weiss? Ihr glaubt nicht, wie ungemein mich dieses Detail erfreut.


Arbeitsplatz-Impressionen. Yay!

Das ist für den Moment alles.

Alles Gute. Wirklich.
Eta Carina



Let's start the 2015 unspectacularly! With a sequel!

In September I showed you those coat of arms I printed for the "Mittelaltermarkt zu Luzern". Now I finally got round to do some more (and I will sew another set too). As I mentioned before, those are the coat of arms of the fairs' organising staff. I chose to make these three in a row simply because they all required the same fabric. But then I realized that they actually fit together in another way: The middle one combines the symbols of the other two (the ring and the star). What amazing incident! Are their families united in a long forgotten mysterious way? You wouldn't possibly believe how much I enjoy this detail.

That's all for now.

All the best. Really.
Eta Carina

Sonntag, 28. Dezember 2014

Mannish Man T-Shirt

Guten Nachmittag

Grosse Neuigkeit! Dies ist mein erster Post über ein Kleidungsstück für Männer. Und was wäre passender für einen Mann als ein T-Shirt mit einem wahrhaft männlichen Motiv? Die Rede ist von Mannish Man, the Manly Minotaur aus Adventure Time.



Da es eine Überraschung war, musste Dominik Modell stehen
 
Das ist der Lieblings-Charakter meines Bruders. Ich machte ihm zwei T-Shirts auf Weihnachten. (Anfangs hatte ich gar nicht vor, gleich zwei Shirts zu machen, druckte aber zur Sicherheit auf verschiedene Stoffe. Als dann beide gut herauskamen, konnte ich mich nicht entscheiden, welche Farbe mir besser gefällt bzw. welche meinem Bruder mehr zusagen würde). Damit wollte ich ihm danken, dass er mir diese super Serie gezeigt hat. Es dauerte zwar etwas länger, bis die Serie von mir die Beachtung bekam, die sie verdient, aber besser spät als nie, nicht war?
Merci :-)

Das Sieb bemalen

Schablone (rechts) und Druck (links)

Technisch gesehen ist der Druck eine Kombination aus Schablonendruck (für die orangen Flächen) und Siebdruck (für die schwarzen Linien). Die T-Shirts sind noch aus einem anderen Grund eine kleine Innovation: Das ist mein erstes Projekt in diesem Blog, bei dem ich Jersey verwende. Ich habe erst vor Kurzem angefangen, damit zu arbeiten und finde es sogar etwas einfacher als Baumwolle, weil das Material kleine Unebenheiten vergiebt. Andererseits... T-Shirts sind ja auch etwas einfacher als Röcke mit Rüschen dran. Mal schauen, wie lange es geht, bis ich meine Meinung ändere.

Alles Gute
Eta Carina



Good afternoon

What novelty! This is my first post about a piece of clothing for a male person. And what would be more adequate for a man to wear than a t-shirt with a truly mannish motif on it? I'm talking about Mannish Man, the Manly Minotaur from Adventure Time. It's my brother's favourite character and I made him two shirts for christmas. (I didn't plan to make two shirts, I just tried several prints and in the end I couldn't decide which colour I liked better). Like this I wanted to thank my brother for showing me this awesome series. Allthough it took me quite a while until I really gave this show the attention it deserves, but I guess it's better late than never. Thank you!

Technically, the print is a combination of stencil printing (for the orange areas) and screen printing (for the black lines). And there's another "technical innovation": This is my first project with stretchy fabric. I only learned how to work with this very recently and I think it's easier than with cotton, because the fabric forgives little irregularities. Allthough T-Shirts are naturally easier than ruffly skirts. We'll see if I won't change my opinion.

All the best
Eta Carina

Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachtskarten 2014

Ihr Lieben

Wie letztes Jahr habe ich auch diesmal wieder einige Weihnachtskarten gemacht. Dieses Jahr sind sie siebgedruckt... oder gesiebdruckt? Wie auch immer, ich hatte noch kleine Holzrahmen übrig, die ich mit Vorhangstoff bespannt und anschliessend bemalt habe. Wer wissen will, wie man das ganz genau anstellt, kann es in diesem älteren Post nachlesen:
Siebdruck mit Bilderrahmen




 


Einige technische Anmerkungen für alle, die selber drucken (wollen):
1. Bisher hatte ich Riesen-Radierer als Rakel verwendet. Bankkarten funktionieren aber auch, wie ich hier herausgefunden habe. Das geht natürlich bei kleinen Rahmen am Besten.

2. Ich hatte solche Bilderrahmen bisher nur zum Stoff bedrucken verwendet. Das Bedrucken von Papier stellte sich als etwas schwieriger heraus. Am schwierigsten war, geeignete Druckfarben zu finden. Acrylfarben wollte ich nicht nehmen, denn diese wären nach kurzer Zeit eingetrocknet und hätten das Sieb unwiderruflich verklebt. Also probierte ich Gouache- und Linoldruckfarben. Diese trocknen weniger schnell, Gouache ist sogar wieder mit Wasser lösbar, nachdem es schon getrocknet ist. Allerdings hatte ich von beiden Farben solche, die zu flüssig waren und darum verliefen (links) und solche, die zu trocken waren und darum kaum durch den Stoff durchkamen (rechts). Bei den trockenen Farben sah man deswegen die Stoffstruktur, was ich eigentlich schön fand. Nach einigen Drucken war dann das Sieb aber leider verklebt und ich musste es neu waschen. Wenn ihr ebenfalls Papier so bedrucken wollt, solltet ihr also besser mehrere Farbsorten im Haus haben und zuerst testen, welche am besten geeignet sind. Beim Stoff bedrucken stellt sich dieses Problem weniger, da die Farben auf den Verwendungszweck abgestimmt sind und vom Stoff auch besser aufgesaugt werden.

So, das waren jetzt aber genug technische Details! Jetzt wünsche ich euch allen ganz schöne Festtage!Liebe und Lebkuchen
Eta Carina



Dear readers

Like last year I made some Christmas cards. This year I screenprinted them. I still had some small wooden frames left which I coated with curtain fabric. Then I painted the motif on the frame. I wrote a more detailed tutorial about this technique some months ago:
Screenprinting with wooden frames

Here are some technical tipps for everyone who wants to try this too:
1. I normally use huge erasers to press the paint through the fabric. If you don't have such a thing you can also use plastic bank cards. This works best with small frames.

2. Printing on paper turned out to be a little bit more complicated than printing on fabric. The most difficult thing was finding adequate paint. I didn't wan't to use acrylic paint because it dries very fast and would have sealed the screen irremovably. So I tried gouache and linoleum print paint instead. They dry slower, you can even resolve gouache with water after it dried. But of both kinds of paint I had specimen that were too liquid and would dissolve (last picture on the left) and I had others that were too dry and would hardly make it through the fabric (on the right). The fabric structure remained visible when I printed with the dry colours. I liked the look of that, but after a few prints only very little paint came through, because the paint had already started to dry and I had to wash the frames and start new.
So if you want to screenprint on paper, better buy several different sorts of paint and test in advance.
Printing on fabric is easier because there are special inks for this task and the fabric absorbs the excess paint.

So, that's definitely enough technical details for now! Now I really wish you happy holidays!

Love and gingerbread
Eta Carina


Dienstag, 30. September 2014

Schablonendruck mit Wappen

Ihr Lieben

Heute möchte ich euch eine weitere Möglichkeit zeigen, wie man Stoff bedrucken kann: Den Schablonendruck. Ich zeige euch diese Drucktechnik anhand einiger Wappen, die ich für den Mittelaltermarkt zu Luzern nähe. (ich helfe, den Markt zu organisieren). Wir suchten nach einer Möglichkeit, den Markt zusätzlich zu dekorieren. Da hatten wir die Idee, dass jedes Vereinsmitglied herausfinden sollte, wie sein oder ihr Familienwappen aussieht. Diese Wappen hängen wir dann auf. Ich find's toll, dann können wir am Markt alle herumstolzieren, uns wie die Mitglieder von alten und einflussreichen Familen fühlen und Intrigen gegeneinander spinnen ;-) Das Wappen, das ich hier drucke, ist übrigens meines. Glaube ich zumindest. Mehr dazu am Ende des Textes.

Zur Technik:
Wie beim Siebdruck handelt es sich dabei um ein Durchdruck-Verfahren. Das heisst: Gedruckt wird, wo die Farbe durchkann, wo es also "Löcher" in der Schablone hat. Als Schablone nehmt ihr am einfachsten Klebefolie, es gehen aber auch dickere Papiere oder normale Folien, die man mit einem Sprühkleber auf dem Stoff fixiert.
Auf diese Weise lassen sich schnell grössere Flächen mit kräftigen Farben bedrucken (verglichen z.B. mit Stempeldruck). Allerdings kann man die Klebfolien nur wenige Male benutzen, da sie bei jedem Mal weniger gut halten (die Schilfrohrfolie habe ich zweimal verwendet, zuvor musste ich sie aber schon mehrmals wieder wegnehmen, bis sie gut platziert war. Die Farbe ist bereits an einigen Stellen durchgesickert).
Ja, das mit dem Durchsickern konnte ich bis jetzt noch nicht ganz verhindern. Da man die Motive zuschneiden muss und die Folie beim Abziehen leicht verklebt, sind auch allzu komplizierte Muster schwierig.

Und so geht's:
Das Motiv wird zuerst mit wasserfestem Filzstift oder Kugelschreiber auf die Folie gezeichnet. Wenn ihr Buchstaben habt, denkt daran, auf der Folienseite, nicht auf der Papierseite, zu zeichnen, sonst wird das Bild seitenverkehrt! Weil mein Motiv recht gross war, musste ich sehr nahe an den Rand. Praktischer ist aber, wenn ihr bei eurer Folie ca. 5 cm Rand lasst. So könnt ihr sie leichter lösen und ihr druckt auch weniger schnell über den Rand hinaus.



Schneidet das Motiv aus. Nehmt nun die Folie vom Papier und klebt sie auf den Stoff. Ihr könnt den Stoff mit Klebband am Tisch oder Boden festkleben, damit sich weniger Falten bilden. An Stellen, wo das Motiv nah am Folienrand ist, solltet ihr zusätzlich noch Klebeband auf den Stoff kleben, damit ihr nicht aus Versehen auf den ungeschützten Stoff druckt. Auch Stellen, wo die Folie gerissen ist oder ihr zu weit geschnitten habt, könnt ihr so retten. Drückt die Folie überall gut fest, damit die Farbe nirgends ungewollt durchfliessen kann.


 
Zum Drucken habe ich Textilfarbe verwendet. Diese gibt es "normal" oder als Deckfarbe, wenn ihr auf dunklen Stoff drucken wollt. Die Farbe wird mit einem Schwamm trocken aufgetupft. Das Bild wird gleichmässiger, wenn ihr wenig Farbe nehmt und dafür mehrmals darübergeht. Stellen, die in einer anderen Farbe gedruckt werden, kann man ebenfalls mit Klebband abdecken (wie bei mir beim Übergang zwischen Stengel und Blüte bzw. bei den Blättern).






Die Farbe muss nach dem Trocknen noch durch Bügeln fixiert werden.

Die Wappen, die ich bis jetzt fertig genäht habe.
"Kannst du den Löwen nicht ein bisschen… du weisst schon… böser machen?"

Zum Wappen selbst:
Wappen sind eine komplizierte Angelegenheit. Oft ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, wie das eigene Familienwappen aussieht, weil es entweder gar keines, oder gleich mehrere gibt. Mir ging es genau gleich, bis "mein" Wappen in einer Kiste voll Zeugs, das meinem Grossonkel gehört hatte, auftauchte. Dieser war nämlich mit dem bisherigen Familienwappen gar nicht zufrieden. Was eine Schande ist, denn ich find es eigentlich viel origineller:


Was es wohl darstellen soll? Die Schaufel war schon dort vorhanden. Sind wir eine Familie von Totengräbern? Dafür sind die Kleider dann aber vielleicht doch zu schick. Oder Schatzsucher? Ich bin sicher, die Wahrheit ist wie so oft viel uninteressanter. Wie auch immer, besagter Onkel fand das Männlein wohl zu wenig repräsentativ und wünschte sich eine, wie es in einem Brief heisst, "etwas heraldischere Darstellung". Diese erstellte die Wappenkommission dann auch, nämlich die gezeigten Schilfrohre. Aus dem Brief geht allerdings nicht hervor, ob diese Änderungen auch die Geschwister (und deren Nachkommen, also auch mich) betrifft. Und darum erlaube ich mir, beide Wappen ganz beliebig zu verwenden. Ich hoffe, das wird meine Nachkommen dereinst nicht all zu sehr verwirren.



My dear readers

Today I'd like to show you another possibility to print on fabrics: The stencil print.
Im going to introduce this method by some coats of arms which I'm sewing for the Mittelaltermarkt zu Luzern. (I help organizing the market). We were looking for a possibility to decorate the market and came up with the idea to use the crests of the members of the organising committee for that purpose.
I really like that, now we can all prance around the market, feeling like members of some old and important family and planning intrigues ;-) The emblem in my example is that of my own family. Or at least I think so. Read more about this at the end of this post to find out what I mean.

About the method:
Like with screen printing there are areas where the ink can get through ("holes" in the stencil) and areas where it can't. The easiest material to make a stencil is adhesive foil. But you can also use thicker papers or normal plastic sheets. These can be affixed to the fabric via an adhesive spray.
With this technique you can quickly print bigger surfaces in bold colours (compared to stamp printing for example. The downside is you can only use a foil very few times, as it will stick to the fabric less and less (I used the foil for the reed two times, plus the extra times I needed to place it properly, and the colour already seeps through). Seeping is a general issue here, at least for me. As you have to cut out the motifs and the foil gets tangled up very quickly, very complicated patterns are difficult to print.

And that's how it works:
Draw your motif with a waterproof pen. If you want to use letters, see that you draw on the gleamy side of the adhesive foil, otherwise the letters will be inverted! My image was quite large, so I had to draw at the corners of the foil. But it is way easier when you leave an edge of about 5 cm. Like that you can peel off the foil more easily and you won't print over the edge.

Now cut out the image, remove the plastic and stick it onto the fabric. You can also tape the fabric to your table or floor so it won't crease. When the motif is very near the edge, add tape there too. You can also mend cracks with the help of tape. Make sure the foil is very well pressed on so no ink can seep through.

I used fabric paint for printing. Make sure to use highly pigmented paint if you want to print on darker fabric. Dab the paint through the stencil with a dry sponge. You will get a more even look by applying several thin layers instead of only one thick layer. Areas in different colours can first be covered with tape (like I did between the stem and the blossom or at the leafs).

After drying the ink needs to be affixed by ironing.

About my coat of arms:
Heraldry is a complex thing. It's often difficult to find out your family's coat of arms because there are either none or too many. It was the same in my case until "my" emblem showed up in a cardboard box filled with my great-uncles' stuff. As it turned out, this uncle hadn't been happy with our former coat of arms. Which is a pity, because I find that one much fancier: A man with a shovel and a yellow top hat. I wonder what he's supposed to be. A gravedigger? Rather not with those fine clothes. Or is he hunting for treasures? I'm sure the truth would be quite disappointing. However, said uncle didn't seem to find the little man representative enough and wished for, as it says in a letter, "a more heraldic design". So the heraldic commission proposed this new, old looking design with the reed. But the letter gives no hint if this change applies for his siblings and their descendants (like me) as well. So I allow myself to freely use whichever version I think suits best. I hope this won't confuse my descendants all too much.




Freitag, 19. September 2014

Modeschau Museumsnacht St. Gallen

Hallo!

Vor zwei Wochen hatte ich die einmalige Gelegenheit, mein Blattgold-Kleid über einen Laufsteg zu führen! Wie kommt's? Es war Museumsnacht in St. Gallen und das Textilmuseum hatte die Schweizer Lolitas angefragt, ob wir unseren Modestil gerne an einer Modeschau präsentieren würden, passend zu ihrer aktuellen Ausstellung "Kirschblüte und Edelweiss". Sie hatten sich wohl noch lebhaft daran erinnert, wie wir das Museum 2013 besuchten, schliesslich sind wir nicht ganz unauffällig ;-)
Zuerst war ich etwas enttäuscht, dass ich keine Zeit hatte, ein neues Outfit zusammenzustellen. Aber am Schluss war das ganz egal, es war eine wunderbare Erfahrung. Es gab zwei Durchgänge, bei denen wir die verschiedenen Substile von Gothic über Klassik bis Kodona zeigten, charmant moderiert von Aya und Lea. Vor allem die spätere Aufführung war sehr gut besucht. Am Ende war ich richtig müde, aber glücklich.

Fotograf: Dominik Taisch (Ausschnitt)

Zwischen den Aufführungen hatte ich auch die Gelegenheit, mir die Ausstellung selbst genauer anzuschauen. Sie zeigt, auf wie viele verschiedene Arten sich Japan und die Schweiz in den letzten 150 Jahren gegenseitig beeinflussten und Wissen, Güter aber auch Vorstellungen über das jeweilige Land austauschten. So exportierte z.B. St. Gallen nach Japan viel biederere Muster, als in der Schweiz tatsächlich zu der Zeit angesagt waren, weil sie dachten, das würde dem Geschmack und der Vorstellung der japanischen Kundschaft eher entsprechen. Umgekehrt war in Japan das Herstellen möglichst volkstümlicher Handwerksarbeit für das Ausland eine einträgliche Einnahmequelle.

Aus neuerer Zeit waren Fotos von Shoichi Aoki zu sehen, welche die Mode im Harajuku-Viertel in Tokio zeigen, aus der ja unter anderem auch die Lolita-Mode hervorgegangen ist.

Foto: Textilmuseum
Gleich daneben hing eine kleine Auswahl der Fotoserie "Portraits de Lolitas: Princesses Modernes" von Natalia Mansano. Hier wurden Lolitas aus der Westschweiz portraitiert.
Mehr Informationen dazu findet ihr auf dem Blog von Pyl, die auch an dem Projekt mitgearbeitet hat:
http://unlapindanslethe.blogspot.ch/2014/05/portraits-de-lolitas-princesses-modernes.html

Am Beeindruckendsten fand ich aber die Katagami-Schablonen. Katagami, so lernte ich an diesem Abend, ist eine Stoff-Drucktechnik, bei der eine farbabweisende Masse durch Schablonen hindurchgepinselt wird. Wenn man den Stoff anschliessend färbt, bleiben die bedruckten Stellen ausgespart. Für die Schablonen verwendet man verleimtes Papier, aus dem dann Ornamente, Pflanzen oder Tiere ausgestanzt werden. Das Spezielle daran ist die unglaubliche Feinheit der Schablonen. Manche sind so fein, dass sie mit Hilfe von Seidenfäden stabilisiert werden müssen! Diese Papierschablonen sind im Grunde faszinierender als die Stoffe, die damit bedruckt wurden und waren deshalb begehrte Souvenirs.

Foto: japanesetextileworkshops.blogspot.ch
So viele neue Eindrücke!
Bis bald
Eta Carina



Hi there

Two weeks ago I had the unique chance to walk on a catwalk in my Leafgold-dress! How did it happen? It was Museum Night in St. Gallen, which is when all the museums stay open until late at night. The Textilmuseum had asked the swiss Lolitas if we wanted to present our dressing style at a fashion show, as it fitted nicely with their current exhibition "Kirschblüte und Edelweiss". I guess they could still remember us lively from where we visited the museum in 2013 :-)
First I was a little bit disappointed that I didn't have the time to create a new outfit. But in the end it really didn't matter. It was a great experience. There where two runs, where we presented the different substyles from gothic over classic to kodona, charmingly moderated by Aya and Lea. Especially the later run was very well attended. At the end I was really tired but very happy.

Between the shows I had time to visit the exhibition. It shows the different ways in which Japan and Switzerland influenced each other over the last 150 years and exchanged knowledge, goods and also ideas about their countries. For example St. Gallen exported patterns to Japan that where much more conventional and traditional than the ones they sold in Switzerland. They hoped this would correspond more with the expectations of the customers there. On the other hand, producing "really traditional" handicraft for abroad was a lucrative business in Japan.

As a more contemporary example they showed Shoichi Aoki's street snaps from the Harajuku area in Tokio. It was there that Lolita fashion is said to be born.
Next to Aokis photographs was a small choice from the photo serie "Portraits de Lolitas: Princesses Modernes" of Natalia Mansano. She portrayed Lolitas from the french-speaking part of switzerland.
You can read more about it on Pyl's blog, as she was also part of the project:
http://unlapindanslethe.blogspot.ch/2014/05/portraits-de-lolitas-princesses-modernes.html

But what probably was most impressive to me where the Katagami stencils. Katagami, as I learnt that night, is a textile printing technique. A dye-repellent paste is brushed through those stencils. When the fabric is dyed later, the places where you printed on stay white. The stencils are made of glued-together paper from which ornaments, plants or animals are carved out. What makes these stencils so special is their fragility. Some of them are so delicate that they have to be stabilized by silk threads! Those stencils are somehow more fascinating than the fabrics that they are used for, which made them popular souvenirs.

So many new impressions!
See you
Eta Carina


Freitag, 27. Juni 2014

Siebdruck mit Bilderrahmen

Wie könnte man eigentlich Stoff selbst bedrucken? Eine Möglichkeit, die ich schon ausprobiert hatte, waren Stempel, aber diese Methode ist weniger für Kleider sondern eher für kleinere Dinge geeignet (obwohl ich noch überhaupt gar nichts aus diesen Stoffen gemacht habe. Schande über mich). Im Buch "Stoffe entwerfen und bedrucken" von Laurie Wisbrun las ich, wie man kleine Bilderrahmen zu Siebdruckrahmen umfunktionieren kann, indem man durchlässigen Stoff darüberspannt. Da der Stoff dünn ist, kann man Farbe durch den Stoff durchdrucken. Die Stellen, die weiss bleiben sollen, müssen abgedeckt werden. Im Buch wird vorgeschlagen, dass man Formen aus Klebefolie ausschneidet und auf die Rahmen klebt, wo kein Loch in der Folie ist, da kommt auch die Farbe nicht durch. "Schön und gut", dachte ich, "aber was ist, wenn man etwas aufwändigere Bilder, sagen wir mal von Jugendstilbalkonen drucken will?"
Deshalb habe ich, statt den Stoff abzukleben, mit Acrylfarbe draufgemalt. Nachdem das Acryl getrocknet ist, ist es wasserfest und hält auch recht viel aus. Dafür kann man den Rahmen später leider nicht mehr für ein zweites Motiv brauchen, ausser man nimmt den ganzen Stoff wieder weg vom Rahmen. Mich persönlich stört das überhaupt nicht, da Rahmen in Brockis günstig sind und sie auch als Objekte selber hübsch anzuschauen sind.
Als ich anfing, mit den Bilderrahmen zu drucken, dachte ich, ich könne diesen Post "easy-peasy Siebdruck" oder etwas in der Art nennen. Dem ist aber nicht so! Es ist eine zeitaufwändige Methode, und ich brauchte mehrere Anläufe, bis alles funktionierte (Deshalb sind auf den Bildern auch verschiedene Rahmen und Motive zu sehen, lasst euch davon bitte nicht verwirren). Und natürlich kommt die Qualität auch nicht ganz an "echtes" Siebdrucken (D.h. spezielle Rahmen und lichtempfindliche Schutzschicht) heran. Auch eignet sie sich nicht für grosse Motive. Aber trotzdem ist es eine sehr preiswerte Möglichkeit, feine Stoffmuster zu drucken. Hier also eine Anleitung:

Material

  • Holz-Bilderrahmen ca. A5-A6
  • Vorhangstoff
  • Tacker
  • Hammer
  • Bildvorlage
  • Acrylfarbe
  • Pinsel dünn und dick
  • Karton
  • Textilfarbe
  • XXL-Radierer ("Rakel")
  • Stoff zum Bedrucken

1. Stoff suchen
Im Idealfall wäre der Stoff so fein, dass man leicht hindurchdrucken kann, aber so dicht gewebt, dass man problemlos darauf malen kann. Das scheint mit Alltagsmaterialien leider nicht möglich zu sein. Futtertaft ging z.B. gut zum Malen, war aber schon zu undurchlässig. Darum müssen wir halt beim Malen in den sauren Apfel beissen und in zwei Schichten arbeiten, weil die Farbe beim ersten Mal noch nicht genug deckt. Am günstigsten und einfachsten ist es, einen Vorhang im Brockenhaus zu kaufen (natürlich "der zum Durchgucken", nicht "der zum Zimmer abdunkeln"). Am besten druckt ihr testweise etwas Farbe hindurch (nicht wie ich, die einfach mal losgemalt hat, bis sie gemerkt hat, dass der Taft ja gar nicht funktioniert. Ziemlich viel Aufwand für einen Materialtest…)

2. Rahmen bespannen
Auch die Bilderrahmen fand ich im Brocki. Da der Vorhangstoff angetackert wird, sollten sie aus Holz sein. Nehmt den Rahmen auseinander und legt ihn auf den Stoff, die flache Seite nach unten. Schneidet den Stoff so zu, dass an jeder Seite noch ca. 7-10 cm übersteht (Im Bild ist es also eigentlich zu wenig). Ihr braucht so viel Stoff, damit ihr ihn gut festhalten und anspannen könnt. Klappt den Stoff über den Rahmen und tackert ihn fest, geht dann weiter zu der gegenüberliegenden Seite, bis der Stoff gleichmässig an allen Ecken festgemacht ist. Danach könnt ihr den überstehenden Stoff abschneiden. Das ist ein sehr mühsamer Teil! Der Stoff soll möglichst straff gespannt werden, sonst hängt er später beim Drucken durch.
Mein "Ateliergschpändli" machte den Vorschlag, den Stoff nass zu machen, damit er sich später beim Trocknen zusammenzieht. Ich habe nicht gemerkt, dass das etwas genützt hat, aber geschadet hat's jedenfalls auch nicht. Vielleicht hängt es auch vom Stoff ab, ob dies etwas bringt, probiert es also ruhig aus.





3. Vorlage zeichnen
Dabei müsst ihr bedenken, dass ihr das Motiv später mit einem Pinsel nachmalen müsst. Flächen sind darum leichter als Linien und je feiner das Bild, desto schwieriger die Umsetzung. Mein Balkonmotiv war dahingehend schon eher grenzwertig. Evtl. müsst ihr es sogar erst noch mit einem Drucker verkleinern, damit es kleiner als der Rahmen ist. Euer Motiv sollte auf allen Seiten noch ca. 1 bis 2 cm Abstand zum Rahmen selbst haben.
Natürlich könnt ihr auch direkt, ohne Vorlage, auf euren Siebdruckrahmen malen. Ich glaube, das gäbe sicher super Bilder, aber es kommt drauf an, was ihr wollt. Wenn ihr ein sehr detailliertes, genaues und regelmässiges Bild im Kopf habt, ist das vielleicht der falsche Weg.

4. Motiv auf Stoff malen
Legt die Vorlage unter den Rahmen. Sie wird dreckig werden, wenn es euch also um eure Zeichnung zu schade ist, macht besser eine Kopie davon und benutzt diese. Da der Stoff durchsichtig ist, könnt ihr sie nun sozusagen durchpausen. Schnappt euch Acrylfarbe und euren dünnsten Pinsel. Die Stellen, die ihr mit Farben bedeckt, bleiben später weiss, die Stellen, die ihr ausspart, werden gedruckt. Alles klar? Wenn euch das verwirrt, könnt ihr die Farben eurer Zeichnung evtl. mit einem Drucker umkehren.
Auch wenn es mühsam ist, verdünnt die Farbe auf keinen Fall. Sie deckt dann weniger gut und verläuft höchstens.



Da der Vorhangstoff ja im Grunde ein feines Netz ist, wird einiges an Farbe durch den Stoff hindurch auf's Papier gehen. Hebt den Rahmen darum von Zeit zu Zeit ab, damit er nicht am Papier festklebt, schiebt ihn aber nicht unnötig hin und her, damit die Farbe nicht verschmiert. Sobald ihr ein erstes Mal durch seid, nehmt den Rahmen vom Papier. legt links und rechts Karton hin und legt den Rahmen dort drauf. Das Motiv selbst liegt jetzt nicht mehr auf dem Tisch auf, sondern ist in der Luft. Ihr werdet sehen, dass die Farbe noch längst nicht überall deckt. Deshalb kommt jetzt leider eine Art zweite Runde, in der ihr diese Löcher schliesst. Da das Motiv ja jetzt grob auf dem Stoff zu erkennen sein sollte, braucht ihr die Vorlage nicht mehr. Wenn ihr den Rahmen gegen ein Fenster haltet, könnt ihr auch kleinste Löcher gut erkennen.

Nach dem ersten Durchgang

Karton links und rechts

Nach dem zweiten Durchgang. Fast geschafft!
Nur rechts oben hat es noch Löcher und der Rand muss noch dicht gemacht werden.

5. Die Lücken schliessen
Jetzt könnt ihr einen dickeren Pinsel nehmen und den Stoff bis an den Rahmen mit Farbe bedecken. Der Übergang zwischen Stoff und Rahmen muss ganz mit Farbe dichtgemacht werden, von beiden Seiten, sonst würde hier später Textilfarbe durchsickern und das wäre schade, nicht? Lasst die Farbe mindestens einen Tag trocknen.
Im Buch wurde einfach vorgeschlagen, diese Stellen am Rand mit Klebband zu sichern. Das habe ich probiert und es hat überhaupt nicht funktioniert, da sich das Klebband zu lösen begann, sobald es feucht wurde. Darum kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es funktioniert, Formen aus Klebfolie auszuschneiden und diese dann auf die Rahmen zu kleben. Da würde man die Klebfolie doch besser direkt auf den Stoff kleben und braucht keinen Rahmen dazwischen.

6. Drucken
Jetzt braucht ihr ein Rakel, das heisst einen Gegenstand mit glatter Oberfläche, mit dem ihr die Farbe über den Rahmen und durch den Stoff hindurch streichen könnt. Natürlich sollte er auch klein genug sein, um in den Rahmen zu passen, aber gross genug, um das Motiv möglichst auf einmal abzudecken. Karton ist nur okay, wenn ihr das Motiv nur ca. 4-5 Mal drucken wollt, danach verbiegt er sich und löst sich auf. Ich nahm einen XXL-Radiergummi, den ich schon für die Stempeldrucke verwendet hatte, der funktionierte sehr gut!
Wenn ihr euer Muster in regelmässigen Abständen wiederholen wollt, solltet ihr euch jetzt überlegen, wie ihr das anstellen wollt, z.B. mit Hilfslinien.
Legt den Rahmen auf den Stoff, den ihr bedrucken wollt. Verteilt jetzt mit einem Löffel oder Stab auf einer Seite des Rahmens, wo keine Farbe hindurch kann, auf der ganzen Länge Textilfarbe.
Haltet den Rahmen schön fest, positioniert das Rakel hinter der Farblinie, stellt es auf eine Kante und zieht es mitsamt der Farbe schnell über das Motiv. Wenn euer Rakel zu klein ist oder ihr zu wenig Farbe hattet, müsst ihr evtl. gleich nochmals drüber. So, das wär's. Nun könnt ihr den Rahmen versetzen und neue Farbe dazu nehmen für einen weiteren Druck.




Ich hoffe, das war hilfreich. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure eigenen Erfahrungen schreiben könntet. Vielleicht kommt ihr beim Ausprobieren ja auf andere Ideen, z.B. für geeignete Stoffe oder eine schnellere Art, das Motiv zu übertragen?

Liebe Grüsse
Eta Carina




How could I make prints for fabrics? I had already tried stamps, but I think that method is more suiting for smaller things than clothes (although I still haven't tried sewing anything with these fabrics. Shame on me!) In the book "Stoffe entwerfen und bedrucken" by Laurie Wisbrun I read how to turn small wooden frames into screen printing frames by covering them with a permeable fabric. The fabric is thin enough to let paint get through. Spots that are supposed to stay white must be covered. In the book they suggest that you could cut out forms from an adhesive foil which you then stick on the frame. Where there is a hole in the foil the color gets through. "That sounds alright", I thought, "but what If I want to print some more elaborate motives, like, say, small art nouveau balconies?"
So instead of cutting, I painted the balconies on the frames with acrylic paint. Acrylic is waterproof and quite durable once dried. Unfortunately you can't reuse the frame for another motive unless you remove the whole fabric. But I don't mind since used secondhand frames aren't expensive and they look nice themselves.
When I started printing with frames I thought I would name this post "easy-peasy screen printing" or something like that. But this just wouldn't be true. It's a time-consuming method and it took me some time to figure it out. (That's why there are different motives and frames in my photographs, please don't get confused). And of course it can't reach the quality of a "real" screen print (special frames and photosensitive coat). But it's nevertheless very economical and a great way to print detailed motives. So here's a tutorial:

Material

  • wooden frames ca. A5-A6
  • curtain fabric
  • stapler
  • hammer
  • motive
  • acrylic paint
  • big and small brushes
  • cartboard
  • Textile paint
  • XXL-eraser ("scraper")
  • fabrics to print on

1. the right fabric
Ideally the fabric for the frame would be fine enough to print through but compact enough to be easy to paint on. But it seems impossible to get all this from everyday materials. For example, I tried taffeta, which was great to paint on but already too dense. So I fear there's no other way but to take a very sheer fabric and then having to paint in two layers (because after the first layer the paint won't cover well enough). The least expensive and simplest way for me was to buy curtains from a thrift store (the ones to look through, not the ones that keep all light away :-)
If you are unsure, just print some colour through the fabric before starting to paint. (Not like me. Man, those balconies where just ways to complicated for just being material tests…)

2. coating the frame
The frames are from a thrift store as well. Since you will staple the curtain fabric to the frame it should probably be a wooden one. Dismantle the frame and lay it on the curtain, flat side down. Then cut the fabric so there are 7-10 cm standing out on each side (So in the picture it was really too less). You need this much fabric so you can get a good grip while stretching it over the frame. Fold the fabric over and staple, then go on to the other side. At last, cut away the spare ends. I found this part very arduous. If you don't attach the curtain textile tight enough it will later hang down.
My studio mate suggested to make the fabric wet first, so it would contract when drying. It didn't help with my fabric, but it might help with others, so why not give it a try?

3. drawing the motif
You might consider that you have to redraw it with a brush later. Planes are easier than lines and very fine structures are generally difficult. So my balcony was already on the limit. Maybe you even have to make a smaller copy until it fits into the frame. There should be a border of 1-2 centimeters between frame and your picture.
Of course you could also paint directly onto the printing frame, without a model. I think this could be very cool, but if you have a very detailed, exact and regular picture in mind that's probably the wrong way.

4. painting your motif on the fabric
Lay your drawing under the frame. It will get dirty, so if you don't want that, better use a copy of it. The picture will shine through so you can trace it through the fabric. Get some acrylic paint and a small brush. The areas that you cover with paint will remain white in the print. The areas that you leave out will be printed. All right? If that is too confusing you could also make an invers print of your drawing.
Don't try to thin down the paint with water. It might make you faster, but the paint won't cover properly.
The curtain fabric is some sort of fine net, so a lot of paint will just go through. So lift the frame from time to time so it won't stick to the paper, but don't shove it around too often as it might smudge the picture. After your first turn remove the frame from the paper. Put cardboard to each side and lay the frame onto the cardboard. Like this your motif won't touch the table anymore and you can see where the paint doesn't cover the frame yet (almost nowhere…). So unfortunately you'll have to paint it all over again, filling up the holes. The motif should be quite well visible on the frame so you don't need the original pattern anymore. You can hold your frame against a window from time to time to check if the painted coat is solid enough.

5. closing the gaps
Now you can take a bigger brush and paint the frame up to the edge. The gap between fabric and frame needs to be covered completely, from both sides. Otherwise the textile paint will leak through while printing.
In the book it said that you could achieve this by simply covering the edge with tape. This didn't work at all: As soon as the tape got wet it went away. That's why I don't think it would work to cut out forms  out of an adhesive foil either, surely it would go away as well.

6. printing
Now you need a scraper: A thing with a smooth even surface to push the paint over the frame and through the fabric. It should be small enough to fit into the frame but large enough to cover the motif at once. Cardboard is only okay for about 4-5 prints, after that it will get too soaked. I took an XXL-eraser like I used for my printing stamps, it worked just fine!
If you want to repeat your pattern regularly, now is the time to draw reference lines.
Put the frame on the fabric you want to print on. Spread a line of textile paint on one side of the frame where no paint can get through. Now hold the frame, position the scraper behind the paint line so only one edge touches the frame and then quickly and firmly draw the scraper to the other side of the frame. If the scraper was too small or there wasn't enough paint, you might have to repeat this step. Otherwise it's done. Now you can place the frame somewhere else, take more paint and do another print.

I hope this tutorial was helpful. I would be glad to hear about your own experiences. Perhaps you have ideas for improvement, like better fabrics or a quicker way to transfer the motif?

Love
Eta Carina



Mittwoch, 22. Januar 2014

Stoffdruck mit Stempeln

Guten Abend!

In den letzten Tagen habe ich mich im Anfertigen von eigenen Stoffmustern versucht. Ich zeige euch gerne wie ich vorging und was dabei herausgekommen ist.

1. Die Stempel
Ich habe sie selbst hergestellt mit Linolschnitt-Messern und einem überdimensionierten Radiergummi. Der Radiergummi lässt sich viel leichter schneiden als Linol, dadurch sind feinere Formen möglich. Was allerdings gar nicht einfach ist: Den Gummi danach zuzuschneiden und so mehrere kleine Stempel daraus zu machen. Kein Wunder, wenn der Gummi mehrere Zentimeter dick ist. Dafür brauchte ich eine Säge…
Zusätzlich verwendete ich noch einen Weinkorken als zweiten Stempel, um bunte Punkte aufzutragen. Für diesen Zweck eignen sich auch Wattestäbchen oder was ihr gerade in die Finger bekommt!


2. Die Farben
Ich verwendete flüssige Stoffmalfarben. Es gibt zwei verschiedene Farben: "Normale" und solche für dunklere Stoffe. Die normalen Farben sind eher lasierend, das heisst die Stofffarbe schimmert durch, wodurch gelbe Farbe auf blauem Stoff z.B. grün wirken kann. Die anderen sind höher pigmentiert, dadurch behalten die Farben eher ihre eigene, nun ja, Farbe. Da ich auch auf dunklen Stoff druckte, entschied ich mich für die Stofffarben für dunkle Stoffe.
Übrigens werden die Farben während des Trocknens heller und deckender, also keine Angst, wenn die Farbe am Anfang nicht wie gewünscht aussieht:

Die Farbe nass und trocken

3. Farbauftrag
Die Farben verteilte ich zum Drucken dann auf separate Platten, damit sie gut zugänglich sind und sich nicht vermischen. Und wie bringt man jetzt die Farbe am besten auf den Stempel? Indem man den Stempel einfach in ein Häufchen Farbe tunkt? Also wirklich! So habt ihr zwar jede Menge Farbe auf dem Stempel, aber auch jede Menge Geschmiere. Indem man sie mit einer Druckwalze auf den Stempel überträgt? Das war meine erste Idee, da dies beim Drucken so üblich ist. Aber die Farbe wird dadurch zu dünn aufgetragen und druckt nur durchscheinend. Das ist zwar ebenfalls hübsch, war aber nicht der Effekt, den ich erreichen wollte und wäre auf den bunteren Stoffen auch gar nicht zur Geltung gekommen. Dann vielleicht mit einem Pinsel auftupfen? Jetzt kommen wir der Sache schon näher! So bekommt man tatsächlich genug Farbe auf den Stempel, die Farbe ist aber etwas unregelmässig verteilt. Am besten ging es, die Farbe mit einem Schwamm auf den Stempel aufzutupfen. Darauf hätte ich schon früher kommen sollen, denn wenn man Stoff mit Schablonen bedruckt (vielleicht zeige ich das auch mal), verwendet man ebenfalls Schwämme.


Drucken mit Walze oder Schwamm
(Draufklicken, um den Unterschied besser zu sehen)

4. Das Drucken
Vorsichtig… Die Stempel nicht kippen oder abrollen… Schön gerade aufsetzen und wieder wegnehmen… Und laaaangsam… Mit Stempeln zu drucken ist eine zeitaufwändige Methode. Ich bedruckte jeweils ca. 50 x 50 cm und hatte dafür je nach Motiv etwa eine halbe Stunde. Aber ich mag, wie die Stoffe herausgekommen sind. Sie haben ein eindeutig "selbstgemachtes" Aussehen. Dadurch schaue ich sie gerne von nah an, denn keine zwei Muster sind gleich.



Die Ergebnisse:






Good evening!

In the last few days I made some attempts with printing on fabrics with stamps. Now I'd like to show you how I made it and what the results where.

1. The stamps
I made them myself with linocut knives and an extra large eraser. Erasers are easier to cut than linoleum, therefore you can cut finer shapes. But what isn't easy at all is cutting the one big eraser into smaller ones for getting smaller stamps because it is several cm thick. I needed a saw for that… Additionally I used a cork as a second stamp, for making dots. You can also use cotton buds for that, or anything you have at hand.

2. The paint
I used liquid fabric paint. There are two types: the "normal" paint and paint for darker fabrics. The normal inks will let the colour of the fabric shine through. That's why a yellow paint on blue fabric can appear green. The other paint has more pigments. That's why it will keep its original colour. As I also wanted to print on darker fabrics I bought the paints for darker fabrics.
By the way: The colours will become brighter while they dry so don't panic if the colour doesn't look like it's supposed to at the beginning.

3. Applying the paint
I put the paint on separate plates so they wouldn't mix. And now, how to get them from there on to the stamp? Just dipping the stamps in the paint? Come on! You would certainly get a lot of paint but also a real mess. By applying them with a roller? That was my first bet, as it is usual in printing. But the colour layer is too thin and prints semitransparent. This can look lovely, but it wasn't the look I was aiming for and wouldn't work on the more colourful fabrics. Dabbing the paint with a brush? You could do that, you get enough paint on the stamp like that but it still looks uneven. For me the best solution was to dab it with a sponge. Sponges are also used if you print on fabrics with stencils so I should have gotten that idea earlier.

4. Printing
Careful… Don't roll the stamp… place it evenly… and sloooowly…. Printing with stamps is a rather time-consuming method. It took me about half an hour for 50 x 50 cm of fabrics. Imagine what this would mean for a whole metre or even three! But I like the way it looks. There's a unmistakably "handmade" look which makes me want to look at it closer because no two prints are ever the same.