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Mittwoch, 20. Mai 2020

Bastet - Kopfschmuck



Guten Morgen, Katzenfreunde und andere

Dieses Wochenende hätte ja die Fantasy Basel stattfinden sollen. Nun ist sie verschoben worden. Trotzdem dachte ich, dass ich euch gerne zeigen möchte, was wir uns für dieses Jahr ausgedacht hatten. Lukas von Risaad's Manufaktur hatte uns gefragt, ob wir ein gemeinsames Cosplay machen wollten. Und er hatte schon eine Idee: Postapokalyptische ägyptische Götter könnten wir sein! Nun, ich fühle mich nicht besonders göttlich, aber die Vorstellung gefiel mir. Ich entschied mich für Bastet. Ich wollte aber nicht als lebendige Katze herumlaufen und beschloss, stattdessen lieber einen Kopfschmuck zu machen.

Dienstag, 13. Mai 2014

Lesezeichen

Hallo zusammen!

Wie ihr vielleicht oder vielleicht auch nicht wisst, helfe ich mit, den Mittelaltermarkt in Luzern zu organisieren. Gönner konnten sich kleine Dankeschön-Geschenke aussuchen, zum Beispiel Lesezeichen mit den eigenen Initialen in mittelalterlicher Schrift. Ich habe diese jeweils von Hand angefertigt. Heute zeige ich, wie ich dabei vorgegangen bin:
Zuerst hatte ich das Lesezeichen aus Büttenpapier zugeschnitten, die Ränder mithilfe eines Lineals eingezeichnet und die Buchstaben mit Bleistift vorgezeichnet. Danach malte ich die Buchstaben mit Acrylfarbe und einem feinen Pinsel aus. Dann wählte ich für einige Details eine zweite Farbe, merkte dann aber, dass ich besser zuerst den Hintergrund ausgemalt hätte und fuhr da weiter. Der Hintergrund sollte golden werden. Da ich aber finde, dass die Gold-Acrylfarben sehr künstlich aussehen, malte ich den Hintergrund zuerst rostrot und ging dann nur mit einer dünnen Goldschicht darüber. Dadurch wirkt das Gold dunkler und natürlicher. So verfahren übrigens auch Restauratoren, um mit dem selben Blattgold zu verschiedenen Goldtönen zu gelangen: Je nachdem, was für einen Farbton sie für ihr Gold wollen, malen sie den Untergrund in einer anderen Farbe, z.B. grün oder eben rot. Die Farbe schimmert dann durch das Blattgold durch.
Nachdem ich den Hintergrund fertig hatte, malte ich die restlichen hellblauen Details. Ich musste mehrere Schichten auftragen, bis die Farben gleichmässig waren. Danach mischte ich Blau und Rostrot, um eine dunklere Farbe zu erhalten, mit der ich die Konturen nachfuhr. Als Letztes malte ich mit Weiss kleine Verzierungen in die Buchstaben hinein. Und fertig!
Um herauszufinden, wie mittelalterliche Buchstaben ausgesehen haben könnten, schaute ich in  "Enzyklopädie Schmuckinitialen" von Margaret Morgan nach. Dort findet man Beispiel-Alphabete aus verschiedenen Epochen von den Kelten bis zum Klassizismus. Die Anleitungen dort sind natürlich viel detaillierter als hier. Vor allem wird erklärt, wie in der Vergangenheit Buchmalereien gemacht wurden, also mit Tusche statt Bleistift, Temperafarben statt Acryl und Blattgold statt …naja, Acryl. Irgendwann mal werde ich auch das ausprobieren. Allerdings arbeite ich gerne mit den Farben, die ich nun mal daheim habe: winzig kleine Acryltuben, die ich nur für solche Zwecke benutze und die, da man nur winzige Mengen Farbe für solche Dinge braucht, schon ewig halten. Könnte also noch ein Weilchen dauern. Tja.

Einen schönen Abend noch!
Eta Carina






Hello again

As you might or might not know I help organizing a medieval fair in Lucerne. Donators could choose little "thank you"-gifts like book marks with their personal initials in a medieval font. They are each handmade by me. So today I'm gonna show you how they are made:
First I cut vat paper into the right size and drew the edges and characters with a pencil. Then I colored the characters with a small brush. After that I started coloring the details in a brighter color, but then realized that I should better do the background first. I wanted the background to be golden, but acrylic gold paint looks quite artificial. So I painted it dark red first and added only a thin layer of gold afterwards. Like this the gold color gets darker and looks more natural. Restorer work after the same principle: They can create different shades of gold with the same gold foil by painting the underground in different colors, like green or red. The original color still slightly shines through.
After I had finished the background, I returned to the details, which I painted in pale blue. I had to apply several layers for an even look. Then I mixed blue and red to get a darker color for the edges. In the end I added small ornaments on the characters. That's it!
I used the book "Enzyklopädie Schmuckinitialen" by Margaret Morgan to look-up medieval fonts. There you can find examples of alphabets from the Celts to classicism. And of course there are also much more detailed tutorials. Morgan especially explains how book illuminations were done in the past. With ink instead of pencils, tempera instead of acrylic paint and gold foils instead of… well, acrylic paint. One day I'm going to try this too. But in fact I really love to work with my acrylic colors. They came in tiny tubes which I only really use for such occasions. And since you only need very little paint for such works, I never seem to run out of them. So it might still take a while. Oh my!

Have a nice evening!
Eta Carina

Dienstag, 5. November 2013

Mission erfüllt, Wand blau

Nachdem ich in meinem letzten Post Entwürfe gemacht hatte, kam dieses Wochenende die Umsetzung. Zuerst mussten wir alles sauber abdecken und danach die Stellen, die weiss bleiben sollten, abkleben. Da es nur eine Wand war, ging es gut voran, zwei Anstriche genügten.

 


Abdeckmaterial








Das Ergebnis! Ich bin mir noch nicht sicher, ob es nicht etwas zu bunt geworden ist, aber im Grossen und Ganzen gefällt es mir, der Raum sieht weniger leer aus und die Form passt meiner Meinung nach wirklich gut zum Rest.

Als Nächstes komme ich hoffentlich endlich wieder zum Nähen. Ich vernachlässige es, seit ich umgezogen bin, weil sich mein Tagesablauf verändert hat und ich erst wieder herausfinden muss, wann ich für solche Sachen am besten Zeit habe.

Liebe Grüsse
Eta Carina


After having made Sketches in the last post I finally painted our living room. First we had to make sure  everything would stay tidy and then we covered the parts that were supposed to stay white with  tape. I got ahead quite well, two coats of paint were enough.

And here's the result! I'm not sure if it isn't a little bit too colourful, the paler blue could be a bit more toned down in my opinion. But on the whole I like it, I think the room looks less empty now and the forms really fit in with the rest.

For the next project I hope I will be sewing again. I neglected it since I moved because my daily routine has changed and I still don't have to find my time for it.

All the best
Eta Carina

Montag, 14. Oktober 2013

Standortwechsel

Endlich, wir sind umgezogen! Und allmählich fühlt es sich sogar nach einem echten Zuhause an: Die meisten Dinge haben jetzt einen Platz gefunden, die Möbel wurden zurechtgerückt, Löcher wurden in die Wände gebohrt (meistens sogar dort, wo sie hin sollten). Und ich habe Platz, richtig viel Platz! Ich habe ein ganzes Regal nur für Nähzeugs. Ob es mir helfen wird, etwas ordentlicher zu werden?

Mein Arbeitsplatz
So ordentlich wird es nicht lange bleiben...

Direkt vor Ort lässt sich das Vorhaben, die Wände zu streichen (siehe letzten Post) auch besser beurteilen. Die vorgesehene Wand hat nämlich so ihre Eigenheiten. Ein Ornament kann nicht einfach ganz den Rändern nach verlaufen, da die Tür nahe an der Zimmerecke ist. Jeder Versuch, ein Fries auf Teufel komm raus in diese Wand einzupassen, wirkt unpassend, wie man an meinen ersten Photoshop-Versuchen sehen kann. Schliesslich gingen die mittelalterlichen Fresken, die ja als Ausgangslage dienten, immer stark auf die vorhandene Architektur ein und betonten diese.




Um also dem Vorbild gerecht zu werden, muss ich mich deshalb paradoxerweise weiter davon entfernen. So kam ich auf die Idee mit dem Rechteck, das zu den Formen in der Türe passt. Die jetzige Idee ist zwar nicht mehr speziell mittelalterlich, dafür kommt die Wand gut zur Geltung und wirkt durch die hellere Stelle auch grösser.

    


Was meine Anfangsidee angeht, ein aufwändigeres Muster zu malen, bin ich mir nicht sicher: Man könnte es mit der rechteckigen Form kombinieren, aber sieht es so wirklich besser aus? Das eine sieht aus wie ein aufgepinselter Bilderrahmen, beim anderen fällt die Symmetrie weg. Na, wir werden sehen.



Und ja, ich habe einen Thron.


Finally, we have moved! And slowly but surely it starts to feel like home: Most things now found a place, furniture has been shoved all across the room, holes have been drilled (Most of them even on the right spots). And I have so much space for myself! I have an entire shelf only for my crafting stuff! Will it help me being more orderly? Meeeeh...

Now being on site, it is much easier thinking about how to paint the wall. The wall I have in mind has a very special shape. An ornament could not simply run all across it because the door is in the way; it is too near the corner. As you can see from my early Photoshop-tests it just doesn't fit the way I imagined it. The old medieval frescoes I had in mind emphasize the shape of their buildings, so I can't just ignore it. So to get closer to those frescoes I paradoxically have to get further away from them. That's how I came up with the rectangular shape which reflects the small shapes on the door. That's why my present idea isn't that medieval anymore, but it accentuates the room and the wall even seems to become bigger by resembling a window.

Concerning my first idea to paint a more elaborate pattern, I'm not sure: Surely I could combine the rectangular shape with floral ornaments, but does it really look better than without them? In my view it just looks like a gigantic painted picture frame. Well, we'll see.

And yes, I got a throne. 

Freitag, 20. September 2013

Freskos und Umzugswahn

Diese Seite wandelt sich vorübergehend vom Näh- zum Inneneinrichtungs-Blog. Denn immer noch steht der Umzug bevor, immer noch habe ich nicht annähernd soviel geräumt und verpackt, wie ich finde ich müsste und immer noch wandern meine Gedanken lieber ab zu eher unwesentlichen Details. Wie einem Wandbild. Ja genau, unser Wohnzimmer braucht ein Wandbild. Wobei, "Wandbild" ist vielleicht etwas dick aufgetragen, aber immerhin ein Fries soll es werden.

Und so kam es dazu: Vor einiger Zeit machten mein Freund und ich einen Ausflug nach Siena und besuchten dort auch das Rathaus. Dieses ist bekannt für seine vielen Freskos, allen voran "die Allegorien der guten und schlechten Regierung". Dies ist sogar so bekannt, dass man bei der Google-Bildsuche unter "Siena" und "Fresko" eigentlich kaum etwas anderes findet. Was mich aber besonders faszinierte, waren weniger diese figürlichen Malereien, sondern die Ornamente, die die Fresken einrahmten und die Form der Architektur betonten. Durch die Fresken waren alle Räume sehr bunt und einzigartig.

Nun trugen wir uns schon länger mit der Idee, unsere Wohnung wenigstens teilweise mittelalterlich angehaucht einzurichten. Leichthin sagte ich damals in etwa: "Wenn wir dann mal zusammenziehen mal ich uns auch so Ornament-Zeuchs an die Wand!"Als wir dann endlich unsere Wohnung gefunden hatten, kam diese Idee wieder auf und mit ihr auch mein Versprechen. Nun ist natürlich einleuchtend, dass das einige Schwierigkeiten mit sich bringt:

1. Die Wohnung: Was in einem riesigen, dunklen Saal toll aussieht, funktioniert in einer winzigen Dreizimmerwohnung nicht unbedingt. Angefangen bei den Lichtverhältnissen, über das Fehlen von allerlei Bögen und Winkeln, an denen die Muster entlanglaufen können bis hin zu Fragen wie "Passen die Stühle zum Tisch zur Wandfarbe zu diesen gemalten Blättern?"

Sala dei cardinali


Sala di Balia
Beachtet nicht die Heiligen, beachtet die Ornamente!


2. Das Quellenmaterial: Wie angedeutet gehen die Zierornamente im Internet unter, man findet wenn überhaupt nur verschwommene Fotos und kaum Detailaufnahmen. Deshalb musste ich als Vorbild auf Fotos des Museums "Santa Maria della Scala" zurückgreifen, das wir zwar nicht besucht hatten, den Bildern aus meiner Erinnerung aber sehr nahe kam.

Santa Maria della Scala
Pellegrinaio

Quellen obige Bilder:
Palazzo_Pubblico_affresco_2.JPG
Spinello_Aretino_fresco_in_Palazzo_Pubblico.jpg
sala_del_pellegrino.jpg

3. Meine handwerklichen Fähigkeiten. Schon mal ein Fresko gemalt? Nicht? Na, moderne Dispersionsfarbe ist sowieso besser für die Nerven des Vermieters! Und die Farben stimme ich schon richtig aufeinander ab, nicht zu knallig, nicht zu öde. Und gleichmässig wird's auch. Und das Muster kommt dann von selber. Na, jetzt wisst ihr, warum mir von diesem Vorhaben der Kopf schwirrt! Aber ich übe:






Versuche mit verschiedenen Breiten, Positionierungen und Mustern. Im Moment sind die Farben immer noch zu satt. Auch bin ich nicht sicher, wie ich das Pflanzenornament malen soll: Weiss oder bunt, eher grafisch oder frei? Natürlich ist es nicht mit einem echten Fresko zu vergleichen, aber ich bin zuversichtlich, dass etwas Ansehnliches herauskommt.

... Und wenn alle Stricke reissen hängen wir halt einen Wandteppich drüber:
http://www.almerlin.de/wandteppiche/mittelalter.html

Soviel für den Moment. Viele Grüsse,
Eta Carina