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Sonntag, 13. Oktober 2019
Neuer Rucksack: "Wo ist denn der kaputt?"
Guten Morgen!
Ich habe wieder einen Rucksack genäht, diesmal für Dominik. Wie schon meine neue Reisehandtasche habe ich ihn aus einem alten Militärmantel genäht. Der Stoff dieser Mäntel ist sehr stabil und hat eine schöne Farbe. Zudem habe ich diesmal mehrere Elemente wie Taschen oder den Kragen direkt in den Rucksack eingearbeitet. Übrigens, wusstet ihr, dass diese Mäntel "Kaputt" heissen? Als ich den gebrauchten Mantel gekauft habe, wusste ich es jedenfalls nicht. Zum Glück konnte ich es mir verkneifen, beim ehemaligen Besitzer zu fragen, wo denn dieser Mantel genau kaputt sein soll. Erst als ich dann im Stoffladen nach einem passenden Futter gesucht habe, hat mich die Verkäuferin dort aufgeklärt. The more you know...
Montag, 18. Juni 2018
Der Gentleman
Hallo nochmals
Ich habe ja versprochen, noch genauer auf mein Cosplay für die diesjährige Fantasy Basel einzugehen. Ich war ja der "Herr mit Haar wie Distelwolle" (oder im Original "the gentleman with thistledown hair"), ein Elf aus Susanna Clarkes "Jonathan Strange und Mr Norrell". Und das sah etwa so aus:
Wenn man Buchcharaktere darstellen will, hat man ja, anders als etwa bei Figuren aus dem Fernsehen, viel Interpretationsfreiheit. Die Beschreibungen in den Büchern lassen Raum für Fantasie. So auch bei Clarkes Roman, wo der Gentleman wie folgt beschrieben wird:
Jemand stand in der Mitte des Zimmers: eine grosse, ansehnliche Person mit blasser, makelloser Haut und einer Unmenge von Haar, so weiss und schimmernd wie Distelwolle. Seine kalten blauen Augen funkelten, und er hatte lange dunkle Brauen, deren Enden schwungvoll nach oben zeigten. Er war gekleidet wie jeder andere Gentleman auch, abgesehen davon, dass sein Rock von dem leuchtendsten Grün war, das man sich vorstellen konnte - die Farbe von Blättern im Frühsommer.
Nun haben aber schon eine Menge Leute vor mir versucht, das Geschriebene zu visualisieren. So sieht zum Beispiel Portia Rosenberg, die die englische Originalausgabe illustrierte, den Gentleman:
Und nicht zuletzt haben auch Fans ihre eigenen Interpretationen gezeichnet. Meine Favoriten hier waren jene von Enchanted Oaks und Rosaria Battiloro.
Jede Menge Ausgangsmaterial also! Für was sollte ich mich entscheiden? Im Buch wird die Kleidung des Gentlemans ja als durchaus normal
beschrieben, nur mit einer ungewöhnlichen Farbe. Das ist ja schön und
gut, dachte ich, leuchtend grüne Kleidung mag vielleicht für die Leute
im 19. Jahrhundert bemerkenswert gewesen sein, aber nicht für eine
Messehalle voll von fantastisch verkleideten Leuten. Also beschloss ich, meinen Mantel mit Blättern zu
besticken, wie das eben in mehreren Vorlagen zu sehen war. Wie und wo genau ich das anstellen sollte, welche Stoffe, Knöpfe und sonstiges Beigemüse es brauchte, das war dann noch ein ewiges Zögern. Schliesslich begann ich mit den einfachsten Sachen (Schuhe und Hosen) und arbeitete mich zum wichtigsten Teil vor, dem Mantel.
Als Ausgangslage nahm ich das Burda-Schnittmuster 2767. Ich machte einige Änderungen: Den Mantel musste ich stark verkleinern und ich machte ihn auch zweireihig. Aus den langen Hosen machte ich Kniebundhosen. Und obwohl das Schnittmuster auch eine Weste beinhaltet, nahm ich meine eigene Weste als Vorlage. Ansonsten war das Schnittmuster zwar anspruchsvoll, aber hilfreich.
Für dieses Cosplay nähte ich eine Hose, Weste, einen Mantel und die Kravatte. Weisse Strumpfhosen, eine Bluse, die Perücke und die Schuhe kaufte ich, bei den Schuhen fügte ich aber noch Schnallen hinzu. Eine Menge Sachen also, ich gehe darum in diesem Post nur auf meine Lieblingsdetails ein.
Den Mantel besticken
Ich stickte Ranken und Blätter auf den Rücken und den Kragen meines Mantels. Wie schon bei meinem Blumenrock arbeitete ich im Kettstich, damit die Linien schön breit wurden. Die Blätter schnitt ich aus Reststoffen in verschiedenen Grüntönen zu, aus Samt, Wollstoff, Baumwolle und Leinen. Ich stickte sie nur locker auf und zog den Stoff manchmal absichtlich zusammen, damit die Blätter nicht zu flach wirkten.
Die Hose nähte ich aus Samt. Mit Samt zu arbeiten ist ein Thema für sich und wäre auch mal einen Blogbeitrag wert. Heute zeige ich euch bloss, wie ich die Stoffknöpfe für die Hosen herstellte:
Stoffknöpfe machen
Wenn man Stoffknöpfe braucht, gibt es da diese Sets mit überziehbaren Metallknöpfen zu kaufen. Da muss man den gewünschten Stoff einfach ein bisschen grösser als den Stoff zuschneiden und das Ganze in eine Plastikvorrichtung drücken, schon hat man einen Knopf. Der Samt für die Hose war aber leider zu dick, so dass ich den Stoff um die Metallknöpfe herumnähen musste. Das ging halt etwas länger, funktionierte aber auch gut.
Schnallen für die Schuhe
Historisch anmutende Schnallenschuhe zu finden ist gar nicht so einfach! Deshalb verzierte ich einfach ein Paar "normale" Schuhe. Diese fand ich in einem Brockenhaus. Ich musste nur noch Schnallen kaufen und ankleben. Und weil es ein modebewusster Elf ist, wollte ich Schnallen mit Schleifen. Das ging ganz einfach:
Das Kostüm bestand also aus vielen Einzelteilen. Es machte Spass, diese nach und nach zu nähen, so dass sich mit der Zeit ein Gesamtbild ergab. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt bzw. früher angefangen, dann hätte ich mehr mit den einzelnen Materialien experimentieren können (z.B. wie erreicht man die schönsten Stoffblätter? Wie soll der Schnitt des Mantels genau sein?) Das Ergebnis lässt sich aber sicher sehen. Am wenigsten überzeugt mich die Perücke. Wenn eine Figur schon das "Haar wie Distelwolle" im Namen trägt, hätte die Frisur ruhig etwas extravaganter sein können! So etwas ähnliches wie David Bowie im Film "Labyrinth" stelle ich mir vor. Auch hier fehlte mir die Zeit, verschiedene Perücken auszuprobieren und eventuell umzufrisieren. Aber man kann ja noch ausbauen.
Bis bald!
Eta Carina
Hello again
Last time I promised to write some more about my cosplay for this years' Fantasy Basel. I went as "the gentleman with thistledown hair", a faerie from Susanna Clarkes book "Jonathan Strange and Mr Norrell". You can see the result in the first two pictures.
Unlike with TV characters, when cosplaying book characters you have a lot of room for interpretation. The descriptions in a book leave a lot to your own fantasy. It was the same with Clarkes novel. The gentleman is described as a tall, handsome person with pale skin and hair that is white and shiny like thistledown. His eyes are cold and blue. Clarke writes that he is dressed like any other gentleman at the time, the only difference being that his tailcoat is of a very vivid green - "the colour of leaves in early spring".
Of course a lot of people before me have tried to visualize those words. Like for example Portia Rosenberg, the books' official illustrator.
So I had a lot of inspiration. How should my gentleman look? In the book, his clothes are described as quite normal, just with an unusual colour. Well, I thought, a bright green tailcoat may have been remarkable for the people of 19th century, but not for a hall of fantastically dressed people of today. So I decided to embroider my tailcoat with leaves, like in some of the reference pictures. How and where exactly, what kind of fabric I would use, what buttons and other stuff I would need, those where all tricky questions and it made me very hesitant. But in the end I just started with the easier parts (shoes and trousers) before I got to the most important piece, the tailcoat.
I used the Burda Pattern 2767, but I had to change some things: I made the coat much smaller and with two rows of buttons instead of just one. I also changed the length of the trousers. And although the pattern included a vest, I just drew my own pattern from this vest instead of adjusting the one from Burda. All in all the patterns and instructions where complicated but useful.
Altogether I made trousers, a vest, a tailcoat and a necktie for this cosplay. I had to buy the white tights, a blouse, the wig and the shoes and I added buckles to the shoes. That's a lot of stuff, so instead of showing everything I will only explain my favourite details.
Embroidering the coat
I stitched vines and leaves on the back part and the collar of the coat. Like with the flower skirt I used the chain stitch to get broad lines. I cut out the leaves from different green fabric remains like velvet, wool, cotton and linen. I only applied them loosely and even ruffled them a bit so they wouldn't be too flat. In the end I even applied some additional plastic leaves.
The trousers are made out of velvet. Working with velvet is a topic of its own that would deserve its own blogpost. But for today, I'll just show how I made the velvet buttons:
Making fabric buttons
Usually when you need fabric covered buttons you can buy a kit with metal buttons. There you just need to cut out some fabric and put the parts into a plastic tool to get a button. But my velvet was too thick so I had to sew the fabric around the metal buttons. This took longer, but worked fine.
Buckles for the shoes
It's not easy finding historical buckle shoes! So I just altered some "regular" shoes I found second hand. I only had to buy the buckles and glue them on. And as my faerie is a fancy man, I wanted bows on the buckles. That was very simple:
It was fun sewing all the pieces and seeing it slowly become a costume. I wished I'd have had more time or, more precisely, have started earlier. Then I could have experimented some more (like, what's the best way to make fabric leaves? What cut do I want for the coat?) But I think the result is alright. The part I actually like the least is the wig. A character with the words "thistledown hair" in the name should really have more extravagant hairstyle! David Bowie in "Labyrinth" comes to my mind. Again I didn't have the time to try out different wigs or style them to my taste. But that's something I can still change.
See you!
Eta Carina
Ich habe ja versprochen, noch genauer auf mein Cosplay für die diesjährige Fantasy Basel einzugehen. Ich war ja der "Herr mit Haar wie Distelwolle" (oder im Original "the gentleman with thistledown hair"), ein Elf aus Susanna Clarkes "Jonathan Strange und Mr Norrell". Und das sah etwa so aus:
Im Buch soll der Magier Mr Norrell eine kürzlich verstorbene Dame wieder zum Leben erwecken. Um das zu erreichen, bittet er besagten Elfen um Hilfe und geht einen Handel mit ihm ein, indem er ihm einen Finger der Lady gibt. Und wie das so üblich ist bei Geschäften über Leben und Tod, steht natürlich mehr auf dem Spiel als vordergründig angenommen. So wird der Elfenherr im Verlauf der Geschichte zum Gegenspieler der beiden Magier Strange und Norrell.
Jemand stand in der Mitte des Zimmers: eine grosse, ansehnliche Person mit blasser, makelloser Haut und einer Unmenge von Haar, so weiss und schimmernd wie Distelwolle. Seine kalten blauen Augen funkelten, und er hatte lange dunkle Brauen, deren Enden schwungvoll nach oben zeigten. Er war gekleidet wie jeder andere Gentleman auch, abgesehen davon, dass sein Rock von dem leuchtendsten Grün war, das man sich vorstellen konnte - die Farbe von Blättern im Frühsommer.
Nun haben aber schon eine Menge Leute vor mir versucht, das Geschriebene zu visualisieren. So sieht zum Beispiel Portia Rosenberg, die die englische Originalausgabe illustrierte, den Gentleman:
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| Der Gentleman in den Illustrationen von Portia Rosenberg |
Desweiteren hat die BBC die Geschichte 2015 als Serie verfilmt. Der Gentleman wird darin von Marc Warren gespielt. Er hat verschiedene Kostüme: Wenn er mit normalen Menschen interagiert, trägt er ein grünes "Standard-Outfit". In Szenen, wo er in seinem Anwesen in der Elfenwelt ist, trägt er hingegen einen reich bestickten Frack. Und nur in der ersten Folge, als er mit Mr Norrell den Handel abschliesst, trägt er einen mit Blättern überwachsenen Mantel. Diese Version gefiel mir am besten und ähnelt auch meiner Version.
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| Quelle: imdb |
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| Quelle: BBC America. Episode 6: The Black Tower |
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| Quelle: Pinterest |
Interessant fand ich auch die Concept Art für die Serie von Howard Swindell. Das Endprodukt sah dann zwar anders aus, es gefällt mir aber, weil sie einen älteren Elfen zeigen. Und auch hier ist der Mantel überwachsen.
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| Quelle: BBC America: Howard Swindell |
Und nicht zuletzt haben auch Fans ihre eigenen Interpretationen gezeichnet. Meine Favoriten hier waren jene von Enchanted Oaks und Rosaria Battiloro.
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| Quelle: Pinterest, Rachel Oakes |
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| Quelle: Behance: Rosaria Battiloro |
Als Ausgangslage nahm ich das Burda-Schnittmuster 2767. Ich machte einige Änderungen: Den Mantel musste ich stark verkleinern und ich machte ihn auch zweireihig. Aus den langen Hosen machte ich Kniebundhosen. Und obwohl das Schnittmuster auch eine Weste beinhaltet, nahm ich meine eigene Weste als Vorlage. Ansonsten war das Schnittmuster zwar anspruchsvoll, aber hilfreich.
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| Quelle: Simplicity |
Den Mantel besticken
Ich stickte Ranken und Blätter auf den Rücken und den Kragen meines Mantels. Wie schon bei meinem Blumenrock arbeitete ich im Kettstich, damit die Linien schön breit wurden. Die Blätter schnitt ich aus Reststoffen in verschiedenen Grüntönen zu, aus Samt, Wollstoff, Baumwolle und Leinen. Ich stickte sie nur locker auf und zog den Stoff manchmal absichtlich zusammen, damit die Blätter nicht zu flach wirkten.
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| Vorzeichnen |
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| Aufsticken. Die Blätter sollen nicht zu flach aufliegen |
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| Die Blätter werden arrangiert |
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| Die Rückseite |
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| Der Kragen |
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| Zusätzliche Plastikblätter und -farne |
Die Hose nähte ich aus Samt. Mit Samt zu arbeiten ist ein Thema für sich und wäre auch mal einen Blogbeitrag wert. Heute zeige ich euch bloss, wie ich die Stoffknöpfe für die Hosen herstellte:
Wenn man Stoffknöpfe braucht, gibt es da diese Sets mit überziehbaren Metallknöpfen zu kaufen. Da muss man den gewünschten Stoff einfach ein bisschen grösser als den Stoff zuschneiden und das Ganze in eine Plastikvorrichtung drücken, schon hat man einen Knopf. Der Samt für die Hose war aber leider zu dick, so dass ich den Stoff um die Metallknöpfe herumnähen musste. Das ging halt etwas länger, funktionierte aber auch gut.
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| Stoff für die Knöpfe gross genug zuschneiden |
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| Metallknopf auf den Stoff legen, von Hand um den Knopf herumnähen |
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| Die Endfäden zusammenziehen, so dass der Knopf "eingepackt" wird |
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| Die Fadenenden mehrmals um den Knopf wickeln und gut verknoten |
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| Die Knöpfe annähen |
Schnallen für die Schuhe
Historisch anmutende Schnallenschuhe zu finden ist gar nicht so einfach! Deshalb verzierte ich einfach ein Paar "normale" Schuhe. Diese fand ich in einem Brockenhaus. Ich musste nur noch Schnallen kaufen und ankleben. Und weil es ein modebewusster Elf ist, wollte ich Schnallen mit Schleifen. Das ging ganz einfach:
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| Ein Rechteck mit der schönen Stoffseite innen in der Mitte falten und zusammennähen, dabei eine Lücke lassen, um den Stoff zu wenden. |
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| Die Lücke von Hand zunähen |
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| Ausprobieren, wo die Schnalle den Stoff durchstechen wird. Die Stelle markieren und durchbohren (z.B. mit einer Stricknadel) |
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| Stoff durch die Schnalle ziehen |
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| Schnalle anleimen |
Das Kostüm bestand also aus vielen Einzelteilen. Es machte Spass, diese nach und nach zu nähen, so dass sich mit der Zeit ein Gesamtbild ergab. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt bzw. früher angefangen, dann hätte ich mehr mit den einzelnen Materialien experimentieren können (z.B. wie erreicht man die schönsten Stoffblätter? Wie soll der Schnitt des Mantels genau sein?) Das Ergebnis lässt sich aber sicher sehen. Am wenigsten überzeugt mich die Perücke. Wenn eine Figur schon das "Haar wie Distelwolle" im Namen trägt, hätte die Frisur ruhig etwas extravaganter sein können! So etwas ähnliches wie David Bowie im Film "Labyrinth" stelle ich mir vor. Auch hier fehlte mir die Zeit, verschiedene Perücken auszuprobieren und eventuell umzufrisieren. Aber man kann ja noch ausbauen.
Bis bald!
Eta Carina
Hello again
Last time I promised to write some more about my cosplay for this years' Fantasy Basel. I went as "the gentleman with thistledown hair", a faerie from Susanna Clarkes book "Jonathan Strange and Mr Norrell". You can see the result in the first two pictures.
In the book the magician Mr Norrell wants to resurrect a recently diseased lady. To achieve this, he asks said faerie for help. The faerie resurrects her in exchange for "half her life". Norrell seals the deal by giving him one of the ladies' fingers. But as usual when you make deals about life and death, there are more problems than Mr Norrell initially thought. And so the faerie lord becomes the antagonist of the two magiciens Strange and Norrell.
Of course a lot of people before me have tried to visualize those words. Like for example Portia Rosenberg, the books' official illustrator.
And then there's the BBC that turned the book into a TV series in 2015. Here, the gentleman ist portrayed by Marc Warren. He wears different costumes depending on the scene: When interacting with normal human beings the wears an unspectacular green "standard outfit". When he's in his faerie manor he wears a richly embroidered tailcoat. And only in the first episode he wears a coat overgrown with leaves. This was my favourite and the one that resembles my outfit the most.
I also liked the concept art for the series by Howard
Swindell. It is quite different from the final product but I like that it shows the gentleman as an older person. And his coat has real leaves on it too.
And of course a lot of fans have drawn their own interpretations. Here my favourites where the drawings of Enchanted Oaks and Rosaria Battiloro.
I used the Burda Pattern 2767, but I had to change some things: I made the coat much smaller and with two rows of buttons instead of just one. I also changed the length of the trousers. And although the pattern included a vest, I just drew my own pattern from this vest instead of adjusting the one from Burda. All in all the patterns and instructions where complicated but useful.
Altogether I made trousers, a vest, a tailcoat and a necktie for this cosplay. I had to buy the white tights, a blouse, the wig and the shoes and I added buckles to the shoes. That's a lot of stuff, so instead of showing everything I will only explain my favourite details.
Embroidering the coat
I stitched vines and leaves on the back part and the collar of the coat. Like with the flower skirt I used the chain stitch to get broad lines. I cut out the leaves from different green fabric remains like velvet, wool, cotton and linen. I only applied them loosely and even ruffled them a bit so they wouldn't be too flat. In the end I even applied some additional plastic leaves.
The trousers are made out of velvet. Working with velvet is a topic of its own that would deserve its own blogpost. But for today, I'll just show how I made the velvet buttons:
Making fabric buttons
Usually when you need fabric covered buttons you can buy a kit with metal buttons. There you just need to cut out some fabric and put the parts into a plastic tool to get a button. But my velvet was too thick so I had to sew the fabric around the metal buttons. This took longer, but worked fine.
- Cut out the fabric for the buttons
- Place the metal button onto the fabric and stitch around it
- Pull the threads to cover the button
- Wrap the threads around the button and secure it.
- Sew the buttons on
Buckles for the shoes
It's not easy finding historical buckle shoes! So I just altered some "regular" shoes I found second hand. I only had to buy the buckles and glue them on. And as my faerie is a fancy man, I wanted bows on the buckles. That was very simple:
- Fold a rectangle in half with the right sides together. Leave a gap to to turn it over.
- Turn over and close the gap by hand.
- Find out where the buckle will pierce through the fabric. Mark the place and make a hole (e.g. with a knitting needle)
- Pull the fabric through the buckle.
- Glue the buckles onto the shoes. That's it!
It was fun sewing all the pieces and seeing it slowly become a costume. I wished I'd have had more time or, more precisely, have started earlier. Then I could have experimented some more (like, what's the best way to make fabric leaves? What cut do I want for the coat?) But I think the result is alright. The part I actually like the least is the wig. A character with the words "thistledown hair" in the name should really have more extravagant hairstyle! David Bowie in "Labyrinth" comes to my mind. Again I didn't have the time to try out different wigs or style them to my taste. But that's something I can still change.
See you!
Eta Carina
Montag, 30. März 2015
Wintermantel im Frühling
Was? Schon wieder Sommerzeit? Aber... mein Wintermantel! Ja, ich bin wieder spät dran und ja, ich bin selber Schuld. Denn der Stoff lag schon seit
Und dies ist der Mantel des Anstosses. Auf dem Foto nicht zu erkennen sind die Löcher, die ich mir schon lange mal vorgenommen hatte zu flicken und die Fäden, die überall aus dem Stoff heraushängen. Auch wenn ich den Mantel mochte, fand ich es immer schade, dass er zu schmal geschnitten ist, um einen weiten Rock darunter zu tragen. Ein Grund mehr für einen neuen Mantel!
Ein Grund, wieso ich so lange zögerte, war, dass ich kein passendes Schnittmuster fand und Schiss hatte, ein eigenes zu zeichnen. Schliesslich nahm ich meinen alten Mantel als Ausgangslage, verbreiterte aber die einzelnen Teile gegen unten hin. Ausserdem war mir dieser Mantel etwas zu gross, deshalb verkleinerte ich den oberen Teil.
Ich wollte den Mantel für's erste recht schlicht machen, deshalb verzichtete ich auf Rüschen oder Spitzen. Dafür nähte ich Biesen. Ich fand es toll, wie der Wollstoff sich durch die Nähte verformte. Ich hatte ich mir so gar nicht vorstellen können, dass sich der Teil vor der Naht derart aufstellen und der Rest so flach bleiben würde.
Das Resultat finde ich "gar nicht mal so übel für meinen ersten Mantel, ABER...":
Die Ärmel sind eine Kleinigkeit zu kurz, aber ich glaube, es fällt nicht gross auf. Der Stoff hat an einigen Stellen Ausbuchtungen und liegt nicht ganz flach an. Ich nehme an, dass das z.T. mit den Biesen zu tun hat, die den Stoff etwas verziehen. Ausserdem fiel der Stoff viel schöner, bevor ich den Saum nähte. Während dem arbeiten machte ich mehrere Denkfehler, so dass ich den Saum nicht mehr einfach umfalten konnte. Also behalf ich mir mit Schrägband, um den Saum doch noch möglichst leicht hinzukriegen. Aber trotzdem wurde der Saum relativ steif. Für Tipps zur Verbesserung bin ich übrigens dankbar!
Recht zufrieden bin ich aber mit dem Kragen. Er lässt sich schön umklappen und hat eine gute Form. Ich hatte dieses Detail einfach von meinem "Vorlage-Mantel" übernommen, obwohl ich es anfangs nicht ganz durchschaute. Nun bin ich froh darüber :-)
Ich bin sehr glücklich über die Knöpfe, die ich vor einiger Zeit in einem Brocki gekauft und die ich nun endlich hervornehmen konnte. Anfangs war ich nicht ganz sicher, ob die Messingfarbe zum schwarz-weissen Futterstoff passt, aber zumindest die Muster sind sich sehr ähnlich.
Und was wird nun aus dem alten Mantel? Verschieben wir diese Frage doch auf eine anderer Jahreszeit, nicht?
Liebe Grüsse
Eta Carina
What? It's summertime again? But... My winter coat! Yes, I'm late again and yes, it's my own fault. Because the fabric was there for weeks months, washed and ready, but I kept ignoring it. Indeed, i probably would have waited until next winter, if I hadn't met a friend of mine recently. She said something like "You know, your coat used to be really pretty, but now it looks quite *?&!+-*". Ah well. You know someone is a real friend when she kicks your buns just in time. So I started working.
On the first picture you can see the aforementioned coat. (However, you can't see the holes and threads hanging out of the fabric). Although I liked this coat I always thought it was a pity that it had a very straight cut, making it impossible to wear a wide skirt under it. Another reason for a new coat!
One reason why it took me so long was the fact that I couldn't find a good pattern and I was afraid to draw one myself. In the end I used my coat as a starting point, but I made a wider hem and shortened everything else (the coat was always a slightly too big for me).
I aimed at a relatively plain look, so I didn't use any ruffles or lace. I sewed pin-tucks along the sides, however. I really like how the wool fabric changes through the seams. I didn't foresee how it would stand out on one side and remain flat on the other side.
In conclusion, the result is quite "not-so-bad-for-my-first-coat-but..."
The sleeves are a trifle too short, but I think that's not very noticeable. The fabric has some dents, maybe because the pin-tucks slightly distort the fabric. And the fabric had a smoother fall before I sewed the hem. I made some mistake while working so I couldn't just fold it over. The best way out seemed to use a bias binding, so the hem would be as light as possible. But the it is still quite stiff. If you have any suggestions how I can improve this, i'd be glad!
I'm quite content with the collar. It folds easily and has a nice shape. I adopted this detail from my old coat without really understanding it in the beginning. Now I'm happy I made this :-)
And I'm very pleased with the buttons. I found them in a thrift-store some time ago and now I could finally use them. Initially I wasn't too sure if the brass and black-and-white of the lining would match, but the pattern is very similar.
And what happens with the old coat now? I think I'll delay this question until next season.
Best regards
Eta Carina
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