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Mittwoch, 9. Mai 2018

Eine Kleinigkeit der Lady

Guten Abend

Ich war ziemlich erschrocken, als ich mich heute bei Blogger angemeldet hatte und sah, wie weit mein letzter Post zurückliegt: Februar! Nun, meine Leserschaft ist sehr überschaubar, trotzdem tut mir das leid. Tatsächlich nähe ich in letzter Zeit weniger und bin mehr mit anderen Sachen beschäftigt: Eine Reise planen, eine neue Sprache lernen... und "Breath of the Wild" spielen (diese Phase ist mittlerweile zwar wieder vorbei...) Tatsächlich war ich aber immer auch dran, ein neues Kostüm für die Fantasy Basel zu planen und zu nähen, die ja morgen wieder startet.
Nun, dieses Jahr ist es eine ziemliche Punktlandung geworden, aber mittlerweile bin ich mehr oder weniger parat. Ich arbeite nur noch an einigen Details, wie diesem etwas makabren Accessoire, das ich euch gerne zeigen möchte. Und wenn ihr erraten könnt, zu welcher Figur bzw. zu welchem Buch das Ding gehört, also, dann seid ihr einfach Klasse :-) Und wenn nicht, schreibe ich dann ja im nächsten Post darüber.


"Zuerst fand Stephen das ein bisschen ungewöhnlich, aber seine Überraschung legte sich gleich wieder, und wenn jemand ihn in diesem Augenblick danach gefragt hätte, hätte er geantwortet, dass Gentlemen häufig Finger in kleinen Dosen mit sich trügen, und dies sei nur eins von vielen Exemplaren, die er gesehen hätte."

Es handelt sich also um eine Dose mit einem Finger darin. Die Dose (ohne Finger) fand ich nach längerer Suche auf tutti.ch.


Ich umnähte ein kleines Schaumstoff-Polster mit Stoff und platzierte es in der Dose.


Nun brauchte ich noch den Finger einer Dame. Da ich aber keine fand, goss ich einen meiner Finger in Gips ab... Dazu formte ich Ton um meine Finger herum (zuerst dachte ich, ich könnte einfach mit meinen Fingern Löcher in den Ton bohren, aber nein, Ton kann erstaunlich unnachgiebig sein!)


In die fingerförmigen Vertiefungen im Ton goss ich dann flüssiges Gips und liess es aushärten.


Es war gar nicht so einfach, einen schönen Gipsfinger hinzubekommen. Entweder waren sie zu kurz, verbogen oder hatten Scharten. Die besten zwei Finger schliff ich dann mit einem Schleifpapier ab. Danach malte ich die sie an.


Die Dose hat im Buch eine spezielle Farbe, "...von einem wunderbaren Blau, das aber kein richtiges Blau war, sondern eher fliederfarben. Auch nicht wirklich fliederfarben, da eine Spur Grau darunter gemischt war. Um genauer zu sein, sie war von der Farbe des Kummers." Da ich das aber auch nicht vorrätig hatte, malte ich die Dose in mehreren Schichten mit gewöhnlicher blauer und violetter Acrylfarbe an. Das habe ich jetzt davon, dass ich alles im letzten Moment erledigen will! Nun, aber ich hoffe, die Besucher in Basel werden sich davon täuschen lassen.

Ich werde am Freitag und Samstag in da sein (am Samstag dann nochmals als Dolores). Hier auf dem Blog schreibe ich dann sicher wieder einen Bericht über unseren Besuch, sowie einen über den Rest des Kostüms. Das wären dann also genug Themen, um in Zukunft wieder etwas fleissiger zu schreiben. Also, man sieht sich!

Alles Gute
Eta Carina




Good evening

I was a little bit shocked when I logged into my blogger account today and saw, how long I haven't posted anything: My last post was in February! Well, I don't have that many readers, but I'm still very sorry! I actually had a lot of other things on my mind lately, like planning a journey and learning a new language... and playing "Breath of the Wild" (although this phase is over by now...) But I've also worked on a new costume for this years' Fantasy Basel, which is starting tomorrow.
It's been somewhat a precision landing this year, but I finally feel like I am ready now. I am only working on some minor details, like this slightly macabre accessory I'd like to show you. And if you can guess what character or book it belongs to, well you're just awesome :-) And if not then I'll write about it soon anyway.

The item in question is a box with a finger in it. After a prolonged search I found a box (without a finger) on tutti.ch. I sewed some fabric onto a small foam cushion and put it into the box. The next thing I needed was the finger of a lady. Since I couldn't find one I cast one of my fingers with plaster. I did this by forming clay around my fingers (first I thought I could simply poke holes into the clay, but was surprised to find that clay can be very solid!).
It wasn't easy getting a nice looking plaster finger. Most of them were too short, crooked or had jags. Finally, I took the two best fingers, sandpapered them so they would fit into the box and painted them.

In the book, the box has a very specific color, not quite blue and not quite lilac, "...to be more precise it was the color of hearache" But since I lacked that as well, I just painted the box in several layers of ordinary acrylic. This is what you get when you do everything last minute! But I think it's enough to deceive the visitors at Basel
I will be there on Friday and Saturday (On Saturday I will be Dolores again). I'll surely write a post about our visit and another one about the rest of the costume. So, theoretically, I have enough topics to write more regularly again in the future. So, see you!

Greetings
Eta Carina 

Samstag, 31. Dezember 2016

Weihnachtskarten, Weihnachtsdinos

Hallo zusammen

Ich hoffe, ihr hattet und habt eine schöne Zeit mit euren Lieben. Dies ist nur ein ganz kurzer Beitrag, in dem ich euch meine selbstgebastelten Weihnachtskarten zeige. Und in dem ich nicht darauf eingehen werde, wie wenig ich dieses Jahr hier in diesem Blog gepostet und was ich nächstes Jahr alles zu bessern gelobe. Stattdessen hier zwei weihnachtliche Stimmungsbilder:

1. Luzerns unangefochten tollste Weihnachtsbeleuchtung. Ich weiss nicht, wer sie gemacht hat. Ja, ich bin mir nicht einmal sicher, ob es sich um einen Drachen oder einen Dinosaurier handelt, aber ich sah ihn in den letzten Tagen immer, wenn ich von der Arbeit heimkam und er, nun... wärmte mir mein Herz.


2. Mein Adventskranz, bei dem die Kerzen ausgelaufen waren und alles in einem einzigen Wachsteppich zusammenklebte. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum ich davon ein Foto gemacht habe, aber irgendwie fand ich es dann doch ganz hübsch so.

Mein ausgelaufener Adventskranz. Fail but beautiful!

Nun aber zur Hauptsache: Dieses Jahr habe ich -wie schon 2014 und 2013- Weihnachtskarten gemacht. Und was läge näher, als dass ich auch das mit Cyanotypie verbinde? Also faltete ich einige A4-Blätter, bestrich eine Seite mit lichtempfindlichen Chemikalien und liess alles trocknen. Danach belegte ich die Karten mit Ausstechförmchen und Tannenzweigen und belichtete sie (Die Tannenzweige legte ich unter eine Glasplatte, damit sie etwas flacher aufliegen).


Es ist schnell! Es ist einfach! Es sieht hübsch aus! Ich hoffe, die Empfänger hatten auch so viel Freude daran wie ich.

Cyanotypie-Weihnachtskarten

Nun wünsche ich euch allen ein wunderbares 2017. Feiert, oder auch nicht, aber lasst es euch gut gehen.

Gruss
Eta Carina



Hello everybody

I hope you had a nice time with your dear ones. Today I'll write just a short post about my Christmas cards this year. And I won't go on about how little I wrote in this blog this year and how I resolve to do better next year.
Instead I'd like to share two christmassy pictures with you:

1. Lucernes best Christmas decoration ever. I don't know who made it. Well, I'm not even sure if it's a dragon or a dinosaur, but I saw it everyday after work the last few days and how can I say...? It was just heartwarming.

2. My Advent wreath. The candle started leaking and now the wax sticks everything together. I can't even really say why I took this picture, but I somehow found it beautiful nevertheless.

But now on to the main topic: Like in 2014 and 2013, I made my own Christmas cards. And the idea to make cyanotype cards sort of suggested itself. So I folded some A4 sheets, coated them with the photosensitive chemical and let it dry. Then I covered the cards with cookie cutters and twigs and exposed them to the spotlight (I put a glas plate on the twigs so they wouldn't stand out too much).
It's quick! It's easy! It looks nice! I hope the people who received the cards enjoyed them at least half as much as I did.

And now I wish you all a great 2017. Go party tonight, or don't, but have a good time.

Greetings
Eta Carina




Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachtskarten 2014

Ihr Lieben

Wie letztes Jahr habe ich auch diesmal wieder einige Weihnachtskarten gemacht. Dieses Jahr sind sie siebgedruckt... oder gesiebdruckt? Wie auch immer, ich hatte noch kleine Holzrahmen übrig, die ich mit Vorhangstoff bespannt und anschliessend bemalt habe. Wer wissen will, wie man das ganz genau anstellt, kann es in diesem älteren Post nachlesen:
Siebdruck mit Bilderrahmen




 


Einige technische Anmerkungen für alle, die selber drucken (wollen):
1. Bisher hatte ich Riesen-Radierer als Rakel verwendet. Bankkarten funktionieren aber auch, wie ich hier herausgefunden habe. Das geht natürlich bei kleinen Rahmen am Besten.

2. Ich hatte solche Bilderrahmen bisher nur zum Stoff bedrucken verwendet. Das Bedrucken von Papier stellte sich als etwas schwieriger heraus. Am schwierigsten war, geeignete Druckfarben zu finden. Acrylfarben wollte ich nicht nehmen, denn diese wären nach kurzer Zeit eingetrocknet und hätten das Sieb unwiderruflich verklebt. Also probierte ich Gouache- und Linoldruckfarben. Diese trocknen weniger schnell, Gouache ist sogar wieder mit Wasser lösbar, nachdem es schon getrocknet ist. Allerdings hatte ich von beiden Farben solche, die zu flüssig waren und darum verliefen (links) und solche, die zu trocken waren und darum kaum durch den Stoff durchkamen (rechts). Bei den trockenen Farben sah man deswegen die Stoffstruktur, was ich eigentlich schön fand. Nach einigen Drucken war dann das Sieb aber leider verklebt und ich musste es neu waschen. Wenn ihr ebenfalls Papier so bedrucken wollt, solltet ihr also besser mehrere Farbsorten im Haus haben und zuerst testen, welche am besten geeignet sind. Beim Stoff bedrucken stellt sich dieses Problem weniger, da die Farben auf den Verwendungszweck abgestimmt sind und vom Stoff auch besser aufgesaugt werden.

So, das waren jetzt aber genug technische Details! Jetzt wünsche ich euch allen ganz schöne Festtage!Liebe und Lebkuchen
Eta Carina



Dear readers

Like last year I made some Christmas cards. This year I screenprinted them. I still had some small wooden frames left which I coated with curtain fabric. Then I painted the motif on the frame. I wrote a more detailed tutorial about this technique some months ago:
Screenprinting with wooden frames

Here are some technical tipps for everyone who wants to try this too:
1. I normally use huge erasers to press the paint through the fabric. If you don't have such a thing you can also use plastic bank cards. This works best with small frames.

2. Printing on paper turned out to be a little bit more complicated than printing on fabric. The most difficult thing was finding adequate paint. I didn't wan't to use acrylic paint because it dries very fast and would have sealed the screen irremovably. So I tried gouache and linoleum print paint instead. They dry slower, you can even resolve gouache with water after it dried. But of both kinds of paint I had specimen that were too liquid and would dissolve (last picture on the left) and I had others that were too dry and would hardly make it through the fabric (on the right). The fabric structure remained visible when I printed with the dry colours. I liked the look of that, but after a few prints only very little paint came through, because the paint had already started to dry and I had to wash the frames and start new.
So if you want to screenprint on paper, better buy several different sorts of paint and test in advance.
Printing on fabric is easier because there are special inks for this task and the fabric absorbs the excess paint.

So, that's definitely enough technical details for now! Now I really wish you happy holidays!

Love and gingerbread
Eta Carina


Mittwoch, 12. März 2014

Ein Tisch aus Karton

Es war einmal vor nicht so langer Zeit, da bin ich umgezogen. Und wie das so ist mit dem Umziehen, kauft man neue Möbel und bekommt viel Karton. Da es meine erste eigene Wohnung war und ich alles richtig machen wollte, trennte ich diesen Abfall ganz korrekt und brachte das Meiste davon zur Müllabfuhr. Sehr zum Entsetzen vieler Leute, die noch nie eine Kartonschachtel gesehen hatten, die so gross war, dass ein Sofa darin Platz hatte. Irgendetwas, so begann ich zu spüren, hatte ich falsch gemacht. Wie es der Zufall wollte, merkte ich etwa zur gleichen Zeit, dass ich gut ein Tischchen gebrauchen könnte, das genau in eine bestimmte Ecke passen sollte wo sonst überhaupt kein Möbel Platz hatte. Also besorgte ich von einer lieben Person ganz viel Wellkarton und begann, daraus ein Tischchen zu basteln, damit ich es in die Ecke stellen konnte, und um für die grosse Kartonschachtel geradezustehen, die ich weggeschmissen hatte.

Die Anleitung dazu habe ich von hier:
http://www.makester.de/bauanleitungen/garderobe/kommode-carton/#.Ux-GmP2i7l1
Man schneidet aus Karton mehrere Streben zu, die man ineinandersteckt, mit Klebband verstärkt und mit einer Aussenwand verkleidet. Danach macht man das Ganze mit Papier und Kleister noch stabiler und malt es am Ende an. Ich schaffte es nicht, das Papier ganz klein zu kriegen, wodurch die Oberfläche gröber wurde als beabsichtigt.







Staub, der entstand, als ich den Tisch abschliff.




Designtechnisch könnte man es wohl unter "netter Versuch" einordnen: Das Möbel ist unbeabsichtigt krumm, eher zweckmässig als elegant und der Aufwand ist unverhältnismässig hoch. Die Idee "Möbel aus Karton" liesse sich aber in verschiedene Richtungen weiterdenken: Mir gefiel es am besten, als es noch nicht fertig und noch nicht als Möbel zu gebrauchen war: Als es nur aus Karton bestand und sehr leicht daherkam, als es mit Pappmaché überzogen war und aussah, als hätte ein postapokalyptisches Monster es vollgerotzt oder als es weiss grundiert war und aussah, als wäre es aus Gips und überhaupt nicht belastbar. Die Idee, Möbel komplett aus Abfall herzustellen, ist wunderbar. Die Herstellung müsste dann aber noch viel einfacher sein. Auch hat man mit Karton ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten als mit Holz, z.B. mit versetzten Steckverbindungen. Verständlicherweise wollte ich es am Anfang aber möglichst einfach halten. Vielleicht habt ihr ja Ideen. Würdet ihr so ein Möbel selbst machen wollen oder Kartonmöbel kaufen?

Alles Liebe
Eta Carina


Once upon a short time I moved into my new home, buying new furniture and getting a lot of cardboard boxes in return. As it was my first own flat I wanted to do it all correctly and recycled most of the boxes. This horrified some people who had newer seen such big boxes, cardboard boxes so big they could contain a sofa. I realized I had done something wrong. At the same time I felt that I could use a small table to put it in a corner where all other furniture would be to large. So I went to a nice person to get a whole lot of corrugated cardboard and I started to make a table out of it, to put it in that corner and to make amends for the boxes I threw away.

This is where I found a tutorial:
http://www.makester.de/bauanleitungen/garderobe/kommode-carton/#.Ux-GmP2i7l1
You cut single pieces out of the carton and fit them together, secure them with tape and cover the grid with more carton. Then fortify the whole thing with paper and glue (papier mâché) and paint it in any colour you like. I didn't manage to make the paper pieces as small as they were supposed to be, that's why the surface is knobbly.

Designwise you could call it a nice try: The table legs are awry, the look is rather simple and the amount of work is too high. But the whole idea of making furniture out of cardboard could go further still: For example, I liked my small table the best before it was finished, before it could be used as an actual piece of furniture: In the beginning when it was all just carton and very light. When it was covered with papier mâché and looked like snot from an postapocalyptic monster. Or when it was painted in white and looked like plaster, too fragile to sit on. The whole idea of furniture made of rubbish is beautiful. But then the making-process would need to be much faster and easier. Carton offers other looks and principles of designing than wood, too, for example with irregular joints. But for the beginning I just wanted it to be as simple as possible. What do you think? Have you other ideas for cardboard furnitures? Would you like to make such pieces yourself or even buy cardboard furniture?

Love
Eta Carina