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Sonntag, 15. November 2020

Panorama-Rock

Panorama gestickt
 

Ihr Lieben

Hoffentlich seid ihr alle wohlauf. Ich möchte mich in aller Form entschuldigen, dass ich hier so lange nichts Neues mehr geschrieben habe. (Ein Bild auf Instagram zu posten geht aber auch viel schneller als verständlich zu beschreiben, was man denn da genau gemacht hat!) Der letzte Entwurf, an dem ich auf diesem Blog gearbeitet habe, trägt den Namen "Sommerklamotten"! Tja, das ist für dieses Jahr wohl definitiv gelaufen. Allerdings war ich nicht untätig. Heute geht es um einen nicht besonders sommerlichen, aber ziemlich aufwändigen Rock, den ich vor ein paar Wochen genäht habe.

Montag, 1. Juni 2020

Cordrock

Ihr Lieben

Im Moment stehen die Zeichen bezüglich "stay home" ja auf Normalisierung. Ich erinnere mich, dass ich zu Beginn des Lockdowns den Vorsatz fasste, meinen Stoffvorrat abzubauen. Nun, so weit ist es leider nicht annähernd gekommen. Ich benutzte einen weissen Stoff zum Färben. Ich arbeitete an einem neuen Cosplay. Und dann nähte ich noch diesen grünen Rock. Und das war's auch schon. Aber ich bin froh, dass ich endlich die Gelegenheit hatte, etwas mit diesem Stoff zu machen. Ich hatte ihn schon seit Jahren und mag die Farbe sehr. Und nun habe ich einen neuen Rock.


Samstag, 24. Februar 2018

Goldrock

Hi!

Kennt ihr das auch, dass ihr daheim einen Stoff habt, der so schön ist, dass ihr einfach nie etwas daraus näht, weil ihr Angst habt, dass nichts Schlaues dabei rauskommt? Also ich habe mehrere solche Stoffe im Regal. Aber zumindest bei einem davon konnte ich mich endlich überwinden (Ich habe im Blog zurückgeblättert, und schon vor 2 Jahren schrieb ich an einer Stelle, dass ich etwas damit nähen sollte!).

Es handelt sich dabei um einen goldenen Brokatstoff, den mir eine Freundin geschenkt hat. Und ja, eigentlich handelt es sich um einen Vorhang. Darum ist der Stoff sehr schwer und steif. Ich nähte darum einen eher schlichten Rock. Naja, schlicht ist hier natürlich relativ, denn da ich ihn am "Japan Impact" in Lausanne anziehen wollte, sollte es ein Lolitarock werden. Und das bedeutet nunmal mindestens 2 Meter Rockumfang. Aber andererseits, wenn man schon einen goldenen Rock näht, dann soll er natürlich auch prunkvoll sein, nicht?

Ich entschied mich also auf der Vorderseite für Kellerfalten. Auf der Rückseite ist der Stoff eingereiht.



Der Bund ist vorne flach, hinten habe ich Gummibänder eingezogen, damit ich den Rock leicht an- und ausziehen kann.



Schliesslich nähte ich am Saum noch diese wunderschöne Spitze an. Ich hatte sie ursprünglich für meinen Blumenrock gekauft, dort wäre sie aber zu auffällig gewesen.


Mit dem Resultat bin ich recht zufrieden. Ich finde, die Spitze passt wirklich gut zu diesem Stoff. Weil der Stoff wie gesagt eher starr ist, fällt er nicht so schön, aber wenn man die Falten gut bügelt, ist das in Ordnung. Und da ich immer noch mehr als genug Stoff übrig habe, könnte ich auch noch einen zweiten, wirklich schlichten Rock damit nähen. Hoffentlich dauert das dann auch nicht wieder 2 Jahre...



Schöne Wochenende wünscht
Eta Carina



Hi!

Do you know the feeling of having fabric at home that's just so beautiful, you never get to do anything with it out of fear you won't live up to it? I personally have several such fabrics. But I overcame my worries at least with one of them (I scrolled back in this blog and I briefly mentioned I should use it a full two years ago!)

The fabric in question is a golden brocade I got from a friend of mine. And yes, it actually used to be a curtain. That's why it's very heavy and unwieldy. So I decided to make a rather plain skirt.
Relatively speaking, because I wanted to wear it at "Japan Impact" in Lausanne and it was supposed to be a Lolita skirt. Which of course means a circumference of at least 2 meters. But then, when you go for a golden skirt you might as well make it really splendid, right?

I opted for box pleats and a flat waistband at the front. At the backside I just gathered the fabric. And pulled elastic bands through the back part of the waistband.

Finally I attached this beautiful black and white lace to the seam. I had initially bought it for my floral skirt, but it would have been too prominent, so I didn't use it there. Here it fits just fine.

I'm relatively happy with the result. I think the lace really goes well with it. The fabric, as I mentioned, is stiff, so I have to really iron the pleats very well, otherwise they would stand out weirdly. But since I still have more than enough fabric left I could make another, really plain skirt. I hope this won't take another two years...

Have a nice weekend!
Eta Carina

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Blumenrock mit Stickereien

Guten Abend

Ich habe einen neuen Rock gemacht. Tadaa:


Als vage Inspiration dienten Blumenmuster, wie man sie z.B. auf Trachten oder bei Bauernmöbeln sieht. Dank Dominiks Grossmutter haben wir sogar selbst einige solche Möbel in der Wohnung stehen (auf dem untersten Foto guckt links z.B. eine kleine Kommode mit Blumenmuster hervor). Mehr Bilder findet ihr auf einem meiner Pinterest-Boards:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/trachten-stickereien-bauernmalerei/
 
Drucken
Zuerst druckte ich das Muster auf den Stoff. Das machte ich mit zwei Folien (eine für die grüne Farbe, eine für die Rote). Wenn ihr genau wissen möchtet, wie das funktioniert, könnt ihr es in einem früheren Post nachlesen: Schablonendruck mit Wappen.
Diesmal verwendete ich aber nicht Klebfolie, sondern Acetatfolie, die ich dann mit Leimspray besprühte. Das machte ich so, weil ich das Muster ja mehrere Male wiederholte. Die Klebfolie wäre mit der Zeit kaputt gegangen. Die Acetatfolie ist stärker und man kann immer wieder neu Leim aufsprühen, wenn die Folie nicht mehr so gut hält. Ausserdem ist das Muster gespiegelt, ich musste die Folie also bei jeder zweiten Wiederholung drehen.

Muster zeichnen
Muster auf Folie übertragen und ausschneiden
Auf Stoff drucken. Damit das Muster gespiegelt werden kann, muss die Folie gut gewaschen und dann gedreht werden.
Das fertige Muster, wofür ich zwei Folien brauchte: Eine für die Blätter, eine für die Blüten.

Sticken
Danach fand ich das Ganze aber noch etwas zu schlicht, darum stickte ich den Formen entlang. Und um noch eins draufzusetzen, nähte ich zusätzlich noch Perlen an. Damit der Stoff immer schön gleichmässig gespannt bleibt, kaufte ich mir einen Stickrahmen. Ausserdem legte ich Stickvlies unter den Stoff. Stickvlies macht den Stoff zusätzlich stabiler. Am Schluss reisst man es wieder weg, was eine riesen Sauerei gibt. Das Sticken war mit Abstand der aufwändigste Teil vom ganzen Rock! Aber ich finde, es hat sich gelohnt.

Stickrahmen
Die gestickten Linien...
... und die Perlen

Der Rock selbst ist eigentlich recht schlicht: Unten ist eine kleine Klöppelspitze, oben ein Bund, bei dem am Rücken Gummibänder durchgezogen sind. Speziell ist vielleicht, dass der Rock oben nicht gleichmässig gerafft ist: Vorne ist er gar nicht gerüscht, dafür an den Seiten um so stärker. Ich habe das gemacht, damit das Muster besser sichtbar ist, bin aber das wäre wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen.
Man kann den Rock mit einem längeren Rock und einem Petticoat zu einem ziemlich voluminösen Lolitarock kombinieren. Oder man trägt ihn einfach so, das geht auch.




Good evening

So I made a new skirt. Ta-dah!

As a vague inspiration I looked at floral ornaments like you can find on traditional Swiss costumes or farm furniture. Thanks to Dominiks grandmother we also have some such furnitures in our apartment (there's a small chest of drawers peeking out on the last picture, for example). You can see more pictures on one of my pinterest boards:
https://www.pinterest.ch/carinasarmoire/trachten-stickereien-bauernmalerei/
 
Printing
First I drew a flower-pattern and printed it onto the fabric. I used two different films (one for the green colour, one for the red one). I already made a post about how to print with films, if you want a more precise explanation: Schablonendruck mit Wappen.
But this time I didn't use adhesive foil but acetate film. I then used spray glue on it, so it would stay in place. I decided to do it that way because I had to repeat the pattern several times and the adhesive foil wouldn't have been stable enough. I also had to turn the film around in order to mirror the pattern, which also wouldn't have been possible with the adhesive foil.

Embroidery
I fount the printed pattern alone was too plain, so I started to stitch around the edges of the ornament. And to make it even fancier, I then added beads. I bought a embroidery frame to keep the fabric flat during embroidering. I also had a tear away stabilizer underneath the fabric, which made the fabric even stronger. The tearing away was really messy, because I had hundreds of shreds, but otherwise it worked well! The embroidery was by far the most laborious part of the whole skirt! But I think it was really worth it.

The skirt itself is really rather simple: It has a small lace at the bottom and a waistband with elastics at the back. One thing is special though: The skirt isn't evenly gathered all around, it is flat at the front, but ruffled stronger at the sides. I did this so the print would be better visible, but I don't think this was really necessairy.
It is possible to turn the skirt into a very voluminous Lolita skirt together with a longer skirt and a petticoat. But you could also just wear it as it is, I find that looks fine too.

Good night
Eta Carina

Mittwoch, 26. April 2017

Dolores

Ihr Lieben

Die Fantasy Basel steht wieder vor der Tür und das bedeutet: Zeit für ein neues Cosplay.
Dieses Jahr gehe ich als Dolores.

Quelle: http://screenertv.com/television/westworld-alice-in-wonderland-dolores-goes-down-rabbit-hole/
Dolores ist ein Roboter. Sie lebt im Vergnügungspark "Westworld", wo Touristen hinkommen, um Wildwestabenteuer nachzuspielen. Und da man Roboter ja reparieren kann und Erinnerungen löschbar sind, ist es auch nicht verwerflich, wenn die Parkbesucher nicht gerade rücksichtsvoll mit den Robotern umgehen. Dolores sieht weiterhin das Gute in der Welt und tut keiner Fliege etwas zuleide. Zumindest zu Beginn...

Quelle: http://heavy.com/entertainment/2016/10/westworld-what-do-the-flies-mean-meaning-symbolize-significance-face-eyes-theories/

Das Kleid dieses Jahr war eine Herausforderung, denn im Gegensatz zu Princess Bubblegum und Susanne, die ja viel Spielraum für Interpretation lassen, hat Dolores das Aussehen einer bestimmten Schauspielerin (Evan Rachel Wood, der ich nicht ähnlich sehe) und es gibt viele hochauflösende Bilder, wo man bis aufs Unterhemd ganz genau sehen kann, wie der Stoff und der Schnitt und die ganzen Verzierungen auszusehen haben. Natürlich musste ich hier und da Kompromisse machen. Im Grossen und Ganzen glaube ich aber, dass ich mich recht gut ans "Original" gehalten habe.

Schnitt
Die Zeit des Wilden Westens ist das 19. Jahrhundert, und Dolores' Kleid ist in einigen Dingen typisch für die Mode zu der Zeit: Der Rock ist bodenlang und vor allem hinten weit, das Oberteil ist figurbetont, die Ärmelnähte sind nicht unten, sondern an den Seiten. Ich konnte darum meine Belle Epoque-Schnittmuster wieder hervorholen, musste aber natürlich auch einige Dinge ändern.
So ist der Rock hinten in regelmässigen Abständen gefaltet statt nur gerüscht. Das Oberteil wird vorne durch Knöpfe geschlossen statt am Rücken mit Haken und Ösen. Es dauerte ein Weilchen, bis ich das Schnittmuster gut angepasst hatte! Ich denke aber, jetzt sitzt es gut. Auch dank vielen versteckten Druckknöpfen...





Borte
Das Schönste an Dolores' Kleid finde ich die Verzierungen an Ärmeln und Ausschnitt. Bei näherem Hinsehen ist die Borte gepunktet. Da ein Polkadot-Print aber zu modern ausgesehen hätte, bestickte ich ein Baumwollstück von Hand. Danach musste ich den Stoff falten und annähen.
Ganz innen verläuft ein Samtband. Ich fand kein Band in der richtigen Farbe, weshalb ich ein hellblaues Band mit verdünnter Textilfarbe einpinselte. Ich bin nicht sicher, wie lange das hält, aber so sieht die Farbe weniger künstlich aus.










Das Samtband normal (links) und eingefärbt (rechts)



Knöpfe
Auf der Vorderseite habe ich normale Knopflöcher genäht. Bei den Ärmeln liegen die Knöpfe jedoch neben dem Stoffrand. Darum nähte ich dort einen Wollfaden an den Stoffrand und häkelte Schlaufen, wo die Knöpfe durchgehen.

Quelle: http://www.businessinsider.com/westworld-season-2-date-2016-12
Knopf annähen

Schlaufe häkeln

Schlaufe annähen

Zwischen den einzelnen Schlaufen ist der Wollfaden einfach mit Vorstichen angenäht.


Gürtel
Dolores hat einen sehr auffälligen Gürtel mit einem geprägten Blütenmuster und einer metallenen Schnalle. Westerngürtel mit ähnlichem Muster findet man viele, aber sie werden natürlich eher um die Hüfte getragen als um die Taille und haben andere Schnallen. Ausserdem sind schöne Gürtel nicht gerade billig! Glücklicherweise bin ich aber nicht die erste in meiner Familie, die sich gerne anzieht wie in früheren Zeiten. Ja, während ich mich gerne an Mittelaltermärkten und Conventions herumtreibe, bevorzugte mein Onkel Cowboystiefel und -Hüte. Und glücklicherweise hatte ich noch einen Gürtel von ihm. Zuerst dachte ich, ich könne ihn nicht gebrauchen, da er einen ganz anderen Verschluss hat als Dolores' Gürtel. Nach einigem Zögern machte ich aber einfach ein Loch in den Gürtel und zog eine rein dekorative Gürtelschnalle von Prym ein. Der eigentliche Verschluss ist jetzt am Rücken.
Nun war der Gürtel aber immer noch zu gross für meine Taille. Weil der Verschluss etwas speziell ist, konnte ich nicht einfach zusätzliche Löcher stanzen, sondern musste den Verschluss versetzen. Hier hatte ich Hilfe von Peregrinas, die mir erklärten, was ich für die Lederbearbeitung brauche: Sattlergarn und eine Ahle. Also nahm ich den Verschluss ab und nähte ihn weiter hinten wieder an.
Es bereitete mir schon einige Gewissensbisse, einfach den schönen alten Gürtel für ein Kostüm derart abzuändern. Aber schliesslich war die Gelegenheit zu gut, um sie nicht zu nutzen.

Der eigentliche Verschluss (am Rücken)

Die rein dekorative Schnalle

Verschluss anleimen

Löcher stanzen

Verschluss angenäht

2. Durchgang

Der angenähte Verschluss


Das Kleid steht also. Nun wäre ein Unterrock noch toll und auch Dominiks Cosplay ist noch nicht ganz fertig. Die grösste Herausforderung aber wird sein, aus dunkeläugig und braunhaarig blond und  blauäugig zu machen. Die Perücke, die ich gekauft habe, sieht schonmal grossartig aus... Zu grossartig: Niemand, der in der Prärie lebt, kann so volle und glänzende Haare haben! Ihr seht ja dann, wie es herauskommt...

Alles Liebe
Eta Carina



Hello my dears

This weekend is Fantasy Basel again! This means: high time for a new cosplay!
This year I will be going as Dolores. Dolores is a robot. She lives in the theme park "Westworld", where tourists go to take part in wild west adventures. And since robots can be repared and memories can be erased it's no problem when the visitors treat the robots in a more than careless manner, right? Dolores continues to see only the good in the world and can't hurt a fly. At least in the beginning...

This year's cosplay was a challenge because unlike Princess Bubblegum and Susan, who leave a lot of room for interpretation, the character of Dolores is connected with look of the actress playing her (Evan Rachel Wood, and no, I don't look anything like her). And of course there are many pictures where you can see exactly what the dress is supposed to look like, every seam and decoration, from the top to the undershirt... Of course I had to make compromises here and there. But all in all I think I managed to stay faithful to the "original".

Pattern
The "wild west" takes place in the 19th century and Dolores' dress is in many aspects typical for this periods fashion: The skirt has floor lenght and is wide especially at the back, the top is fitted and the sleeve seams are on the sides. That's why I could re-use my Belle Epoque pattern, although I had to make some changes of course.
The skirt for example isn't just gathered but folded in regular intervals. The blouse is closed at the front by buttons instead of at the back with hooks and eyes. It took me a while to adjust the pattern, but I think it fits well now. With the help of lots of press-buttons...

Border
I think the most beautiful detail of Dolores' dress are the laces on the sleeves and neckline. The folded border is dotted. Of course a polka dot print would have been too modern, so I embroidered a piece of fabric by hand. Then I had to fold and attach the border. There's also a velvet ribbon. I didn't find one in the right colour, so I bought a babyblue ribbon and painted diluted textile paint on it so it would look more natural. I hope it will stay on.

Buttons
On the front side I sewed regular buttonholes with the machine. But at the sleeves, the buttons are supposed to be next to the edge. So I attached a wool thread at the edges and crocheted loops for the buttons.

Belt
Dolores wears a eye-catching belt with a embossed floral pattern and a metal buckle. I found many western style belts with similar floral patterns, but they are worn on the hips rather than around the waist. The buckles look different too. And of course good belts are expensive! But luckily I'm not the first of our family to enjoy dressing up in old fashioned garments. Because while I like to hang around at conventions and medieval fairs my uncle used to prefer cowboy hats and -boots. And luckily again, I still had one of his belts. First I didn't think I could use it because the fastening looks completely different than what I needed. But after some hesitation I just added a purely decorative buckle from Prym. The real fastening is at the back now.
But the belt was still too wide for my waist. I couldn't just make additional holes into the belt because  of the peculiar fastening mechanic. So I had to detach one part of the belt and sew it on again at a different place. I had never sewn leather before. Thankfully, Peregrinas helped me out here as they explained what materials I would have to use: waxed thread and an awl.
I did feel a bit uneasy about changing that old belt so much for a costume. But then, I feel like it would have been a pity not to use it.

So, the dress is ready. An underskirt would be nice if time allows it but Dominiks cosplay isn't all done yet either. But I think the biggest difficulty will be to change my brown hair and dark eyes into blonde hair and blue eyes. I already have a wig and it looks great. Too great... Because no one living in the prairie could have such full shiny hair! Well, you'll see how it will turn out soon...

Love
Eta Carina

Montag, 22. Februar 2016

Belle Epoque-Woche in Kandersteg

Guten Abend

Bald einen Monat ist's her, als in Kandersteg Ende Januar die Belle Epoque-Woche stattfand. Ich hatte mir für den Anlass ein Kostüm genäht, das ich nun spazieren führte. Dominik lieh seine Kleider vom Luzerner Theater. Wir waren zwei Tage in Kandersteg, am Freitag und Samstag.

1. Tag: Ankommen und Abendessen
Wir kamen am frühen Nachmittag an und verbrachten den Rest des Tages sehr gemütlich damit, das Hotelzimmer zu beziehen, durch das Dorf zu schlendern und etwas zu essen. Mir gefällt an den Belle Epoque-Tagen sehr, wie wirklich das ganze Dorf mitmacht und viele Sachen in den Läden und Hotels präsentiert werden, wie zum Beispiel die Ausstellung von Jean Playfair Evans. Am Abend gingen wir ins Hotel Ermitage essen. Das Hotel ist ein bisschen ausserhalb, wodurch wir einen schönen Spaziergang unter den Sternen hatten.



2. Tag: Lolitas und Leckerbissen
Gegen Mittag kamen die Lolitas mit dem Zug an. Wir besuchten die Hut-Ausstellung, schlenderten abermals durch's Dorf und machten Fotos. Einige davon könnt ihr auf Süssings Blog sehen!
Danach verabschiedeten wir uns von Dominik und machten uns auf zum Hotel Doldenhorn, wo Afternoon Tea serviert wurde. Dazu fand auch eine Modeschau statt, organisiert von Pat's Uniform und Kostümverleih. Dieser Laden war mir schon an der Fantasy Basel aufgefallen, wo sie einen Fotostand hatten. Sie zeigten einige wirklich wunderbare Kostüme! Nach der Modeschau fand auch die Prämierung des besten Hutes statt. Ich fühlte mich ein klein wenig nackt unter meinem zwar grossen, aber ganz und gar undekorierten Hut. Na, aber "Hut beladen", das kommt auf die To-do-Liste für nächstes Jahr!

Foto: Lea

Nachspiel: Wenn du es selbst an- und ausziehen kannst, ist es nicht ladylike genug
Während dieser zwei Tage bekam ich ein bisschen ein Gespür dafür, wie es gewesen sein muss, in den damaligen Kleidern herumzulaufen. So brauchte ich Hilfe, um das Oberteil auf- und zuzumachen und auch die Frisur brauchte, obwohl unter dem Hut versteckt, einige Zeit. Schwierigkeiten hatte ich aber erst, als ich am Samstag Abend daheim ankam: Ausser mir war niemand zu Hause, der mir aus meinem Kleid helfen konnte und langsam war es mir doch unbequem geworden! Freunde oder Bekannte, die in der Nähe gewohnt hätten, waren entweder nicht erreichbar, nicht in der Stadt oder dann war es mir zu peinlich, sie anzurufen. Ich musste mir also selbst helfen. Schliesslich trennte ich die Ärmelnähte ein Stück weit auf. Erst dadurch bekam ich überhaupt genügend Bewegungsfreiheit, um längere Zeit an den Ösen herumzufummeln, so dass ich mich schliesslich doch noch befreien konnte. Ich muss sagen, solche Sorgen dürften heutzutage doch eher selten sein.

Gute Nacht
Eta Carina


Good Evening

It's been about a month now that we've been to the Belle Epoque Week in Kandersteg. I had sewn costume for the occasion, which I could finally wear now. Dominik rented his clothes from the Luzerner Theater. We we're there for two days, on Friday and Saturday. 

Day 1: Arrival and dinner
We arrived in the early afternoon and spent the day in a quite lazy way, going to the hotel, walking through the village and eating. I really like how the whole village takes part in the event. A lot of things are displayed or take place inside the different shops and hotels, like the exhibition about Jean Playfair Evans for example. In the evening we went to dinner at the hotel Ermitage. The hotel is a little bit out-of-the-way, which made for a nice evening walk.

Day 2: Lolitas and delicacies
Around noon the next day the Lolitas arrived. We visited an exhibition about hats, strolled through the village once more and took photos. You can see some of them on Süssings Blog! Sadly, Dominik had to leave then. Now it was about time to go to the Hotel Doldenhorn, where they served Afternoon Tea. There was also a fashion show, organized by Pat's Uniform und Kostümverleih. I had heard the name before because they also where at the Fantasy Basel and they showed some stunning costumes! After the show there was a contest for the best Belle Epoque hat. I felt a little bit naked, in fact wearing a hat, but a totally undecorated one! Well, this is definitely a task for next year.

Encore: If you can pull it on and off yourself, it's not ladylike enough
During those two days I learned how it might have been to wear such clothes regularly. I needed help to open and close the hooks and eyes on my bodice and my hair, although hidden underneath a hat, took quite some time as well. But things only got really complicated in the end. When I arrived home on Saturday night I realised there was no-one at home who could help me get changed. And the clothes started to feel quite uncomfortable! Of the people who lived nearby there was either nobody at home or I was too embarrassed to call, so I had to solve the problem myself. In the end, I cut the seams of the sleeves open so I could move just enough to open the hooks. Finally, I was free again. Well, you don't get such problems too often nowadays.

Good night!
Eta Carina

Montag, 25. Januar 2016

Belle Epoque: Taille und Rock

Ihr Lieben

Es ist wieder mal Kamillentee-Zeit (Bedeutet: Ich bin erkältet). Trotzdem habe ich endlich meine Kleidung für Kandersteg fertig genäht. Und zumindest das ist doch schon ein Grund zur Freude.

Der Schnitt
Nach einer recht langen Recherchephase hatte ich mich für einen Schnitt aus dem Buch "59 Authentic Turn-of-the-Century Fashion Patterns" von Kristina Harris entschieden. Das Modell stammt aus dem Jahr 1890. Es handelt sich, wie übrigens die meisten Damenkleider, die man aus der Zeit sieht, nicht um ein richtiges Kleid! Stattdessen besteht das Outfit aus einem Oberteil, der sogenannten Taille und einem Rock, die aber eine Einheit bilden. Das Schnittmuster, an dem ich mich orientierte, hat enganliegende Ärmel, kleine Puffärmel und einen Stehkragen. Die Brustpartie ist gerüscht, der Rock besteht aus einem ebenfalls gerüschten Oberrock und einem dunkleren Unterrock. Dazu trägt die Frau im Bild einen V-förmigen Gürtel, der aber im Schnittmuster nicht vorkommt.
Das Schnittmuster musste ich von Hand vergrössern. Ich hielt es für schlauer, erst mal ein Probestück aus Reststoffen zu nähen und damit zu prüfen, wie alles passte.

Vorlage
Schnittmuster zeichnen

Das Modell

Dabei stellte ich fest, dass das Oberteil etwas kurz war. Also verlängerte ich es. Es war ausserdem gegen unten zu weit, aber das merkte ich erst später. Ich fand das Oberteil auch etwas zu wuchtig, deshalb nahm ich Spitzenstoff für die Puffärmel, die ich etwas hochraffte, damit sie noch zierlicher aussahen.

Vorderseite
 

 



 
Rückseite
 

 


Kleider zu der Zeit wurden gewöhnlich mit Haken und Ösen geschlossen. Ich machte es mir einfach und benutzte Haken und Ösen-Bänder. Da die aber natürlich die falsche Farbe hatten, nähte ich sie verdeckt ein.


Ärmel

Einzelteile der Ärmel

Oberärmel

Der Rock
Der Rock besteht aus zwei schmalen Seitenteilen, einem eher breiten Vorderteil und einem seeehr weiten Rückenteil, das zusammengerafft wird. So hat man hinten noch mehr Volumen, was die S-förmige Silhouette unterstützt, die zu der Zeit angesagt war.
Anfangs wollte ich den Rock ebenfalls mintfarben machen. So hätte das Ganze auch mehr wie aus einem Guss gewirkt. Auch bei meinen Beispielen aus der Recherche waren jeweils Rock und Taille Ton in Ton. Aber jedesmal, wenn ich die Stoffe um mich wickelte, um mir das Endprodukt besser vorstellen zu können, gefiel mir der petrolfarbene Stoff einfach besser. Ich verzichtete auch auf eine zweite Rockschicht. Dafür nähte ich Biesen und eine grosse Rüsche an.

 

 
Das Kleid ist als eher formelles Dinner dress gedacht; zu glitzerig für am Tag, aber trotzdem noch hochgeschlossen. Ich bin recht unsicher, weil diese Epoche für mich ganz neu ist, aber ich denke, es ist doch recht gut herausgekommen. Was nun noch fehlt ist ein Unterrock, damit der Rock mehr ausschwingt. Ausserdem bin ich gerade dran, passende Accessoires zusammenzuplündern. Ich bin darum selber gespannt, wie sich das Gesamtbild bis Ende Woche präsentieren wird.

Alles Liebe und vielleicht bis in Kandersteg
Eta Carina


P.S.: Einige Worte zur Silhouette
Ich habe einige Zeilen weiter oben schon die S-Silhouette angesprochen, die von der Mode während der Belle Epoque angestrebt wurde: Brust und Gesäss bilden ausgeprägte Kurven, während der Bauch möglichst flach sein soll. Zusätzlich soll die Taille möglichst schlank daherkommen, die Hüfte sind ausladend. Bekanntlich wurde dies durch ein Korsett erreicht. Ich habe lange hin und her überlegt, und bin schliesslich zum Schluss gekommen, zumindest für dieses Mal darauf zu verzichten. Abgesehen von meinen Bedenken, ob ich das Abendessen so geniessen könnte, stand auch ausser Frage, dass ich mir schnell-schnell ein gutes Korsett hätte nähen können. Eines kaufen wollte ich auch nicht, da ein heutiges Korsett der damaligen Form auch nicht genau entspricht. Kurz gesagt: Korsette sind eine Welt für sich und würden eine vertiefte Auseinandersetzung brauchen.





Good evening my dears

It's camomile tea season again (means I have a cold). Nevertheless I finally finished my dress for Kandersteg. And now, that's a reason to be happy.

The cut
After researching for quite some time I decided for a cut from the book "59 Authentic Turn-of-the-Century Fashion Patterns" by Kristina Harris. It's a ladies' costume from 1890. Like most costumes from the Belle Epoque, this isn't a real dress! It's a separate bodice and a skirt, which looks like one single dress. The pattern I used has narrow sleeves, small puff sleeves and a high collar. The breast part is ruffled, as is the upper part of the skirt (there's a darker underlying skirt too). The woman on the illustration also wears a v-shaped belt, but this wasn't part of the pattern.
I enlarged the pattern by hand. As I wasn't sure how it would fit, I first made a test piece from leftover fabric. The test bodice was actually a bit too short. It was also too wide at the bottom, but I only noticed that later. Moreover the puff sleeves where too bulky for my taste, so in the final bodice I used lace fabric and sewed them higher up than usual to make them even smaller.

The skirt
The skirt consists of two narrow side parts, a wide front part and a veeeery wide back part, gathered together. Like this the back part becomes more voluminous, which helps to achieve the S-bend silhouette, which was fashionable at the time.
Initially I wanted the skirt to be mint-coloured, like the bodice. This would have helped creating the illusion that the whole thing was only one piece. All the examples from my research seem to be of one colour as well. But every time I would wrap the fabrics around me to see how the end product would look, I just preferred the darker fabric. I also left out the second layer of the skirt, but sewed some tucks and a big ruffle instead.

I think of my costume as a rather formal dinner dress; too shiny for wearing it at day, but very modest. I'm feeling a little bit insecure, because this period is all new to me, but I like the result quite well. Now I still have to sew a petticoat, to get a fuller skirt. I'm also combing through the shops for adequate accessories. I'm really curious how the whole outfit will turn out by the end of the week!

All the best and maybe see you at Kandersteg
Eta Carina

P.S.: A few words about the silhouette
A few lines above I was talking about the S-bend silhouette, which women of the Belle Epoque where trying to achieve: Breast and bottom where emphasized while the belly was supposed to be flat. The waist was very slim, while the hips where wide and round. Of course this was achieved by wearing a corset. I thought about it long and hard and decided, at least for now, against wearing a corset. Besides worriyng if I could enjoy dinner I simply wouldn't have had the time to make a good corset (or even boning for the bodice) in such a short time. I also didn't want to buy one, because not every corset gives the "right" shape. In short, corsets are a whole universe in themselves and I didn't feel like I could "dive" into it just now.