Montag, 29. Mai 2017

Grosser Rucksack

Moin

Vor einiger Zeit hatte ich für meine Mutter einen kleinen Rucksack genäht. Ich hatte mir dann vorgenommen, einen weiteren Rucksack zu nähen, aber grösser (mindestens ein Ordner sollte hineinpassen) und bitteschön mit ordentlich Kinkerlitzchen dran. Das ist das Ergebnis:

Der neue Rucksack

Ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Rucksack! Er ist nicht perfekt, aber darum geht es auch gar nicht. Was mich wirklich über alle Masse freut, ist, wie praktisch so ein Rucksack ist (Tja... Wer hätte das gedacht?). Ich trage ihn im Moment überall hin mit, zur Arbeit, in den Wald, in die Stadt, an den See... Im Moment hat er sowohl meine Schultertasche wie auch diverse "gewöhnliche" Rucksäcke abgelöst.


In der Stadt

Ich überlegte lange, welcher Stoff für einen Rucksack geeignet wäre. Schliesslich sollte er etwas aushalten können und trotzdem hübsch aussehen, herkömmliche wasserfeste Materialien wie Blachen schieden also schon mal aus. Ich fand dann heraus, dass es bei Julia Weideli Storen-Stoffe gibt. Die Farbauswahl haute mich zwar nicht aus den Socken, aber schliesslich entschied ich mich für den beigen Stoff.
Kaum war der Stoff angekommen, plünderte ich meine Reste-Kiste, um zu sehen, was dazu passen könnte und wurde auch fündig: Die Spitze hatte ich von einem Flohmarkt. Den dunkelblauen Stoff hatte ich vor längerer Zeit einmal gekauft, aber nie etwas daraus gemacht.

Spitze

Der Rucksack ist praktisch gleich gemacht wie der oben erwähnte Mini-Rucksack, aber eben grösser. Nur mit der Vordertasche war ich damals nicht zufrieden, weshalb ich sie jetzt anders machte. Ich wollte, dass sie nicht mehr aufgesetzt ist, sondern in die Vorderseite des Rucksacks integriert. Das Vorderteil selbst ist aber so schmal, dass die Vordertasche  ziemlich wenig Platz geboten hätte. Darum faltete ich sie an zwei Stellen. Wenn man jetzt etwas hineintut, gehen die Falten auseinander, so gibt es mehr Platz. Allerdings hätten noch ein, zwei Zentimeter mehr auch nicht geschadet...

Der Taschenstoff (mit Bügelvlies verstärkt). Die Linien zeigen, wo gefaltet werden muss.

Falten von der Rückseite her gesehen

Falten von der Vorderseite her. Der Abstand zwischen den Mustern ist 3 cm
 und der Stoff wurde je 6 cm hineingefaltet, so geht das Muster lückenlos weiter.

Der Reissverschluss wird zwischen die Tasche und das restliche Oberteil genäht.

Als Rückwand kommt ein zusätzliches Stück Stoff hinter die Tasche


So, den Rucksack habe ich, jetzt fehlen nur noch ein paar hitzetaugliche Kleidungsstücke für den Sommer...

Liebe Grüsse
Eta Carina



Hello!

A while ago I made a small Backpack for my mother. Ever since then I wanted to make another one, but bigger (big enough to carry a folder) and with a decent amount of lace. You can see the result in the first photograph.

I am very happy with my new backpack! It's far from perfect, but that's not what I mean. What I really appreciate is simply how practical it is (well, who would have thought?). I'm carrying it along everywhere at the moment, to work, into the wood, to town, to the lake... It has replaced my shoulder bag and several "ordinary" backpacks.

I considered for a long time which would be the best fabric for a backpack. It had to be robust and look nice at the same time, so I didn't want to use tarpaulin or similar materials. I then found  canvas for blinds at Julia Weideli. I didn't really like most of the colours, but finally settled for beige.
Next I rummaged through my fabric boxes to see what I could combine with the canvas. I found those wonderful laces from a flea market and a darkblue satin I had bought some time ago.

The backpack is made more or less the same way as the above mentioned mini-backpack. But I never liked the front pouch there, so I wanted to change that. The new pouch isn't separated like in my first backpack, but part of the front side. To get more space (the front side is rather narrow) I folded the front of the pouch two times, so when I put something inside, the folds separate, making the pouch bigger. But i should have added even some one or two centimetres more...

Anyway, now that I have a backpack, all I need is some cooling clothes, then I'll be ready for summer...

Kind regards
Eta Carina


Mittwoch, 3. Mai 2017

Fantasy Basel 2017

Hallo zusammen

Wir sind zurück aus der Zukunft! Dieses Wochenende waren wir wieder an der Fantasy Basel. Zum dritten Mal hat die Convention jetzt stattgefunden und sie ist mittlerweile definitiv zu gross, als dass man in zwei Tagen alles sehen und ausprobieren könnte. Deshalb schreibe ich schlicht, was Dominik und ich so gemacht haben.

Der Delorean aus "Zurück in die Zukunft"
Das Messegebäude
Sonnendach im Innenhof

Nun, zunächst sind wir einfach viel herumgelaufen und haben uns umgesehen. Und wie gesagt: Zu sehen gab es viel! Wie eben den Delorean aus "zurück in die Zukunft". Oder die beiden Transformers. Oder die vielen Cosplayern mit ihren wunderbaren Kostümen. Besonders gefallen hat mir auch die Ausstellung des Science-Fiction-Museums "Maison d'Ailleurs": Neben Bildern von John Howe und Benjamin Carré gab es dort Szenen aus "Star Wars" und "Herr der Ringe", die mit Lego nachgebaut wurden. Wobei sich die Erbauer kleine Eigeninterpretationen erlaubten...

Transformers, gebaut von AJ Designs


Und ein weiteres Museum war an der Fantasy Basel auf Besuch: Das Swiss Space Museum. Das Museum hat leider noch keinen festen Standort, aber in Basel waren schon mal einige Exponate zu besichtigen: Zum Beispiel Teile einer Sojus-Rakete, die 2016 bei Baikonur niedergegangen waren. Oder eine Replika einer Mercury-Kapsel, in der gerade mal ein Astronaut Platz hatte. Noch bemerkenswerter fand ich aber den Schriftzug aussen an der Kapsel. Disney lässt grüssen!

Das Innere der Raumkapsel
Der Schriftzug
Russischer Raumanzug (wird nur im Innern des Raumschiffs getragen)
Man hatte auch die Möglichkeit, mittels VR-Brille eine Mondlandung mitzuerleben. Die Animation war nicht gerade auf dem neuesten Stand, trotzdem war es ein seltsam faszinierendes Erlebnis, auf dem "Mond" zu stehen: Die Mondfähre im Sonnenlicht vor einem schwarzen Himmel, die Landschaft voller tiefer Schatten, und die Erde ganz klein hoch über dem grossen Wagen stehend...
An diesem Stand baute ich ausserdem mein Vorurteil gegen Astronauten-Nahrung ab. Anders als ich erwartet hatte, ist diese zumindest bei der ESA nämlich nicht breiförmig, sondern fest und gar nicht mal so übel. Wer die Packung genau studiert, lernt ausserdem, dass die Nahrung aus Italien kommt, biologisch hergestellt wird und ohne Konservierungsstoffe ist.

Astronautennahrung. Links die russische Variante, rechts die europäische.
Wir waren auch an zwei Vorträgen: Erich von Däniken sprach darüber, in welcher Form Ausserirdische bei einem Besuch vor langer Zeit Botschaften an uns Erdenbewohner hinterlassen haben könnten. Er ist ein begnadeter Redner. Man kommt sich direkt blöd vor, hier hinzuschreiben, dass man doch noch nicht ganz überzeugt ist, so überzeugend war er.
Der andere Vortrag war hingegen vertrauteres Terrain: Die französische Cosplayerin Nikita stellte verschiedene Möglichkeiten vor, Stoff zu verzieren, wie z.B. besticken, bemalen oder bedrucken. Viele Methoden kannte ich zwar schon, aber ich habe sie bis jetzt noch nie für eines meiner Cosplays gebraucht. Durch den Vortrag wurde mir erst wieder bewusst, welcher Aufwand in kleinen Details eines Cosplays stecken. Meine Kostüme bisher sind ja eher simpel. Das Schönste an Nikitas Vortrag war, dass sie einige ihrer Arbeiten herumgab, so dass wir alle Details von Nahem bestaunen konnten.
Apropos Cosplay: Wir trafen natürlich auch Lukas wieder, und auch er legt sich jedes Jahr noch mehr ins Zeug. Diesmal war er als Khajiit Ri'saad unterwegs.


Auch dieses Jahr machten wir abseits des Messegeländes noch einige Fotos von unseren Kostümen:



Wir waren beide als Figuren aus "Westworld" unterwegs, ich als Roboter Dolores und Dominik als Techniker Sylvester. Da die Figuren in der Serie in ganz unterschiedlichen Settings vorkommen (Dolores meistens in der Prärie, Sylvester vorwiegend im Labor), suchten wir uns auch unterschiedliche Orte zum Fotografieren aus.


Und falls ihr euch fragt, was da auf Dominiks Button drauf ist: Es ist ein Malepaca!
Natürlich haben wir auch diesen Button an der Fantasy Basel gekauft...

Bis bald!
Eta Carina




Hallo zusammen

We're back from the future! This weekend we visited the Fantasy Basel again. The convention is now in its third year and by now it's grown too big to see and try everything in just two days. So I'm just going to write down what Dominik and I have done there.

Well, in the beginning we mainly walked around a lot and took a look. And as I said: There was much to discover: Like the Delorean from "back to the future". Or the two transformers. Or all the cosplayers in their wonderfully intricate costumes. And I especially liked the exhibition of the  science fiction museum "Maison d'Ailleurs": Besides paintings from John Howe and Benjamin Carré they had entire scenes from "Star Wars" and "Lord of the rings", rebuilt in Legos. With little deviations here and there...

And there was another museum: The Swiss Space Museum. Unfortunately, you can't visit the museum yet as it hasn't got a location yet, but they brought some interesting things to Basel: Like parts of a Sojuz rocket, that came down over Baikonur in 2016. Or a replica of a Mercury Capsule that was big enough for only one astronaut. Even more interesting than the size was the somewhat disney-esque writing on the outside of the capsule.

You could also witness the moon landing via VR. The animation was quite dated, but it was still a strangely fascinating experience to be standing on the "moon": Seeing the Lunar Module in the sunlight against the black sky, in a landscape full of deep shadows, with the small earth standing high above the Big Dipper...
And it was here that I overcame my concerns about space food: Different from what I expected, at least at the ESA it's not some mush but real solid food, and it tastes not that bad! On closer examination I also read that the food comes from Italy, is organic and free from preservatives.

We visited two lectures as well: Erich von Däniken spoke about possible ways in which aliens might have on a visit long ago left messages for us humans on earth. He's a brilliant speaker. I'm feeling downright stupid to write that I'm still not entirely convinced of his theories, that's how brilliant he is...
I was more familiar with the topic of the other lecture: French cosplayer Nikita explained different methods to bring a pattern onto a fabric, like embroidery, painting oder printing. And while I knew most of the techniques, it struck me that I had never used them for one of my cosplays so far. It made me again realize how much effort is put into little details of a cosplay. My costumes are rather simple in comparison. What I liked best about Nikitas lecture was that she passed some of her work around so we could see all those beautiful details close up.
Speaking of Cosplay: Of course Lukas was there again, and his costumes too get more and more complex every year. This time he played a Khajiit named Ri'saad.

Like last year we also took photographs of our cosplays away from the convention.

We were dressed as characters from "Westworld", me as the robot Dolores and Dominik as Sylvester, the technician. In the series, those characters are mostly seen in different locations (Dolores is usually in the prairie while Sylvester is almost always in the workshop). So we chose different photo locations for our costumes as well.

And if you wonder what's on Dominik's Button: It's a Malepaca!
Of course this one's too from the Fantasy Basel...

See you!
Eta Carina



Mittwoch, 26. April 2017

Dolores

Ihr Lieben

Die Fantasy Basel steht wieder vor der Tür und das bedeutet: Zeit für ein neues Cosplay.
Dieses Jahr gehe ich als Dolores.

Quelle: http://screenertv.com/television/westworld-alice-in-wonderland-dolores-goes-down-rabbit-hole/
Dolores ist ein Roboter. Sie lebt im Vergnügungspark "Westworld", wo Touristen hinkommen, um Wildwestabenteuer nachzuspielen. Und da man Roboter ja reparieren kann und Erinnerungen löschbar sind, ist es auch nicht verwerflich, wenn die Parkbesucher nicht gerade rücksichtsvoll mit den Robotern umgehen. Dolores sieht weiterhin das Gute in der Welt und tut keiner Fliege etwas zuleide. Zumindest zu Beginn...

Quelle: http://heavy.com/entertainment/2016/10/westworld-what-do-the-flies-mean-meaning-symbolize-significance-face-eyes-theories/

Das Kleid dieses Jahr war eine Herausforderung, denn im Gegensatz zu Princess Bubblegum und Susanne, die ja viel Spielraum für Interpretation lassen, hat Dolores das Aussehen einer bestimmten Schauspielerin (Evan Rachel Wood, der ich nicht ähnlich sehe) und es gibt viele hochauflösende Bilder, wo man bis aufs Unterhemd ganz genau sehen kann, wie der Stoff und der Schnitt und die ganzen Verzierungen auszusehen haben. Natürlich musste ich hier und da Kompromisse machen. Im Grossen und Ganzen glaube ich aber, dass ich mich recht gut ans "Original" gehalten habe.

Schnitt
Die Zeit des Wilden Westens ist das 19. Jahrhundert, und Dolores' Kleid ist in einigen Dingen typisch für die Mode zu der Zeit: Der Rock ist bodenlang und vor allem hinten weit, das Oberteil ist figurbetont, die Ärmelnähte sind nicht unten, sondern an den Seiten. Ich konnte darum meine Belle Epoque-Schnittmuster wieder hervorholen, musste aber natürlich auch einige Dinge ändern.
So ist der Rock hinten in regelmässigen Abständen gefaltet statt nur gerüscht. Das Oberteil wird vorne durch Knöpfe geschlossen statt am Rücken mit Haken und Ösen. Es dauerte ein Weilchen, bis ich das Schnittmuster gut angepasst hatte! Ich denke aber, jetzt sitzt es gut. Auch dank vielen versteckten Druckknöpfen...





Borte
Das Schönste an Dolores' Kleid finde ich die Verzierungen an Ärmeln und Ausschnitt. Bei näherem Hinsehen ist die Borte gepunktet. Da ein Polkadot-Print aber zu modern ausgesehen hätte, bestickte ich ein Baumwollstück von Hand. Danach musste ich den Stoff falten und annähen.
Ganz innen verläuft ein Samtband. Ich fand kein Band in der richtigen Farbe, weshalb ich ein hellblaues Band mit verdünnter Textilfarbe einpinselte. Ich bin nicht sicher, wie lange das hält, aber so sieht die Farbe weniger künstlich aus.










Das Samtband normal (links) und eingefärbt (rechts)



Knöpfe
Auf der Vorderseite habe ich normale Knopflöcher genäht. Bei den Ärmeln liegen die Knöpfe jedoch neben dem Stoffrand. Darum nähte ich dort einen Wollfaden an den Stoffrand und häkelte Schlaufen, wo die Knöpfe durchgehen.

Quelle: http://www.businessinsider.com/westworld-season-2-date-2016-12
Knopf annähen

Schlaufe häkeln

Schlaufe annähen

Zwischen den einzelnen Schlaufen ist der Wollfaden einfach mit Vorstichen angenäht.


Gürtel
Dolores hat einen sehr auffälligen Gürtel mit einem geprägten Blütenmuster und einer metallenen Schnalle. Westerngürtel mit ähnlichem Muster findet man viele, aber sie werden natürlich eher um die Hüfte getragen als um die Taille und haben andere Schnallen. Ausserdem sind schöne Gürtel nicht gerade billig! Glücklicherweise bin ich aber nicht die erste in meiner Familie, die sich gerne anzieht wie in früheren Zeiten. Ja, während ich mich gerne an Mittelaltermärkten und Conventions herumtreibe, bevorzugte mein Onkel Cowboystiefel und -Hüte. Und glücklicherweise hatte ich noch einen Gürtel von ihm. Zuerst dachte ich, ich könne ihn nicht gebrauchen, da er einen ganz anderen Verschluss hat als Dolores' Gürtel. Nach einigem Zögern machte ich aber einfach ein Loch in den Gürtel und zog eine rein dekorative Gürtelschnalle von Prym ein. Der eigentliche Verschluss ist jetzt am Rücken.
Nun war der Gürtel aber immer noch zu gross für meine Taille. Weil der Verschluss etwas speziell ist, konnte ich nicht einfach zusätzliche Löcher stanzen, sondern musste den Verschluss versetzen. Hier hatte ich Hilfe von Peregrinas, die mir erklärten, was ich für die Lederbearbeitung brauche: Sattlergarn und eine Ahle. Also nahm ich den Verschluss ab und nähte ihn weiter hinten wieder an.
Es bereitete mir schon einige Gewissensbisse, einfach den schönen alten Gürtel für ein Kostüm derart abzuändern. Aber schliesslich war die Gelegenheit zu gut, um sie nicht zu nutzen.

Der eigentliche Verschluss (am Rücken)

Die rein dekorative Schnalle

Verschluss anleimen

Löcher stanzen

Verschluss angenäht

2. Durchgang

Der angenähte Verschluss


Das Kleid steht also. Nun wäre ein Unterrock noch toll und auch Dominiks Cosplay ist noch nicht ganz fertig. Die grösste Herausforderung aber wird sein, aus dunkeläugig und braunhaarig blond und  blauäugig zu machen. Die Perücke, die ich gekauft habe, sieht schonmal grossartig aus... Zu grossartig: Niemand, der in der Prärie lebt, kann so volle und glänzende Haare haben! Ihr seht ja dann, wie es herauskommt...

Alles Liebe
Eta Carina



Hello my dears

This weekend is Fantasy Basel again! This means: high time for a new cosplay!
This year I will be going as Dolores. Dolores is a robot. She lives in the theme park "Westworld", where tourists go to take part in wild west adventures. And since robots can be repared and memories can be erased it's no problem when the visitors treat the robots in a more than careless manner, right? Dolores continues to see only the good in the world and can't hurt a fly. At least in the beginning...

This year's cosplay was a challenge because unlike Princess Bubblegum and Susan, who leave a lot of room for interpretation, the character of Dolores is connected with look of the actress playing her (Evan Rachel Wood, and no, I don't look anything like her). And of course there are many pictures where you can see exactly what the dress is supposed to look like, every seam and decoration, from the top to the undershirt... Of course I had to make compromises here and there. But all in all I think I managed to stay faithful to the "original".

Pattern
The "wild west" takes place in the 19th century and Dolores' dress is in many aspects typical for this periods fashion: The skirt has floor lenght and is wide especially at the back, the top is fitted and the sleeve seams are on the sides. That's why I could re-use my Belle Epoque pattern, although I had to make some changes of course.
The skirt for example isn't just gathered but folded in regular intervals. The blouse is closed at the front by buttons instead of at the back with hooks and eyes. It took me a while to adjust the pattern, but I think it fits well now. With the help of lots of press-buttons...

Border
I think the most beautiful detail of Dolores' dress are the laces on the sleeves and neckline. The folded border is dotted. Of course a polka dot print would have been too modern, so I embroidered a piece of fabric by hand. Then I had to fold and attach the border. There's also a velvet ribbon. I didn't find one in the right colour, so I bought a babyblue ribbon and painted diluted textile paint on it so it would look more natural. I hope it will stay on.

Buttons
On the front side I sewed regular buttonholes with the machine. But at the sleeves, the buttons are supposed to be next to the edge. So I attached a wool thread at the edges and crocheted loops for the buttons.

Belt
Dolores wears a eye-catching belt with a embossed floral pattern and a metal buckle. I found many western style belts with similar floral patterns, but they are worn on the hips rather than around the waist. The buckles look different too. And of course good belts are expensive! But luckily I'm not the first of our family to enjoy dressing up in old fashioned garments. Because while I like to hang around at conventions and medieval fairs my uncle used to prefer cowboy hats and -boots. And luckily again, I still had one of his belts. First I didn't think I could use it because the fastening looks completely different than what I needed. But after some hesitation I just added a purely decorative buckle from Prym. The real fastening is at the back now.
But the belt was still too wide for my waist. I couldn't just make additional holes into the belt because  of the peculiar fastening mechanic. So I had to detach one part of the belt and sew it on again at a different place. I had never sewn leather before. Thankfully, Peregrinas helped me out here as they explained what materials I would have to use: waxed thread and an awl.
I did feel a bit uneasy about changing that old belt so much for a costume. But then, I feel like it would have been a pity not to use it.

So, the dress is ready. An underskirt would be nice if time allows it but Dominiks cosplay isn't all done yet either. But I think the biggest difficulty will be to change my brown hair and dark eyes into blonde hair and blue eyes. I already have a wig and it looks great. Too great... Because no one living in the prairie could have such full shiny hair! Well, you'll see how it will turn out soon...

Love
Eta Carina

Dienstag, 21. Februar 2017

Weste

Hallo

Vor einiger Zeit hatte ich ja Knickerbocker genäht und gefunden, dazu müsste eigentlich eine Weste her. Diesmal wollte ich aber mal kein ganz neues Kleidungsstück nähen, sondern einfach ein Bestehendes abändern. Weil ich keinen passenden Stoff hatte und weil ich natürlich auch dachte, damit Zeit zu sparen. Das stimmte dann aber nur halb. Zwar musste ich natürlich viel weniger nähen, aber bis ich eine geeignete Weste gefunden hatte, dauerte es ein Weilchen. Zuerst wollte ich eine Weste ändern, die ich als Kind getragen hatte. Als ich mit Auftrennen begann, löste sich der Stoff aber praktisch in meinen Händen auf. Also kaufte ich eine Weste in einem Brockenhaus. Die war aber anders aufgebaut und ich war ratlos, wie ich sie am besten umändern sollte. Ausserdem hätte ich so viel Stoff wegschneiden müssen, dass auch Teile der Taschen weggefallen wären. Schliesslich überliess mir mein Bruder eine Weste, die er nicht mehr trägt. Die war einfach aufgebaut und nicht sooo viel zu gross, so dass ich gut damit arbeiten konnte.
Sie war vor allem zu lang, also musste ich an den Schultern kürzen. Dann war sie auch noch etwas zu breit, so dass ich auch die Seitennähte enger machen musste. Anfangs passte sie mir so:

Ausgangslage
Als erstes machte ich die Schultern. Dafür musste ich ziemlich viel Stoff wegschneiden und auch den Halsausschnitt neu zuschneiden.


Dann ging es ans Neu-Zusammennähen. Und nun ist es ja so, dass Westen gefüttert sind, also eigentlich aus zwei aneinandergenähten Westen bestehen. Wenn man also etwas ändert, macht man das immer doppelt: Einmal am Aussenstoff, einmal am Innenstoff. Und weil Aussen- und Innenstoff ja verstürzt und zusammengenäht sind, muss man diese Nähte auch zuerst noch weiter aufmachen, damit man die Innenseite nach aussen drehen kann. Das war bei den Schultern keine grosse Sache.

Die neuen Schulternähte
Bei den Seitennähten war es dann schon aufwändiger, weil man die Nähte so fest auftrennen muss, dass man die ganze Weste durch die Öffnungen hindurchziehen kann (Ich hoffe, ihr könnt mir einigermassen folgen). Jedenfalls machte ich die Seitennähte folgendermassen: Ich trennte die Nähte unten und bei den Armlöchern auf, kehrte die Innenseite nach aussen und nähte dann die Seitennähte enger, auch wieder zuerst beim Aussenstoff und dann das selbe nochmals mit dem Innenstoff.

Auftrennen unten und im Armloch

Die Innenseite der Weste mit den Seitennähten, die geändert werden sollen.
Das sind nicht viele Arbeitsschritte. Bis alles passte, hatte ich die Weste aber einige Male gewendet, genäht, wieder gewendet, anprobiert, wieder gewendet, neu genäht, wieder gewendet...
Als ich dann zufrieden war, nähte ich alle aufgetrennten Nähte wieder zu, wie hier beim Halsausschnitt:

Halsausschnitt
Jetzt passt die Weste meinem Bruder wohl nicht mehr, dafür habe ich jetzt wieder etwas Neues zum Anziehen.

Alles Gute
Eta Carina

Die angepasste Weste


Hallo

Some time ago I sewed some Knickerbocker and found they would go nicely with a vest. But I didn't want to sew an entire new vest but just make changes on an already existing one. I wanted to do it like this because I didn't have any good fabric and I guessed I could save time. This turned out to be only half-true. Of course I spent a lot less time sewing, but it took quite some time until I had found a good vest to change. I first wanted to use a vest I had since I was a child. But when I started to undo the seams the fabric almost fell apart in my hands. So I went to a thrift store and bought a vest second-hand. But this one was sewed in a very complicated way and I was unsure how to change it at all. And it was also quite big and I would have had to make the pockets smaller. In the end my brother gave me an old vest he didn't wear anymore. Its pattern was simple and it wasn't too much too big for me, so this one was perfect to work with.
Mainly I had to make it shorter, so I made changes on the shoulders. It was also a bit too loose on the waist, so I also made it more narrow. On the first picture you can see how it fit me at the beginning.

I started with the shoulder seams. I had to cut away a lot of fabric and I also had to change the shape of the neckline there.

Then I sewed it back together. You know, vests are lined. That means you really have two vests sewn together. So when you want to make a change, you always do it twice: Once on the outside and once on the inside. And as the inside-fabric and the outside-fabric are sewn together, you have to cut apart those seams a little first, so you can turn the inside out. This wasn't a big deal at the shoulders.

The side seams where more time-consuming, because I had to open the seams wide enough to pull the entire vest through the openings, so I could turn the inside out (I hope you can still follow me). Anyway, this is how I made the side seams: I opened the seams at the armholes and at the bottom, turned the vest inside out and sewed the side seams closer to the body, both on the outer and the inner fabric.

So it doesn't take a lot of steps to change a vest, really. But until everything fit I turned the vest over, sewed, turned it back, tried it on, turned it over, sewed again and turned it back again quite a few times...
When I was satisfied I finally closed all the open seams again, like at the neck.

I suppose it won't fit my brother anymore, but now I have something new to wear.

All the best
Eta Carina