Samstag, 22. März 2014

Cotta

Hallo allerseits
Letztens nähte ich ja dieses mittelalterliche Überkleid, das allerdings noch etwas für unten drunter benötigte. Dieses Untendrunter habe ich jetzt ebenfalls fertig. Das Teil heisst aber nicht etwa einfach Unterkleid, sondern "Cotta" oder "Cotte". Unter Unterkleid versteht man nämlich das, was theoretisch nochmals weiter darunter getragen wurde, eine Art langes unförmiges Unterhemd, das aber nicht sichtbar ist und das ich darum auch in absehbarer Zeit nicht anfertigen werde. Haben wir also wieder etwas gelernt.



Ob ich das Kleid im Sommer auch ohne Überkleid tragen kann?

Meine Cotta ist vom Schnitt her gleich aufgebaut wie das Überkleid, allerdings ohne Taillierung, also so sackartig, damit ich es einfach an- und wieder ausziehen kann, ohne lang an irgendwelchen Schnürungen herumnesteln zu müssen. Zusätzlich hat sie aber noch Trompetenärmel. Diese weit auslaufenden Ärmel waren nur eine relativ kurze Zeit, nämlich eben um das 12. Jahrhundert herum, in Mode. Deshalb wollte ich die Ärmel zuerst mit einer Schnürung versehen, damit ich für ein anderes Kleid auch enganliegende Ärmel dranmachen könnte. Ich hatte dann aber nicht die Geduld dazu und hab sie normal angenäht. Darum sind sie auch etwas zu kurz geraten. Ich werde sie aber sowieso umgekrempelt tragen, damit die farbige Fütterung besser sichtbar wird, also alles halb so schlimm.

Einzelteile eines Ärmels

Bei diesem Kleid habe ich einige Stellen von Hand genäht. Nicht, weil das besonders mittelalterlich ist, sondern weil es schlicht dezentere Nähte gibt. An den Ärmeln z.B. ist der Stoff durch die Fütterung dicker als an anderen Stellen. Das hätte an der Ärmelinnenseite, die man ja sehen soll, zu grossen Wülsten geführt. Die Übergänge zwischen den einzelnen Stoffteilen werden unauffälliger, wenn man sie wie auf der Zeichnung ineinander fügt. Dazu klappt man das eine Stoffstück zuerst über das andere,  näht es mit der Maschine fest, klappt es nochmals zur Seite, näht es wieder fest und näht die beiden Teile danach von Hand zusätzlich aneinander.







Auch den Halsausschnitt habe ich von Hand versäubert. Es macht mir Spass, von Hand zu nähen, aber es dauert natürlich ewig, so dass ich es wohl auch in Zukunft nur vereinzelt einsetzen werde.


Quellen
Das Vorbild für mein Kleid:
http://digital.wlb-stuttgart.de/filegroups/psalnofeh_351035532/max/00000368.jpg
Eine gute Zusammenfassung, was eine Cotte genau ist, findet man bei Flinkhand:
http://www.flinkhand.de/index.php?gewand_cotte
Dort fand ich auch eine Anleitung für den Halsausschnitt:
http://www.flinkhand.de/index.php?aid=190
Die "Umklappnaht" fand ich im Buch "Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen".

Einen schönen Regentag wünscht
Eta Carina

P.S.: Ich brauche eine Schneiderpuppe! finde es schräg, mir immer wieder selbst den Kopf abzuschneiden. Oder aber ich entscheide mich dafür, mein Gesicht auf dem Blog zu zeigen und habe aus Gründen der Eitelkeit dann noch länger, bis ich ein zufriedenstellendes Foto gemacht habe. Ich frage mich, was zuerst eintrifft…



Hi there
Some time ago I sewed this medieval dress, which needed something to wear underneath. Now I have finished this dress as well. Dresses to wear under the upperdresses aren't actually called underdresses but "cotte" or "cotta". A real underdress would be worn under the cotta and remain invisible. That's why I don't intend to sew such an underdress. And again we have learned something…

My cotta has the same cut as the upper dress, but it isn't fitted to the body so I could get in- and outside of it without having to mess around with any lacing. Aditionally it has wide sleeves. This kind of sleeves where only fashionable during a relatively short time around the 12th century. That's why I wanted to make them detachable in the beginning, so I could also wear my cotta with tight sleeves. But then I lost my patience and sewed them on as usual. That's why they are a little bit too short now. But I intend to roll them up anyway so the lining is visible, so that's not so bad.

Some parts of this dress are handsewed. Not because that's especially medieval but because handsewed  seams are less in-your-face. For example, the lining makes the sleeves thicker. This would have resulted in big bulges on the inside of the sleeves, which is plainly visible. But if you join the different parts like shown in the drawing above, the seam becomes more subtle. First, you got to overlap one piece with the other, sew it into place with the machine, turn it down again, sew it on once more and finally sew the parts together by hand. The neckline is also handsewn. I liked doing this a lot, but it takes ages, of course. That's why I'll only do this if it really makes sense.

Sources
The model for my dresses:
http://digital.wlb-stuttgart.de/filegroups/psalnofeh_351035532/max/00000368.jpg
At Flinkhand's you can find a good explanation what a cotta is:
http://www.flinkhand.de/index.php?gewand_cotte
I also found a tutorial for the neckline there:
http://www.flinkhand.de/index.php?aid=190
I found the "turn-down-seam" in the book "Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen".

Have a nice rainy day!
Eta Carina

P.S.: I really need a tailor's dummy! I think it's kind of weird to chop off my head everytime I want to show my dresses. Of course I could also decide to show my face on this blog. Which would mean I have even longer until I'm satisfied with a picture, because I can be pretty vain. I wonder what will happen first...

Mittwoch, 12. März 2014

Ein Tisch aus Karton

Es war einmal vor nicht so langer Zeit, da bin ich umgezogen. Und wie das so ist mit dem Umziehen, kauft man neue Möbel und bekommt viel Karton. Da es meine erste eigene Wohnung war und ich alles richtig machen wollte, trennte ich diesen Abfall ganz korrekt und brachte das Meiste davon zur Müllabfuhr. Sehr zum Entsetzen vieler Leute, die noch nie eine Kartonschachtel gesehen hatten, die so gross war, dass ein Sofa darin Platz hatte. Irgendetwas, so begann ich zu spüren, hatte ich falsch gemacht. Wie es der Zufall wollte, merkte ich etwa zur gleichen Zeit, dass ich gut ein Tischchen gebrauchen könnte, das genau in eine bestimmte Ecke passen sollte wo sonst überhaupt kein Möbel Platz hatte. Also besorgte ich von einer lieben Person ganz viel Wellkarton und begann, daraus ein Tischchen zu basteln, damit ich es in die Ecke stellen konnte, und um für die grosse Kartonschachtel geradezustehen, die ich weggeschmissen hatte.

Die Anleitung dazu habe ich von hier:
http://www.makester.de/bauanleitungen/garderobe/kommode-carton/#.Ux-GmP2i7l1
Man schneidet aus Karton mehrere Streben zu, die man ineinandersteckt, mit Klebband verstärkt und mit einer Aussenwand verkleidet. Danach macht man das Ganze mit Papier und Kleister noch stabiler und malt es am Ende an. Ich schaffte es nicht, das Papier ganz klein zu kriegen, wodurch die Oberfläche gröber wurde als beabsichtigt.







Staub, der entstand, als ich den Tisch abschliff.




Designtechnisch könnte man es wohl unter "netter Versuch" einordnen: Das Möbel ist unbeabsichtigt krumm, eher zweckmässig als elegant und der Aufwand ist unverhältnismässig hoch. Die Idee "Möbel aus Karton" liesse sich aber in verschiedene Richtungen weiterdenken: Mir gefiel es am besten, als es noch nicht fertig und noch nicht als Möbel zu gebrauchen war: Als es nur aus Karton bestand und sehr leicht daherkam, als es mit Pappmaché überzogen war und aussah, als hätte ein postapokalyptisches Monster es vollgerotzt oder als es weiss grundiert war und aussah, als wäre es aus Gips und überhaupt nicht belastbar. Die Idee, Möbel komplett aus Abfall herzustellen, ist wunderbar. Die Herstellung müsste dann aber noch viel einfacher sein. Auch hat man mit Karton ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten als mit Holz, z.B. mit versetzten Steckverbindungen. Verständlicherweise wollte ich es am Anfang aber möglichst einfach halten. Vielleicht habt ihr ja Ideen. Würdet ihr so ein Möbel selbst machen wollen oder Kartonmöbel kaufen?

Alles Liebe
Eta Carina


Once upon a short time I moved into my new home, buying new furniture and getting a lot of cardboard boxes in return. As it was my first own flat I wanted to do it all correctly and recycled most of the boxes. This horrified some people who had newer seen such big boxes, cardboard boxes so big they could contain a sofa. I realized I had done something wrong. At the same time I felt that I could use a small table to put it in a corner where all other furniture would be to large. So I went to a nice person to get a whole lot of corrugated cardboard and I started to make a table out of it, to put it in that corner and to make amends for the boxes I threw away.

This is where I found a tutorial:
http://www.makester.de/bauanleitungen/garderobe/kommode-carton/#.Ux-GmP2i7l1
You cut single pieces out of the carton and fit them together, secure them with tape and cover the grid with more carton. Then fortify the whole thing with paper and glue (papier mâché) and paint it in any colour you like. I didn't manage to make the paper pieces as small as they were supposed to be, that's why the surface is knobbly.

Designwise you could call it a nice try: The table legs are awry, the look is rather simple and the amount of work is too high. But the whole idea of making furniture out of cardboard could go further still: For example, I liked my small table the best before it was finished, before it could be used as an actual piece of furniture: In the beginning when it was all just carton and very light. When it was covered with papier mâché and looked like snot from an postapocalyptic monster. Or when it was painted in white and looked like plaster, too fragile to sit on. The whole idea of furniture made of rubbish is beautiful. But then the making-process would need to be much faster and easier. Carton offers other looks and principles of designing than wood, too, for example with irregular joints. But for the beginning I just wanted it to be as simple as possible. What do you think? Have you other ideas for cardboard furnitures? Would you like to make such pieces yourself or even buy cardboard furniture?

Love
Eta Carina

Dienstag, 4. März 2014

Borte für Mittelalterkleid

Wie letztes Mal erwähnt brauchte mein Mittelalterkleid noch eine Borte. Et voilà, jetzt ist sie fertig, etwas mehr als zwei Meter lang. Sie ist brettchengewebt, das heisst, mit Hilfe kleiner Kartonbrettchen, die man vor- und zurückdreht, gemacht. Dadurch verdrehen sich die verschiedenfarbigen Fäden ineinander und ein Muster entsteht. Mehr möchte ich zu dieser Technik gar nicht sagen, denn natürlich gibt es dazu bereits sehr umfangreiche Internetseiten. Die für mich Nützlichste ist www.flinkhand.de, wo auch viele andere mittelalterliche Handarbeitstechniken erklärt werden. Ihr findet dort einen geschichtlichen Abriss, eine wirklich, wirklich detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung und Muster zum Nachweben (vielleicht findet ihr ja heraus, welches Muster ich als Vorlage genommen habe). Das einzige, was ich zu bemängeln habe: Die Angaben, wie viel Garn man braucht, sind eher knapp bemessen. Anfänger und Nicht-so-Sorgfältige können bei so langen Borten wie hier gut nochmals einen Meter dazurechnen. Ansonsten ist die Seite sehr hilfreich.
So, und was fehlt jetzt noch? Genau, ein passendes Unterkleid. Dann mach ich mich mal an die Arbeit...


















As I mentioned last time, my medieval dress needed a boarder. Et voilà, now it is finished, about two metres long. It is tabletwoven, which means it is made by turning small cardboard cards back and forth so the threads intertwine and form a pattern. If you want to learn more about tablet weaving, you can visit www.flinkhand.de, which I found very useful. It explains the history of tablet weaving, contains a very detailed step-by-step tutorial and provides you with a lot of patterns (maybe you find out which one I used). And there are also many other medieval crafting techniques explained. The only bad thing is that the measures given are rather tight. Beginners and people that don't work very accurate can easily add an extra meter (at least for boarders as long as mine was). But otherwise it was very helpful.
And now what's next? Exactly, a matching underdress. So much work to do...

Montag, 24. Februar 2014

Neues Layout: Schrank im Weltall

Ihr Lieben!

Endlich konnte ich mich zu einem akzeptablen Layout für meinen Blog durchringen. Et voilà: Neue Farbgebung, neuer Header, natürlich selbstgemacht. Das fand ich nicht nur notwendig, um den Blog allgemein aufzuhübschen, sondern auch um den Blog-Namen etwas weniger willkürlich erscheinen zu lassen (ohne dabei aber all zu viel erklären zu wollen. Verdammte Künstler!). Ausserdem macht das Bild darauf aufmerksam, dass Raumflugkörper in historischen Kupferstichen bisher überaus schlecht vertreten sind, indem es eben solchen nachempfunden wurde. Ich hoffe, es gefällt euch.

Einen schönen Abend wünsche ich
Eta Carina



Hello my dears

I finally got myself to create an acceptable layout for this blog. Et voilà: New colours, new header, all finely handmade. I found this necessary not only to make my blog look better and more "personalized". I also wanted my blog's name to appear a little less random (but without having to explain too much. Bloody artists!) Additionally, I wanted to raise awareness for the fact that spacecrafts are terribly under-represented in historical engravings, therefore (more or less) imitating engraving by drawing. I hope you enjoy it.

Have a nice evening
Eta Carina

Dienstag, 18. Februar 2014

Mittelalterliches Überkleid

Hallo zusammen!
Endlich habe ich etwas längst Überfälliges angepackt: Die Überholung meiner Mittelalter-Garderobe. Diese entspricht nicht mehr ganz meinen Vorstellungen. Früher nähte ich mir Kleider für Mittelaltermärkte eher nach dem Motto "des passt schon". Mittlerweile möchte ich mir aber gerne ein Grundwissen über historische Kleidung aneignen und betrachte darum gerne Bilder aus dieser Zeit, um mir vorzustellen, wie das wohl ausgesehen haben könnte. Oder vielleicht habe ich es auch bloss satt, im Hochsommer in einem engen Baumwollkleid zu verschmachten… Nach wie vor nehme ich mir aber die Freiheit heraus, da und dort zu interpretieren, wie ich will. Oder wie ein Freund von mir zu sagen pflegt: "deine Zähne sind auch nicht authentisch mittelalterlich!"
So oder so: Ich gehe von oben nach unten vor und beginne mit dem Auffälligsten, der Oberbekleidung. Deshalb nähte ich mir ein ärmelloses Überkleid, auch Suckenie genannt. Ärmellose Gewänder findet man während dem gesamten Mittelalter und in allen Schichten. So weit, so einfach? Nicht ganz…

Die Recherche:
Das ärmellose Überkleid veränderte sich mit der Mode. Es wurde im 12. Jahrhundert zunächst körpernah getragen (wie bei meinem Kleid). Ab dem 13. Jahrhundert werden die Kleider weit und fliessend, so wie in diesem Bild aus dem Codex Manesse:

Für eine grosse Auflösung auf die Bildquellen
(weiter unten) klicken

Danach wurden die Kleider wieder enger. Dazu kamen mancherorts tiefe Armlöcher, auch "Teufelsfenster"genannt, da sie Einblicke auf die Figur der Frauen unter dem Überkleid zuliessen.



Einen kompakten und hilfreichen Überblick über mittelalterliche Mode findet ihr übrigens hier:
http://www.gewandung.de/gewandung_entwicklung.shtml
Auf dieser Seite fand ich auch das Bild, das mir als Modell diente. Letztlich sollte es ein Kleid aus dem 12. Jahrhundert werden, wie die jeweils zweiten Figuren von links auf diesem Bild:



Das Kleid soll also etwa wadenlang sein, so dass man das Unterkleid gut erkennt, relativ eng anliegen und mit einer breiten Borte abgeschlossen werden. Sowohl weite wie auch enge Ärmel lassen sich damit gut kombinieren.

Bildquellen von oben nach unten:
Codex Manesse, ca. 1305
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Altstetten.jpg
Turin-Mailänder Stundenbuch, ca. 1420
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Meister_%27G%27_des_Turin-Mailänder_Gebetbuches_001.jpg
Altarbild des hl. Johannes (Ausschnitt), Hans Memling, ca. 1475
http://www.lib-art.com/imgpainting/4/9/13794-st-john-altarpiece-hans-memling.jpg
Landgrafenpsalter, ca. 1210
http://digital.wlb-stuttgart.de/filegroups/psalnofeh_351035532/max/00000368.jpg


Das Kleid:






  

Das Kleid ist aus dünnem Wollstoff genäht. Es besteht im Wesentlichen aus Rechtecken und Dreiecken, wie hier beschrieben:
http://www.gewandung.de/gewandung_schnitt_prinzip.shtml
Die seitliche Schnürung ist eine Eigeninterpretation von mir, da mein Vorlagebild darüber keinen Aufschluss gibt. An diesem Punkt bin ich auch nicht ganz zufrieden, da das Kleid etwas enger ausgefallen ist als ich es mir vorgestellt hatte. Als nächstes werde ich eine breite Borte für den Saum anfertigen. Danach nähe ich ein neues Unterkleid. Aber davon dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Alles Gute
Eta Carina


Hey there!
I finally got round to begin with something I wanted to do for quite some time: The overhaul of my medieval wardrobe. My medieval dresses don't live up to my expectations anymore. When I started sewing for medieval fairs, my motto was "this will do quite fine" and I think it did, more or less. But now I want to learn more about the history of fashion. I like to look at pictures of that period and imagine what the clothes depicted might have looked like in reality. Or maybe I'm just fed up with sweating in a cotton dress in summer… But I'm still free to make my own interpretations of what I see. Or as a friend of mine put it: "Your teeth will never look authentically medieval".
However, I work my way from the outside to the inside and began with what is most striking: The outer garment. I sewed a sleeveless overdress, which is also called "suckenie". Sleeveless dresses can be found during the whole medieval period and in all classes. So it's pretty easy, isn't it? Not quite...

Research:
The dress changed with the fashion. It was worn close-fitted in the 12th century (like the dress I made). From the 13th century on it was rather loose and flowing, like in the pictures of the Codex Manesse (first picture). After that clothes became more fitted again. They sometimes had deep armholes as well. Those armholes where called "devils windows", because you could clearly see the bodyshape of the women who wore them (pictures 2 and 3).
There's a short and helpful overview about medieval fashion on this site:
http://www.gewandung.de/gewandung_entwicklung.shtml

There I found the picture I used as a guideline for my dress. It's from the 12th century. I wanted my dress to look like the ones of the figures that are both second from the left (picture 4). It should end at the calves so the underlying dress would show well, be cut to the figure and end with a broad border. Both narrow and wide sleeves fit well with that dress.

Sources:
Picture 1: Codex Manesse, ca. 1305
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Altstetten.jpg
Picture 2: Turin-Mailänder Stundenbuch, ca. 1420
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Meister_%27G%27_des_Turin-Mailänder_Gebetbuches_001.jpg
Picture 3: Altarbild des hl. Johannes (Ausschnitt), Hans Memling, ca. 1475
http://www.lib-art.com/imgpainting/4/9/13794-st-john-altarpiece-hans-memling.jpg
Picture 4: Landgrafenpsalter, ca. 1210
http://digital.wlb-stuttgart.de/filegroups/psalnofeh_351035532/max/00000368.jpg

The dress is made of thin wool. It is composed more or less of triangles and rectangles. I followed this description:
http://www.gewandung.de/gewandung_schnitt_prinzip.shtml

The lacing on the side is my own interpretation. It is a little bit too tight for my taste. But all in all I'm content. Next I'll make the border. After that I'll sew a new underdress. But I will tell you more about this in another post.

All the best
Eta Carina


Mittwoch, 22. Januar 2014

Stoffdruck mit Stempeln

Guten Abend!

In den letzten Tagen habe ich mich im Anfertigen von eigenen Stoffmustern versucht. Ich zeige euch gerne wie ich vorging und was dabei herausgekommen ist.

1. Die Stempel
Ich habe sie selbst hergestellt mit Linolschnitt-Messern und einem überdimensionierten Radiergummi. Der Radiergummi lässt sich viel leichter schneiden als Linol, dadurch sind feinere Formen möglich. Was allerdings gar nicht einfach ist: Den Gummi danach zuzuschneiden und so mehrere kleine Stempel daraus zu machen. Kein Wunder, wenn der Gummi mehrere Zentimeter dick ist. Dafür brauchte ich eine Säge…
Zusätzlich verwendete ich noch einen Weinkorken als zweiten Stempel, um bunte Punkte aufzutragen. Für diesen Zweck eignen sich auch Wattestäbchen oder was ihr gerade in die Finger bekommt!


2. Die Farben
Ich verwendete flüssige Stoffmalfarben. Es gibt zwei verschiedene Farben: "Normale" und solche für dunklere Stoffe. Die normalen Farben sind eher lasierend, das heisst die Stofffarbe schimmert durch, wodurch gelbe Farbe auf blauem Stoff z.B. grün wirken kann. Die anderen sind höher pigmentiert, dadurch behalten die Farben eher ihre eigene, nun ja, Farbe. Da ich auch auf dunklen Stoff druckte, entschied ich mich für die Stofffarben für dunkle Stoffe.
Übrigens werden die Farben während des Trocknens heller und deckender, also keine Angst, wenn die Farbe am Anfang nicht wie gewünscht aussieht:

Die Farbe nass und trocken

3. Farbauftrag
Die Farben verteilte ich zum Drucken dann auf separate Platten, damit sie gut zugänglich sind und sich nicht vermischen. Und wie bringt man jetzt die Farbe am besten auf den Stempel? Indem man den Stempel einfach in ein Häufchen Farbe tunkt? Also wirklich! So habt ihr zwar jede Menge Farbe auf dem Stempel, aber auch jede Menge Geschmiere. Indem man sie mit einer Druckwalze auf den Stempel überträgt? Das war meine erste Idee, da dies beim Drucken so üblich ist. Aber die Farbe wird dadurch zu dünn aufgetragen und druckt nur durchscheinend. Das ist zwar ebenfalls hübsch, war aber nicht der Effekt, den ich erreichen wollte und wäre auf den bunteren Stoffen auch gar nicht zur Geltung gekommen. Dann vielleicht mit einem Pinsel auftupfen? Jetzt kommen wir der Sache schon näher! So bekommt man tatsächlich genug Farbe auf den Stempel, die Farbe ist aber etwas unregelmässig verteilt. Am besten ging es, die Farbe mit einem Schwamm auf den Stempel aufzutupfen. Darauf hätte ich schon früher kommen sollen, denn wenn man Stoff mit Schablonen bedruckt (vielleicht zeige ich das auch mal), verwendet man ebenfalls Schwämme.


Drucken mit Walze oder Schwamm
(Draufklicken, um den Unterschied besser zu sehen)

4. Das Drucken
Vorsichtig… Die Stempel nicht kippen oder abrollen… Schön gerade aufsetzen und wieder wegnehmen… Und laaaangsam… Mit Stempeln zu drucken ist eine zeitaufwändige Methode. Ich bedruckte jeweils ca. 50 x 50 cm und hatte dafür je nach Motiv etwa eine halbe Stunde. Aber ich mag, wie die Stoffe herausgekommen sind. Sie haben ein eindeutig "selbstgemachtes" Aussehen. Dadurch schaue ich sie gerne von nah an, denn keine zwei Muster sind gleich.



Die Ergebnisse:






Good evening!

In the last few days I made some attempts with printing on fabrics with stamps. Now I'd like to show you how I made it and what the results where.

1. The stamps
I made them myself with linocut knives and an extra large eraser. Erasers are easier to cut than linoleum, therefore you can cut finer shapes. But what isn't easy at all is cutting the one big eraser into smaller ones for getting smaller stamps because it is several cm thick. I needed a saw for that… Additionally I used a cork as a second stamp, for making dots. You can also use cotton buds for that, or anything you have at hand.

2. The paint
I used liquid fabric paint. There are two types: the "normal" paint and paint for darker fabrics. The normal inks will let the colour of the fabric shine through. That's why a yellow paint on blue fabric can appear green. The other paint has more pigments. That's why it will keep its original colour. As I also wanted to print on darker fabrics I bought the paints for darker fabrics.
By the way: The colours will become brighter while they dry so don't panic if the colour doesn't look like it's supposed to at the beginning.

3. Applying the paint
I put the paint on separate plates so they wouldn't mix. And now, how to get them from there on to the stamp? Just dipping the stamps in the paint? Come on! You would certainly get a lot of paint but also a real mess. By applying them with a roller? That was my first bet, as it is usual in printing. But the colour layer is too thin and prints semitransparent. This can look lovely, but it wasn't the look I was aiming for and wouldn't work on the more colourful fabrics. Dabbing the paint with a brush? You could do that, you get enough paint on the stamp like that but it still looks uneven. For me the best solution was to dab it with a sponge. Sponges are also used if you print on fabrics with stencils so I should have gotten that idea earlier.

4. Printing
Careful… Don't roll the stamp… place it evenly… and sloooowly…. Printing with stamps is a rather time-consuming method. It took me about half an hour for 50 x 50 cm of fabrics. Imagine what this would mean for a whole metre or even three! But I like the way it looks. There's a unmistakably "handmade" look which makes me want to look at it closer because no two prints are ever the same.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Kleid "feuille d'or"

Endlich, das Kleid ist fertig! Ich bin sehr glücklich damit. Natürlich hat es die eine oder andere schiefe Naht, aber die seht ihr ja nicht. Die Spitze ist übrigens jene aus Kopenhagen, von der ich schon früher erzählt habe. Die Eidechse fand ich in einem Brockenhaus. Und so sieht es aus:




Für alle da draussen, die selber gerne nähen, ist vielleicht von Interesse, wie ich die Spitze angenäht habe: Ich habe mich schön von unten nach oben vorgearbeitet, zuerst die unterste Rüsche, dann die obere und zum Schluss die Spitze. Dabei geht man bei der Spitze gleich vor wie bei den Rüschen:  Zuerst legt man die Spitze kopfüber und mit der schönen Seite nach unten auf die rechte Seite des Kleids und näht sie fest. Dann klappt man sie um, so dass die schöne Seite sichtbar wird und näht sie so nochmals fest, damit sie flach aufliegt. Zuerst nähte ich diesen letzten Schritt mit einer geraden Naht. Diese war aber sehr auffällig und wirkte bei einer so feinen Spitze zu grob. Also benutzte ich einen Zickzackstich, den man fast nicht mehr sieht.



Spitze anstecken

Wer findet die Naht?

I finally finished my dress! And I'm very happy about it. Of course there are still some askew seams but you can't see them :-) The lace I used is the one from Copenhagen I wrote about earlier. The lizard is from a thrift store.

If you like to sew as well you might find it interesting to hear a little bit more about attaching the lace. I worked from the bottom up: The lower ruffle first, then the upper ruffle and at last the lace. You handle the lace the same way as the ruffles: Turn it around so it is upside down and you can't see the fine side of it and pin it on the right side of the dress, then attach it. Fold it over and sew it on once more so it stays flat on the dress. First I used a straight stitch but it was too in-your-face which you really can't do with such a beautiful lace, can you? So I used a zigzag stitch instead which is nearly invisible.

See you soon I hope!
Eta Carina