Mittwoch, 27. Mai 2015

Das heisst "Schösschen"

Ihr Lieben!

Endlich habe ich's mal wieder geschafft, ein ganz und gar alltagstaugliches Kleidungsstück zu nähen. Also eines, wo ich nicht alle Papierstapel beim Vorbeigehen mit meinem Petticoat vom Tisch fege.
Et voilà: Ein Oberteil mit Schösschen. Ich hatte solche Tops schon mehrmals gesehen, da sie im Moment ziemlich verbreitet sind. Mir war aber nicht bewusst, dass "dieses Röcklein, das da dran hängt" einen speziellen Namen hat. Bis ich natürlich für die Schnittmustersuche einen Suchbegriff brauchte. Nach einigem Recherchieren weiss ich jetzt, dass das Ding "Schösschen" heisst. Ich lerne nie aus :-) Und das geeignete Schnittmuster fand ich übrigens nicht im Internet, sondern bei einer Schülerin, die mir ein solches Top zum Nachschneidern auslieh.
Ich verwendete Baumwollsatin, der ist leicht dehnbar und glänzender als normale Baumwolle. Als Ausgleich nähte ich an den Ausschnitt eine recht grobe Klöppelspitze. Hinten ist ein Reissverschluss, damit man überhaupt hineinkommt, denn das Top ist recht figurbetont. Die Säume sind nicht überall sorgfältig gemacht. Es war nicht ganz einfach, den Stoff sauber umzufalten, vorallem beim Schösschen, da es ja Kreisform hat. Im Grossen und Ganzen bin ich aber zufrieden mit dem Resultat.

Einen schönen Abend noch
Eta Carina


 

Dear reader

I finally managed to sew a more casual piece of clothing again. I mean one where I don't sweep down all the papers from the table with my petticoat as soon as I walk by. Et voilà: A peplum top. I had seen many such pieces before as they are quite popular at the moment. But I wasn't aware that there was a special name for "that small skirt there". Until I needed a search word for finding a pattern. After some research I know now that the correct term is "peplum". See, I never stop learning :-) And I finally didn't find the pattern on the internet. A student lent me a peplum top of her own so I could figure out how to sew one.
I used cotton satin which is slightly elastic and shinier than cotton. In contrast to that I attached a very plain lace to the neckline. At the back is a zipper. That's relatively essential, because the top is rather close-fitting. The hems aren't that well done. It wasn't easy to fold the material properly, especially the peplum, as it is circle-shaped. But all in all I'm happy with the result.

Have a nice evening!
Eta Carina


Mittwoch, 20. Mai 2015

Fantasy Basel 2015

Seltsame Dinge gehen vor sich: Princess Bubblegum verbündet sich mit dem Ice King und reist mit ihm nach Basel. Jup, letztes Wochenende waren Dominik und ich an der Fantasy Basel, der (meines Wissens) ersten Fantasy Convention der Schweiz. An drei Tagen sollen um die 20'000 Besucher zur Messe Basel gepilgert sein, um Videospiele auszutesten, Karten zu spielen, Comics zu erstehen, sich mit Merchandise einzudecken, in Büchern zu schmökern, Vorträge zu hören oder einfach nur zu staunen. Denn dank den vielen Cosplayern und anderen fantasie- und stilvoll gekleideten Menschen war das Festival auch nur schon visuell ein Erlebnis. Auch wir hatten uns zum ersten Mal selbst als Cosplayer versucht und es hat riesig Spass gemacht! Obwohl unsere Kostüme ziemlich simpel waren, kamen sie bei den Leuten gut an, was wohl vor allem daran liegt, dass viele Leute Adventure Time sehr lieben. Ausser diejenigen, die einen Ice King nicht von einem Schlumpf unterscheiden können. What the heck, man? Trotzdem: Ist es nicht einfach toll, behaupten zu können, dass man Darth Vader, Königin Maergery und Arya, Daenerys, Fox McCloud, Captain Jack Sparrow, Finn und Marceline, die Twilight Princess, Peach und Daisy und Prinzessin Mononoke getroffen hat (sehr viele royale Figuren, jetzt da ich darüber nachdenke)?

Quelle: www.uncanny.ch
Wir waren Freitags und Samstags unterwegs. Nachdem wir uns einigermassen einen Überblick verschafft hatten, besuchten wir einen Workshop über Digital Arts, (in diesem Fall: malen mit Photoshop). Das fand ich sehr spannend. Die Bilder der Workshop-Leiterin Stefanie Stutz sind beeindruckend und ich konnte einige Kompositionsprinzipien und praktische Tipps für mich herausnehmen.
Danach wurden verschiedene Games von Schweizer Indielabels vorgestellt. Die meisten Designer und Designerinnen hatten an der ZhdK studiert. Geblieben ist mir vor allem "Niche" von Playful Oasis, das ich gerade spiele. Es geht darum, Tiere zu vermehren, die möglichst lange in der Wildnis überleben sollen. Ziemlich knifflig, wenn z.B. plötzlich nur noch Männchen da sind...

Am Samstag gingen wir an die Lesung von Stefan Bachmann. Ich hatte schon von seinen Büchern ("The Peculiar" und "The Whatnot") gehört, sie aber noch nicht gelesen. Was sich jetzt ändern wird :-)

Im Anschluss hielt Bernd Greisinger vom Greisinger Museum einen Vortrag über Tolkiens Wanderungen in der Schweiz. Dieser unternahm von Interlaken aus Wanderungen unter anderem nach Lauterbrunnen, Grindelwald und Brig. Dass das Lauterbrunnental die Inspiration für das Bruchtal war, ist ja relativ bekannt, dass das Matterhorn aber Erebor ist, war mir neu. Greisinger hatte eine flapsige und dadurch sehr unterhaltsame Art zu reden und wer weiss, vielleicht machen wir ja mal Mittelerde-Ferien?

Das war nur ein Teil all der Dinge, die man hätte machen oder anschauen können! Trotzdem könnte das Festival noch wachsen. Ich bin jedenfalls gespannt auf 2016!

Elder Scroll, gemacht aus Worbla von Folkenstal. Wow!

Ich bin normalerweise sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, ohne Erlaubnis Fotos von Leuten ins Internet zu stellen. Aber wenn man sie nicht erkennt, ist es wohl okay, nehme ich an.
Mein Bruder war immer viel besser als ich in Starfox. Das Bild ist darum eigentlich für ihn :-)


Strange things are happening: Princess Bubblegum unites with the Ice King to go on a journey to Basel. Yes, last weekend, Dominik and I went to Fantasy Basel, as far as I know the first Fantasy Convention in Switzerland. During three days about 20'000 visitors came to the big event halls to test out video games, play cards, purchase comics, buy merchandise, read around in books, go to lectures or just be there and be amazed. Because all the cosplayers and other people in beautiful and fantastic garment made the festival a great experience even when you didn't do anything specific! We tried cosplaying for the first time ourselves and it was such fun! Our costumes where pretty simpel but a lot of people liked it anyway, probably beause they just love Adventure Time. Except for people who can't tell apart an Ice King from a Smurf. Seriously, what the heck, man? But besides, isn't it just great to say you met Darth Vader, Queen Maergery and Arya, Daenerys, Fox McCloud, Captain Jack Sparrow, Finn and Marceline, the Twilight Princess, Peach and Daisy and Princess Mononoke all in one day? (that's a lot of royalty, now that I think of it)

We where there on Friday and Saturday. After having toured the whole area, we visited a workshop about Digital Arts, (painting with Photoshop in this case). I found it very interesting. The pictures of workshop leader Stefanie Stutz are amazing and she gave some very useful tips on composition and painting.

After that there was a presentation of Swiss indie games, mostly from students of the ZhdK. I remember "Niche" from Playful Oasis the most, and I'm playing it right now. It's about breeding wild anymals and keeping them alive as long as possible. Quite tricky if you suddenly run out of females... 

On Saturday we went to a bookreading by Stefan Bachmann. I had heard of his books ("The Peculiar" and "The Whatnot") before, but haven't read them yet. Which I will change soon :-)

Then there was a lecture held by Bernd Greisinger from the Greisinger museum about Tolkien travelling around Switzerland. Tolkien made extended hikes in the area of Interlaken, Lauterbrunngen, Grindelwald and Brig. I think it's more or less known that the Lauterbrunnental served as inspiration for Rivendell, but I didn't know that Erebor derived from the Matterhorn. Greisinger has a very quirky way of talking, which made his lecture all the more entertaining. And who knows, maybe I will go on Middle-earth holidays one day?

That was only a small part of all the things we could have seen or done there at the Fantasy Basel. And still this festival could grow. I am already excited for 2016!

Donnerstag, 14. Mai 2015

"To cut a woman's hair"

Gestern Abend habe ich es endlich geschafft: Meine Princess Bubblegum-Perücke ist fertig. Bah! Das war vielleicht mühsam! Es brauchte zwei Anläufe, bis das Resultat, nun ja, akzeptabel war. Aber der Reihe nach:

Ich benutzte Merino-Wolle, da diese sehr dick und sehr pink ist und wenn schon nicht nach Kaugummi, dann doch nach Zuckerwatte aussieht. Es gab sie nur noch im Zehnerpack. Was rückblickend ein grosses Glück war, denn so hatte ich genug Material, um damit zu tüfteln.

Meine erste Idee war, daraus eine grobe Mütze zu häkeln und in regelmässigen Abständen Fäden hineinzuknoten, die dann den ganzen Kopf bedecken sollten. Aber das funktionierte nicht: Das Gitter der Mütze war sehr grob und die Wolle sehr dick. Das hatte zur Folge, dass meine Perücke zu einem ziemlichen Mop heranwuchs. Gleichzeitig sah man aber immer noch "kahle" Stellen, wo die Mütze darunter sichtbar war.


Die Fotos von der ersten Perücke habe ich gelöscht. Wisset nur, dass ich auf den Fotos müde und wütend aussah.


Mehr Ordnung auf meinem Kopf musste also her. Ich fand im Internet eine nützliche Anleitung:
http://easypeasycraft.blogspot.ch/2011/09/yarn-wig-tutorial.html
Hier wurden die Wollfäden auf einem Filzstreifen aufgereiht und festgenäht. Ich machte also zwei solche Filzstreifen: Einen für die Fransen und einen Teil der Deckhaare, ein Zweiter quer dazu für den Hauptteil der Haare. Diese nähte ich auf eine zweite, feinere Häkelmütze.



Ich spannte die Perücke auf eine Lampe, um besser daran arbeiten zu können *g*





Aber die Mütze darunter war immer noch zu sehen. Deshalb nähte ich die "Haare" von Hand dem Mützenrand entlang fest, so dass sie den ganzen Kopf gleichmässig bedeckten. Zusätzlich zog ich von der Rückseite der Mütze her doch wieder einzelne Fäden durch, damit das Haar noch etwas voller wurde.


Rückseite der Mütze mit eingezogenen Fäden


Jetzt bin ich recht zufrieden. Die Haare sehen vielleicht etwas zu sehr nach Rasta-Locken aus, aber Form und Farbe stimmen.

Die Krone habe ich auf Etsy gefunden, bei Perfect Tommy Automail. Und ja, mit der Krone bin ich sehr glücklich.

So, jetzt bin ich parat für die Fantasy Basel morgen. Alles ist gepackt, ich freue mich!

Es grüsst
Eure Hoheit Eta Carina



Yesterday night I finally finished my Princess Bubblegum wig. Bah! It was very cumbersome. I needed two attempts until the result was, well, acceptable. So here's how I did it:

I used merino wool as it was very thick (and very pink) and didn't look exactly like bubblegum, but at least like cotton candy. I had to buy it in a pack of ten. In retrospective, I was lucky, because this allowed me to try and error my way through to the final wig.

My first idea was to crochet a bonnet and pull threads through as hair. But it didn't work because the grid of the bonnet was very loose and the wool too thick. This made the wig look like a big mop, but with "bald" spots where the bonnet was still visible.

So I needed to arrange the threads more neatly. This tutorial was very useful:
Here the threads where aligned on a piece of felt and then sewn onto it. So I made two felt strips: One for the bangs and a part of the main hair, and another at right angle for the rest of the main hair. I sewed them onto a second, finer bonnet.

But even so my wig still had bald spots. So I handsewed the "hair" to the edge of the bonnet so it would cover everything evenly. Additionally I pulled some more threads through from the backside. This made the hair fuller.

Now I'm quite content. The wig might look a little bit like dreadlocks, but I think the overall look is right and everything is where it's supposed to be.
I found the crown on Etsy, in Perfect Tommy Automail's shop. And yes, I am very happy about it.
So! Now I'm ready for Fantasy Basel tomorrow. My bags are packed, I'm looking forward to it!

Greetings!
Your Highness Eta Carina

Donnerstag, 30. April 2015

Bonnibel

Ihr Lieben

Diesen Mai findet in Basel ein grosses Fantasy-Festival statt (das passenderweise Fantasy Basel heisst). Und ich fand das genau die richtige Gelegenheit, meine ersten schüchternen Schritte als Cosplayerin zu machen. Obwohl, kann man es wirklich schüchtern nennen, wenn das Kostüm knallpink ist? Denn ich werde Princess Bubblegum aus Adventure Time darstellen.

Quelle: http://adventuretime.wikia.com/wiki/File:Princess-Bubblegum-awaaaayyyyyy-adventure-time-with-finn-and-jake-18850523-1355-762.jpg


Die Wahl fiel mir leicht, da Adventure Time im Moment schlicht meine Lieblingsserie ist und Princess Bubblegum eine der interessantesten Charaktere darin. Prinzessin Bonnibel Bubblegum, die tatsächlich aus Kaugummi besteht, ist die Herrscherin über das Candy Kingdom. Meistens freundlich, mit ausgezeichneten königlichen Manieren und besorgt um ihre Untertanen, ist PB auch äusserst clever (und sich dessen nur zu sehr bewusst). Sie ist Wissenschaftlerin und hat sich auf die Erschaffung und Wiederbelebung von Lebewesen spezialisiert, nicht selten gehen ihre Experimente aber schief. Im Verlauf der Serie stellt sich heraus, dass PB uralt ist und ihr Königreich bisweilen mit drastischen Mitteln verteidigt, was schon zu Diskussionen führte, ob sie wohl insgeheim böse ist. Wie auch immer, Princess Bubblegum ist sicher um einiges vielschichtiger, als ihr süsses Auftreten vermuten lässt. Abgesehen von all dem hat sie hat einen ausgezeichneten Modegeschmack, wie das untere Bild beweist. Für meinen ersten Versuch blieb ich aber dann doch beim einfachen Standardkostüm (das zweite von links).

Quelle: http://the-adventure-time-blog.tumblr.com/image/33097726198
Und das ist das Kleid:




Das Kleid ist aus Viscose genäht. Ich bin ganz begeistert von diesem Stoff! Er knittert weniger als Baumwolle, fällt wunderbar leicht und gibt wunderschöne Rüschen. Ich möchte bald wieder etwas aus Viscose nähen, vielleicht eine Bluse. Kragen und Gürtel sind aus Baumwoll-Satin, was etwas mehr glänzt als normale Baumwolle. Beim Unterrock und dem Futter für das Oberteil habe ich mich hingegen ziemlich vergriffen. Das Futter (zum Aufbügeln) fusselt und der Stoff für den Unterrock ist einfach ziemlich billig. Aber da man das nicht sieht, ist mir das im Moment gerade schnuppe.

Übrigens hat das Kleid am Rücken einen (fast) unsichtbaren Reissverschluss. Der Reissverschluss rollt sich ein, nachdem man ihn angenäht hat. So wird der Stoff umgefaltet und voilà, weg ist der Reissverschluss. Diese Video-Anleitung war dabei sehr hilfreich:
Burda style germany - Nahtreissverschluss

Fehlen jetzt also noch die Krone (die ich allerdings bestellt habe, weil ich mir nicht zutraue, sie selbst zu machen) und die Perücke. Ich möchte lieber keine gekaufte Perücke, da ich finde, normale pinke Perücken werden Princess Bubblegums Haaren nicht gerecht. Sie sind zu wenig voluminös und sehen zu wenig nach Kaugummi aus. Ich bin gerade am Herumtüfteln und hoffe, es klappt, wie ich es mir vorstelle. Hier schon mal ein Ausschnitt von meinem ersten Versuch. Sieht unappetitlich aus, soll es auch. Schliesslich soll es ja nach Kaugummi aussehen. Ich hoffe, dass ich euch bald mehr zeigen kann.

Alles Liebe
Eta Carina




Hello my dears

This May there's a big Fantasy Convention in Basel, consequently named Fantasy Basel. And I found this just the right occasion to make my first shy steps as a cosplayer. But can you really call it shy with a costume in shocking pink? Because I'm going to be Princess Bubblegum from Adventure Time.

This was a very easy choice as Adventure Time is simply my favourite series at the moment and Princess Bubblegum is one of its most interesting characters. Princess Bonnibel Bubblegum, actually made out of bubblegum, is the ruler over the Candy Kingdom. Having a generally friendly appearance, excellent royal manners and always being careful about her citizens, PB is also extremely clever (and she knows it). She is a scientist, specialized in creating and ressurecting creatures, but often her experiments go wrong. As the series goes on it becomes clear that she is ages old and sometimes defends her kingdom with drastic measures. This leaded to discussions about wether she might even secretly be evil. However, Princess Bubblegum certainly is much more than her cute appearance might let you expect. And apart from all that she has an excellent taste in fashion, as the second picture proves. But for my first try I decided to go for the standard outfit (second from the left).


The dress is made out of viscose. I'm really in love with this fabric! It doesn't wrinkle as much as cotton, falls beautifully and gives wonderful ruffles. I want to use viscose soon again, maybe for a blouse? The collar and belt are made of cotton satin, which is shinier than regular cotton. But I made some bad choices for the interfacing and the underskirt. The interfacing is fluffing and the underskirt is just of a cheap quality, but as they aren't visible I don't care right now.

By the way: the dress has a (nearly) invisible zipper at the center back. The zipper sort of rolls over after you sew it on. Like this the fabric gets folded and voilà, hides the zipper. This video tutorial was very helpful:
Burda style germany - Nahtreissverschluss

Now what is still missing is the crown (I have ordered on as I don't dare to make one myself) and the wig. I'd rather not buy a wig. I think a regular pink wig just isn't voluminous enough and well, doesn't look like bubblegum at all. I'm puzzling out how to make a wig of my own, I hope it will work. Here you can see a detail of my first try. It doesn't look very beautiful and I think that's fine, as it's supposed to look like bubblegum hair. I hope I can show you more soon!

Love
Eta Carina



Donnerstag, 16. April 2015

Mittelaltermarkt zu Luzern


Seid gegrüsst!

In den letzten Tagen drehte sich bei mir alles um den Mittelaltermarkt, den ich helfe, zu organisieren und der letztes Wochenende stattfand.
Langsam kehre ich wieder in die Gegenwart zurück. Wie ihr auf den Fotos weiter unten sehen werdet, war am Samstag nicht so tolles Wetter, trotzdem sind unglaublich viele Besucher gekommen. Ich bin immer noch ziemlich überwältigt! Nun zeige ich euch gerne einige Sachen, die ich gemacht habe.
Ich erledige vor allem all die grafische Arbeiten und kurz vor dem Markt kümmerte ich mich hauptsächlich um die Gönner-Geschenke und das Programm. Wie schon letztes Jahr konnten sich Leute, die den Markt unterstützten, kleine Dankeschön-Geschenke aussuchen. Es gibt zum Beispiel einen Druck mit einer Marktszene (es gibt jedes Jahr ein anderes Motiv, das wir auch für die Flyer verwenden). Auch handgemalte Lesezeichen mit den persönlichen Initialen kann man sich wünschen. Wie genau ich dabei vorgehe, habe ich letztes Jahr unter Lesezeichen erklärt. Ganz besonders viel Spass hatte ich, als zwei Lesezeichen die gleichen Initialen hatten und ich versuchte, sie auf unterschiedliche Weise zu malen.





Auf eine ähnliche Weise schrieb ich auch das Tagesprogramm auf Büttenpapier, das wir am Eingang des Marktgeländes aufhängten.



Leider kam ich überhaupt nicht dazu, während dem Markt zu fotografieren! Zum Glück hat Vera Leisibach das für mich erledigt, so dass ihr auch einige Eindrücke vom Mittelaltermarkt selber bekommt. Merci, Vera!








Greetings!

The last few days where all about the Medieval fair that I help organizing and that took place last weekend. Slowly but surely I am returning to our present days. As you will see from the pictures below, the weather wasn't that great on Saturday, nevertheless we had really a lot of visitors. I'm still quite overwhelmed! Now I'd like to show you some things I made for the market.
My job consists mainly of all the graphic stuff and just before the fair I took care of the little gifts for our sponsors. People who support the fair can choose from several small "thank-you gifts". For example there are small prints with market scenes (I carve a new theme every year that I also use for our flyers). You can also have book marks with your own initials. I already explained how I draw these here. This year I had two book marks with the same initials and it was very enjoyable to design them differently.
Similarly I also wrote down the daily programme on vat paper, which we then put up next to the entrance.
Sadly I didn't have the time to take pictures during the weekend! Luckily, Vera Leisibach did it for me, so you can enjoy some impressions of the medieval fair itself. Thank you, Vera!

Farewell!
Eta Carina



Montag, 30. März 2015

Wintermantel im Frühling



Was? Schon wieder Sommerzeit? Aber... mein Wintermantel! Ja, ich bin wieder spät dran und ja, ich bin selber Schuld. Denn der Stoff lag schon seit Wochen Monaten gewaschen bereit, aber ich liess ihn liegen. In der Tat wäre das wohl noch bis nächsten Winter so weitergegangen, wenn mir nicht eine gute Freundin so etwas gesagt hätte wie "Weisst du, dein Mantel, der war ja mal schön, aber jetzt sieht er schon langsam ziemlich *?&!+-* aus". Echte Freunde erkennt man daran, dass sie einen zur rechten Zeit in den Hintern treten. Ach ja. Also machte ich mich an die Arbeit.

Und dies ist der Mantel des Anstosses. Auf dem Foto nicht zu erkennen sind die Löcher, die ich mir schon lange mal vorgenommen hatte zu flicken und die Fäden, die überall aus dem Stoff heraushängen. Auch wenn ich den Mantel mochte, fand ich es immer schade, dass er zu schmal geschnitten ist, um einen weiten Rock darunter zu tragen. Ein Grund mehr für einen neuen Mantel!

Ein Grund, wieso ich so lange zögerte, war, dass ich kein passendes Schnittmuster fand und Schiss hatte, ein eigenes zu zeichnen. Schliesslich nahm ich meinen alten Mantel als Ausgangslage, verbreiterte aber die einzelnen Teile gegen unten hin. Ausserdem war mir dieser Mantel etwas zu gross, deshalb verkleinerte ich den oberen Teil.
Ich wollte den Mantel für's erste recht schlicht machen, deshalb verzichtete ich auf Rüschen oder Spitzen. Dafür nähte ich Biesen. Ich fand es toll, wie der Wollstoff sich durch die Nähte verformte. Ich hatte ich mir so gar nicht vorstellen können, dass sich der Teil vor der Naht derart aufstellen und der Rest so flach bleiben würde.

Das Resultat finde ich "gar nicht mal so übel für meinen ersten Mantel, ABER...":
Die Ärmel sind eine Kleinigkeit zu kurz, aber ich glaube, es fällt nicht gross auf. Der Stoff hat an einigen Stellen Ausbuchtungen und liegt nicht ganz flach an. Ich nehme an, dass das z.T. mit den Biesen zu tun hat, die den Stoff etwas verziehen. Ausserdem fiel der Stoff viel schöner, bevor ich den Saum nähte. Während dem arbeiten machte ich mehrere Denkfehler, so dass ich den Saum nicht mehr einfach umfalten konnte. Also behalf ich mir mit Schrägband, um den Saum doch noch möglichst leicht hinzukriegen. Aber trotzdem wurde der Saum relativ steif. Für Tipps zur Verbesserung bin ich übrigens dankbar!

Recht zufrieden bin ich aber mit dem Kragen. Er lässt sich schön umklappen und hat eine gute Form. Ich hatte dieses Detail einfach von meinem "Vorlage-Mantel" übernommen, obwohl ich es anfangs nicht ganz durchschaute. Nun bin ich froh darüber :-)

Ich bin sehr glücklich über die Knöpfe, die ich vor einiger Zeit in einem Brocki gekauft und die ich nun endlich hervornehmen konnte. Anfangs war ich nicht ganz sicher, ob die Messingfarbe zum schwarz-weissen Futterstoff passt, aber zumindest die Muster sind sich sehr ähnlich.

Und was wird nun aus dem alten Mantel? Verschieben wir diese Frage doch auf eine anderer Jahreszeit, nicht?

Liebe Grüsse
Eta Carina



What? It's summertime again? But... My winter coat! Yes, I'm late again and yes, it's my own fault. Because the fabric was there for weeks months, washed and ready, but I kept ignoring it. Indeed, i probably would have waited until next winter, if I hadn't met a friend of mine recently. She said something like "You know, your coat used to be really pretty, but now it looks quite *?&!+-*". Ah well. You know someone is a real friend when she kicks your buns just in time. So I started working.

On the first picture you can see the aforementioned coat. (However, you can't see the holes and threads hanging out of the fabric). Although I liked this coat I always thought it was a pity that it had a very straight cut, making it impossible to wear a wide skirt under it. Another reason for a new coat!

One reason why it took me so long was the fact that I couldn't find a good pattern and I was afraid to draw one myself. In the end I used my coat as a starting point, but I made a wider hem and shortened everything else (the coat was always a slightly too big for me).
I aimed at a relatively plain look, so I didn't use any ruffles or lace. I sewed pin-tucks along the sides, however. I really like how the wool fabric changes through the seams. I didn't foresee how it would stand out on one side and remain flat on the other side.

In conclusion, the result is quite "not-so-bad-for-my-first-coat-but..."
The sleeves are a trifle too short, but I think that's not very noticeable. The fabric has some dents, maybe because the pin-tucks slightly distort the fabric. And the fabric had a smoother fall before I sewed the hem. I made some mistake while working so I couldn't just fold it over. The best way out seemed to use a bias binding, so the hem would be as light as possible. But the it is still quite stiff. If you have any suggestions how I can improve this, i'd be glad!

I'm quite content with the collar. It folds easily and has a nice shape. I adopted this detail from my old coat without really understanding it in the beginning. Now I'm happy I made this :-)
And I'm very pleased with the buttons. I found them in a thrift-store some time ago and now I could finally use them. Initially I wasn't too sure if the brass and black-and-white of the lining would match, but the pattern is very similar.

And what happens with the old coat now? I think I'll delay this question until next season.

Best regards
Eta Carina


Freitag, 27. März 2015

Lolita Meet-up: "Inspiration Japan" in Zürich

Ihr Lieben

Am Sonntag hatten wir ein Lolita-Treffen in Zürich. Zuerst genehmigten wir uns einen ordentlichen Brunch im Cafe Odeon. Danach ging es weiter zum Kunsthaus, wo wir uns die Ausstellung Monet, Gauguin, van Gogh... Inspiration Japan anschauten.

Vor dem Kunsthaus steht auch Rodins "Höllentor". Passenderweise frönten wir hier unserer Eitelkeit und benutzten das Tor als Kulisse, um unsere Outfits gegenseitig zu fotografieren. Ich trug an dem Tag schwarz und Blümchen:

Foto: Rahel Zangger

Rock und Bluse: Selbstgenäht
Strümpfe: H & M
Schuhe: Dosenbach
Schultertuch: Markt
Stulpen: Selbstgehäkelt


Stulpen

Nun aber zur Ausstellung:
Es mag überflüssig sein, das zu erwähnen, aber: Dass sogenannte "Westler" einen Japan-Fimmel entwickeln, ist keineswegs ein neues Phänomen und beschränkt sich natürlich auch nicht in einer Vorliebe für Rüschenröcke und kawaii Accessoires. Ab 1860, so lesen wir in der Ausstellungs-Broschüre, verfiel Europa in eine regelrechte Japan-Euphorie. Kunstwerke und Design-Objekte aus Fernost wurden von vielen Leuten gesammelt und bewundert. Dies beeinflusste viele Kunstschaffende zu dieser Zeit in ihrem Malstil oder den gewählten Motiven.

Die Ausstellung ist sehr umfangreich, deshalb beschränke ich mich schlicht auf die Sachen, die mir am meisten geblieben sind. Ganz besonders gefreut hatte ich mich, als ich eine Reihe von Katagami entdeckte. Diese Druckschablonen aus Papier hatten mich schon im Textilmuseum St. Gallen fasziniert. Die feinen Papiergebilde wurden den gröberen, aber ebenfalls ornamentalen Holzschnitten von Félix Vallotton gegenübergestellt.

Katagami, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Félix Vallotton: La paresse (1896)

Und damit wären wir bei Hiroshiges Holzschnitten. Die Bilder kommen wie leichte Tuschezeichnungen daher, aber der Eindruck täuscht: Für jede Farbe musste ein separater Druckstock geschnitzt werden, um die Bilder zusammenzufügen. Die klaren Linien und die bunten, flächigen Farben flossen auch in die Arbeiten der europäischen Künstler ein. Ganz augenscheinlich wurde das bei Henri Rivière mit seinen "36 Ansichten des Eiffelturms" (1902). Er liess sich hier auch thematisch inspirieren: Viele Holzschnitte waren Teile von umfangreichen Landschaftsserien.

Utagawa Hiroshige: Hakone (1833/34)
Aus der Serie: Die 53 Stationen des Tokaido

Utagawa Hiroshige: Im Kameido Tenjin-Schrein (1856)
Aus der Serie: 100 berühmte Ansichten von Edo

Henri Rivière: Bild aus der Serie 36 Ansichten des Eiffelturms (1902)

Ebenfalls beliebt waren häusliche Szenen aus dem Alltag. Diesem Thema ging Mary Cassatt in einer Serie nach. Wiederum: Auch das ist keine Tuschezeichnung, sondern ein Druck! (Entschuldigt mich, an solchen Details bleibe ich immer hängen. Ich nehme an, ich bin beruflich etwas vorbelastet...)

Mary Cassatt: Der Brief (1891)

Und zuletzt: Vielleicht unbeabsichtigt hat sich eine weitere Thematik in die Ausstellung eingeschlichen: Frauen beim Kunstbetrachten! Drei Bilder sind mir aufgefallen:

Alfred Stevens: Le masque japonais (um 1874/75)
Edgar Degas: Au Louvre: La peinture (Mary Cassatt) ca. 1880

Joseph Tissot: Jeune femmes regardant des objets japonais (1869)

Junge Damen mit rüschenbesetzten Gewändern vor japanischen Kunstwerken: Hier schliesst sich also der Kreis und hiermit beende ich meinen Beitrag.

Alles Liebe
Eta Carina


Bild-Quellen:
http://www.kunsthaus.ch/inspiration-japan/assets/content/img/04_Wertvolles_Kunsthandwerk/Katagami.jpg
http://www.felix-vallotton.com/#!galerie/c1px9
http://en.wikipedia.org/wiki/Hiroshige#/media/File:Hiroshige11_hakone.jpg
http://www.kunsthaus.ch/inspiration-japan/assets/content/img/03_Monets_Garten/Hiroshige_Im%20Kameido_TenjinSchrein.jpg
http://nonsuchbook.typepad.com/nonsuch_book/2011/07/thirty-six-views-of-the-eiffel-tower-by-henri-riviere.html
http://media.guggenheim.org/content/arts_curriculum/masters/thirdmind_L1_1_z.jpg
https://cercleesthetiqueetphilosophiquewildien.files.wordpress.com/2012/10/alfred-stevens-le-masque-japonais-ou-lintrigue.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Edgar_Degas_Au_Louvre_la_peinture_(Mary_Cassatt)_c1879-1880.jpg
http://www.kunsthaus.ch/inspiration-japan/assets/content/img/07_Zitate/Tissot_Jeunes_femmes.jpg



Hello my dears

On Sunday I went to a Lolita meetup in Zurich. First we had a hearty brunch at the cafe Odeon. After that we went to the Kunsthaus, to see the exhibition Monet, Gauguin, van Gogh... Inspiration Japan.

In front of the Kunsthaus stands Rodins "Gates of hell". Accordingly we wallowed in vanity and used the gate as a background for our outfit snaps. My outfit for the day was all black and flowery.

But now for the show:
Needless to say: long before Lolita was born there where "western" people that got fascinated by Japanese culture. From 1860 on, as we learn in the exhibition, European people went rather crazy for Japanese art and design. Many artists collected such works and where influenced by them in what and how they painted.

The show is very big so I just stick to the things that impressed me most. I especially enjoyed to see several Katagami. I first learned about these printing stencils some months ago at the Textilmuseum St. Gallen. The fragile paper stencils where compared to the rougher, but also ornamental woodcuts of Félix Vallotton.

Speaking of woodcuts: The pictures of Utagawa Hiroshige look like ink drawings at first sight. But they are especially elaborate printings, where every colour equals a separate printing block. The clear lines and colourful fields had a big impact on the European artists. Like with Henri Rivières "36 views of the Eiffel tower" (1902). He was also thematically inspired by Hiroshige: Many japanese woodcuts where parts of whole landscape-series.

Another popular theme where everyday life scenes at home. Mary Cassatt explored that field with another serial of prints. (I somehow can't get over the fact how all of these pictures look so little like printed. Sorry to bore you with such details. I suppose I just printed too much myself...)

And finally: Accidentally there seems to be another topic at this show: Women looking at art! These three pictures of Stevens, Degas and Tissot caught my attention. Young ladies in frilly clothes contemplating Japanese art: So the circle is complete and my post comes to an end.

Love
Eta Carina